Auch beim Metzger brennt nachts kein Licht im Kühlschrank. Die Würste sind unter sich und bürzeln sich jeden Abend auf zur großen Party. Logisch, denn sie können im Dunkeln sehen. Wir sprechen von einem richtigen Kühlschrank, einem Otzen-Koloss von Kühlaggregat, einem amtlichen Metzgerskühlschrank mit Brusthaaren und zehntausend Litern Kälte.
Und dann ging‘s auch schon los. Die Streichwurst schlich heran, spähte dem Aufschnitt in den Ausschnitt. Die zwergwüchsige Gesichtswurst spielte kindisch mit ihrem Zipfel, doch interessierte das keine alte Sau. Überhaupt zeichneten sich die Beziehungen unter den Würsten durch Kälte und wechselseitige Verachtung aus, nicht zuletzt geballt gegenüber Presssack, diesem Fresssack, dessen schwartigen Rücken man zwar gerne als Tanzfläche nutze, ihn zugleich aber verlachte als, tja, lächerlich und eben im Geiste grob, nichts Wertigerem als einem Denken in rot-weiß verhaftet. >>
Es gibt unfassbar viele Lieder in der Welt, permanent dudelt irgendwo irgendwas: Radio, Internet, Boombox, Ghettoblaster, der akustische Raum ist krass überfüllt, unzählige Chöre jodeln und jaulen und Taylor Swift feuert alle zehn Minuten einen Hit heraus, dass man nur noch dumm weghören kann. Ein Lied jedoch wurde bis heute nicht geschrieben, obwohl es absolut dringendst an der Zeit wäre: Eine fulminante Lobeshymne auf die VAG. Die meisten Nürnberger*innen wissen gar nicht, wie genial die Öffis in unserer Stadt sind. Selbst jene Bürgies, die regelmäßig Bus, Tram, U-Bahn und VAG-Rad nutzen, können offenbar nicht wirklich einschätzen, wie gut wir es hier in der Nahverkehrs-Noris haben, denn nirgend-wo und nie singt jemand das Hosianna. >>
NÜ/FÜ/ER. Marian und Silvan sichten und kommentieren die Kunstangebote im August und September 2025.
In Nürnberg geht der Sommer weiter, und eure beiden Kunstbeauftragten Silvan und Marian grüßen aus Kenya, wo es eigentlich grade Winter ist. Unser Trip in die Art-Scene von Nairobi hält uns aber nicht davon ab, euch auf dem Laufenden zu halten. In der Kunsthalle könnt ihr eintauchen in die wundersame Welt der charmanten Figuren von Mrzyk und Moriceau, in der Kunst Galerie Fürth umschlingt Judith Grassl uns in „Stubborn Loops“ mit ihrer collagenhaften Feinmalerei, und das Institut für moderne Kunst präsentiert ab September „Wärmekapazität“, rund um Empathie in Kollaboration mit dem Menschenrechtspreis Nürnberg. Da kommt also wieder einiges auf uns zu. Let’s go, art cruising!
Wir in der Nürnberger Kunst- und Kulturszene nehmen Russlands schockierenden, völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine sehr genau wahr:
Kreative und Kunstschaffende unterstützen seit Februar 2022 mit Ausstellungen, Benefizversteigerungen, Sachspenden und tatkräftigen Händen die Menschen in der Ukraine, die diesen barbarischen Krieg erleiden müssen. Haltet die Augen offen nach den entsprechenden Projekten! >>