Quartier U1: 10 neue Projekte für Nürnberg

MONTAG, 21. DEZEMBER 2020, NüRNBERG

#Buchhandlung Jakob, #Foodsharing, #Holzwerkstatt, #ISKA, #Quartier U1, #Stadtentwicklung, #SuppKultur, #Urban Lab, #Z-Bau, #Zentrifuge

Von Anfang an berichtete der curt über das Qurtier U1 und seine Akteursförderung. Seither bekam Nürnberg Keinkaufswägen und ein Atelier Extra, einen Naschzaun und ein grünes Klassenzimmer und vieles mehr. Dank der Gelder, die das urban lab von der Nationalen Stadtentwicklungspolitik bekommt und verteilen darf. Jetzt geht das Quartier mit seinem besonderen Fördermodus in die zweite Runde. Vergangenen Donnerstag entschieden alle Beteiligten mittels Ranking, welche Projekte in 2021 an den Start gehen.

Das Prinzip der Entscheidung in kurz: Jedes Projekt gibt an, wie viel Geld es zur Umsetzung benötigt. 45.000 Euro befinden sich insgesamt im Topf. Entsprechend dem Gesamt-Ranking können so viele Projekte gefördert werden, bis dieser Topf leer ist. In der zweiten QU1-Runde sind das diese zehn Projekte (Reihenfolge ungleich Ranking-Reihenfolge). 

Roll ‘n’ Rock – Die mobile Werkbank
Die mobile Werkbank, ein Projekt der ISKA und der Holzwerkstatt, bringt das Handwerk aus den Werkstätten in den öffentlichen Raum. Die Werkbank besteht aus Vollholz und ist mit funktionstüchtigem Werkzeug ausgestattet. Im Rahmen von Aktionstagen entlang der Fürther Straße soll sie der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Weil sie mobil ist, kann sie darüber hinaus für andere private oder öffentliche Projekte genutzt werden. 

Verkehrsbeunruhigter Bereich
Auch der verkehrsbeUNruhigte Bereich ist eine Idee aus der Holzwerkstatt. Anlass ist die traurige Statistik, dass sich 80 bis 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer*innen nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen in Spielstraßen halten. Konturen von spielenden Kindern und fabelhaften Wesen sollen in einem exempelhaften Bereich die Achtsamkeit aller erhöhen. Die Aufsteller werden von Kindern aus der Nachbarschaft selbst bemalt und im Rahmen eines Fests aufgestellt.  

Der Keinkaufs-Kompass
Das erinnert uns doch stark an – jawohl, der Keinkaufs-Kompass kommt wie die Keinkaufs-Wägen vom Sänders e.V. Auf einem in der Innenstadt platzierten Screen, in dem sich ein Modell Nürnbers befindet, will der Verein jetzt die vielen nichtkommerziellen, kooperativen Initiativen sichtbar machen. Anwohner*innen finden hier das perfekte Projekt für ihre Engagements-Energie. 

Digital Service Jam
Auch der ISKA geht es massiv ums Zusammenbringen: Der Digital Service Jam holt die IT-Profis der Stadt aus ihren Unternehmen, damit deren wertvolles Know-how gemeinnützigen, sozialen, ökologischen, kulturellen Initiativen zugute kommt. Die haben nämlich nicht selten sehr konkrete, zu lösende Probleme mit IT, können sich Spezialisten aber nicht leisten. 

Stufe A
Die U-Bahn ist der Kristallisationspunkt, um den sich alle Projekte gruppieren. Z-Bau und Buchhandlung Jakob gehen nun hinein, in die Waggons. Hier sollen junge Autor*innen der Region eine neue Bühne für Lesungen finden. Das Projekt möchte dafür eigene Waggons bis ganze Züge anmieten, die Lesungen beginnen/enden in der Frankenstraße bzw. am Weißen Turm, sodass das anschließende Gespräch im Z-Bau bzw. Der Buchhandlung Jakob stattfindet. 

