Ein schillernder Show-Hahn zum 40.: Pettersson und Findus am Theater Pfütze

15. MäRZ 2026 - 19. APRIL 2026, THEATER PFüTZE

#Kindertheater, #Petterson und Findus, #Theater, #Theater Pfütze

Petterson, Findus und der Hahn am Theater Pfütze. Premierenkritik von Andreas Thamm, zuerst erschienen bei freieszenenbg.de.

Eigentlich könnte es auf dem Hof von Pettersson schöner nicht sein: Die Hühner picken, Kater Findus neckt sie und holt die Eier, aus dem Fenster schallt das Radio – es singt der Star-Tenor Enrico Caruso. Sonst ist es sagenhaft ruhig. Fast zu ruhig, findet Petterson und rettet den Hahn vor Nachbar Gustavssons Suppentopf. Auch der hört, nicht ohne Grund, auf den Namen Caruso. 

Petterson, Findus und der Hahn ist ein Liebling des Theater Pfütze, 1999 feierte es zum letzten Mal Premiere am Haus und lief dann über 300 Mal. Zu seinem 40. Geburtstag in diesem Jahr schenkt sich das Haus für Kinder- und Jugendtheater eine neue Inszenierung von Anaïs Durand-Mauptit. Und die ist nicht zahm wie Petterssons Hühner, sondern wild! 

Unter sägenden E-Gitarren bringt Pettersson einen enormen Karton von draußen rein. Heraus gockelt der Star der Show, dunkelgrüner Mantel, gestickter Kamm auf dem Kopf, stolzgeschwellte Brust: Jeele Johannsen als Caruso, der natürlich sofort den Weg auf die kleine Bühne auf der Bühne sucht und sich dort singend und multiinstrumental austobt: Beatbox, Loop-Station, Klavier, Saxophon. Die Hühner, und anfangs auch Findus, sind begeistert. 

Die Geschichte von Sven Nordqvist hat im Kern aber natürlich einen Konflikt, der Erwachsene wie Kinder berührt: Der Neue auf dem Hof zieht alle Aufmerksamkeit auf sich, er ist der Liebling der Hühner und er will seine Körner von Pettersson noch bevor Findus seine Milch bekommen hat. Eine wüst-schwungvolle Wrestling-Sequenz ist die Folge, es regnet Federn. Das Publikum kichert zwar, ist aber auch in die Lage versetzt, sich in den kleinen Kater einzufühlen. “Bin ich nicht mehr sein Findus? War ich nicht genug?” 

Erst als der Gesang des Hahns aber Überhand nimmt und Mensch wie Katze den Schlaf raubt, fühlt Findus sich zu einer Dummheit verleitet, die letzten Endes dazu führt, dass der Hahn über Nacht seine Sachen packt: “Ein Hahn ohne Krähen ist kein richtiger Hahn.” Findus muss zu seinem Fehler stehen, mit den Konsequenzen leben und hoffen, dass Pettersson ihm vergibt. 

Das Theater Pfütze macht aus diese Stoff eine Stunde lustvolles, dynamisches Kindertheater in allen Schattierungen. Christine Jannler als Pettersson jagt dem Tisch hinterher, unter dem sich Maria Magdalena Mund (Findus) versteckt, ein einfaches Mittel, das das Publikum zum Schreien bringt. Jeele Johannsen gibt den Caruso als formvollendeten, schillernden Rockstark, der in seiner eigenen Großartigkeit badet und eine beeindruckend facettenreiche musikalische Vorstellung bietet. Eine tolle Gast-Verpflichtung! Die Kulisse steckt voller liebevoller und cleverer Ideen: Die Hühner sind bisweilen einfach Kegel mit roten Strickmützen, für die Verhandlungen zwischen Pettersson und Caruso wird aus dem Sütck kurzerhand ein Schattentheater. 

Am Ende singen alle gemeinsam einen Wo-ist-Caruso-Blues? und als auf dem Hof die Küken zwitschern, um die Findus sich ganz bestimmt aufopferungsvoll kümmern will, bekommt das Stück noch eine arg rührende Abschlussnote. Ein großes Kindertheaterfest zum 40. Pfütze-Geburtstag, herzlichen Glückwunsch. 

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Petterson, Findus und der Hahn am Theater Pfütze
Vorerst zu sehen bis zum 19.04. 

 




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