Kerzi-Aufklapp-Café
Dass die Kerzenwerkstatt mehr ist als eine Wachsverarbeitungsmanufaktur, hat sie bereits im vergangenen Akteurszeitraum mit ihrem Naschzaun bewiesen. Jetzt folgt das nachbarschaftlich-freundliche Café, das immer donnerstags bis samstags seinen Wagen auf dem Parkplatz öffnet und Café, Tee und Snacks gegen Spende anbietet. In diesem Rahmen sollen auch kleine, feine Veranstaltungen stattfinden. 

Topografie der Erinnerung
Die SuppKultur führt ihr Projekt Erzählstation fort. Darin ging es um Zeitzeug*innenbericht von Kriegs- und Nachkriegszeit, die ins literarisch-musikalische Programm von Thamm & Goldbach integriert wurden. Die zweite Geschichtensammlung zielt nun auf eine szenisch-musikalische Stadtführung im Quartiersbereich ab. Die Geschichten kehren dorthin zurück, wo sie passiert sind und werden auf eine Art erzählt, die über die klassische Lesung weit hinaus geht. 

Just For Fund
Just For Fund gibt es bereits, denn Fabian Martin portraitiert bereits seit September. Der Maler setzt sich in die Öffentlichkeit, malt Menschen und sammelt als Gegenleistung Spenden, die er an die Seebrücke weitergibt. Jetzt möchte Fabian weitere Künstler*innen gewinnen und mit ihnen zusammen ein Portrait-Event mit Musik und für die gute Sache an die U-Bahnhöfe bringen. 

Foodsharing Dinner Comes Out Of The Bubble
Foodsharing rettet Lebensmittel und verteilt sie, damit Essen nicht im Abfall landet, sondern im Magen. Wie erklärt man das Prinzip  und die Probleme, die dahinterstehen am besten? Indem man ein gemeinschaftliches Retten, Kochen und Essen organisiert. Das Foodsharing-Dinner soll drei Mal an hochfrequentierten Plätzen entlang der U1 stattfinden. 

Shengo II
Shengo, so heißt der äthiopische Quartierrat bei dem man auf Hockern beieinander sitzt und sich mit dem Herz auf der Zunge offen über alles austauscht. In der ersten Runde haben Zentrifuge und die äthiopische Gemeinde bereits einige Shengos entlang der U1 durchgeführt. Jetzt ist das Ziel ein Shengo-Festival – inklusive Baumpflanzung und äthiopischer Kaffeezeremonie. 


In ihren Projekteinreichungen (die ihr komplett auf der Homepage findet) haben alle Projekte auch Hemmnisse und Schwierigkeiten formuliert. Natürlich spielt dort Corona eine Rolle. Die Pandemie hat sich auf die erste Runde ausgewirkt, auch wenn es ihr nicht gelungen ist, die Umsetzungen zu verhindern. Jetzt mussten alle Workshops und Treffen im Vorfeld online stattfinden. Basti Schnellbögel vom Kernteam hat aber beobachtet, dass alle Beteiligten in ihrer Planung auch wieder an eine Zeit ohne Corona denken: “Zu sehen, dass diese Akteur*innen eigentlich alle sagen, egal, wie es gerade aussieht, wir planen für die Post-Corona-Stadt, finde ich eine sehr schöne Sache. Diesen Optimismus nehme ich gerne mit.”

Egal, ob mit oder ohne, ob eingeschränkt, online oder vollgas – das Quartier U1 sorgt dafür, dass zehn Gruppierungen ihre Arbeit aufnehmen können. Sie werden ihrerseits im besten Sinne Arbeit schaffen, ehrenamtlich wie bezahlt, und ihre Vision der Stadtentwicklung zu einer niedrigschwelligen Umsetzung bringen. Auf die Weise, mit dieser Herangehensweise, sorgt das Quartier U1 dafür, dass Stadtentwicklung nicht die Sache von Bubbles, Cliquen oder der Stadtverwaltung ist, sondern eine Sache, an der alle teilhaben können, die auch da leben. Das finden wir gut, da schauen wir weiterhin drauf und halten euch, was den Fortgang der Projekte angeht, auf dem Laufenden. 

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Quartier U1 – Stadt gemeinsam selber machen
Ein Projekt des urban lab, gefördert von der Nationalen Stadtentwicklungspolitik
Partnerschaftlich unterstützt von curt
www.quartieru1.de 




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