Kindertheater: Kluge Mädchen an der Macht

1. DEZEMBER 2025 - 31. JANUAR 2026, NüRNBERG

#Kindertheater, #Theater Mummpitz, #Theater Pfütze, #Theater Salz & Pfeffer

Freche, kluge Mädchen, die Könige beindrucken und tierische Nebenrollen, die auf einmal zu Hauptfiguren im weihnachtlichen Märchen werden. Die Kindertheater zeigen zum Jahresende nochmal alles was junge (und ältere) Zuschauende bewegt.

Seit dem 26.11. läuft ein echter Miesepeter durch das THEATER MUMMPITZ. Bei DER DACHS HAT HEUTE SCHLECHTE LAUNE (4+) geht es um einen Dachs, der mit richtig schlechter Laune aufwacht – und sie großzügig im ganzen Wald verteilt. Vielleicht wäre Zuhausebleiben doch besser gewesen. Ein charmantes, musikalisches Stück über schlechte Tage, gute Freunde und die Kunst, wieder gute Laune zu finden. Nur noch bis 4. Dezember. Ab dem 06.12. wird es weihnachtlich mit OX UND ESEL (6+). Die beiden führen ihr gemütliches Stall-WG-Leben – bis plötzlich ein Baby in ihrem Futter liegt. Ox will den Störenfried loswerden, Esel ahnt: Vielleicht ist das ja das Jesuskind? In dieser frechen Neuauflage der Weihnachtsgeschichte stehen die beiden im Mittelpunkt – witzig, warm und eigensinnig. In DER BÄRENBERG (4+) gucken drei kleine Bären zu einem strahlenden Berggipfel hinauf – klar, da wollen sie rauf! An der ersten Weggabelung kracht’s: Jeder meint, sein Weg sei der richtige. Am Ende lernen sie: Es gibt nicht nur einen richtigen Weg ans Ziel.

Bei HEINRICH DER FÜNFTE (8+) ab 03.12. im THEATER SALZ+PFEFFER geht’s um einen jungen König, der eigentlich nur alles richtig machen will – doch plötzlich steckt er mitten im Chaos: ein leeres Land, unzufriedene Leute und dann auch noch Krieg mit Frankreich. In einer winzigen Pappburg erzählen Annika Schaper und Robert Richter mit Handpuppen eine Geschichte über Macht, Mut und Verantwortung. Mit dabei: Eine Prinzessin, die nicht tatenlos zusehen will, und ein Erzähler, der sich fragt, ob man bei all dem einfach zuschauen darf. Aber nicht nur die Prinzessin in dieser Geschichte ist eine starke weibliche Rolle. In DIE KLUGE BAUERNTOCHTER (7+) geht’s um ein Mädchen, das mit Köpfchen und Mut ebenfalls einen König beeindruckt. Weil sie schlaue Antworten gibt, landet sie plötzlich mitten im Machtspiel der Großen – und stellt mit Witz und Verstand alles auf den Kopf. Ein warmherziges, kluges Theaterstück über Gerechtigkeit, Selbstbewusstsein und die Stärke, die leise Stimmen haben können. Am 17.01. und 18.01. ist dann nochmal der Klassiker DER REGENBOGENFISCH für die ganz Kleinen ab 3 Jahren zu sehen.

Das THEATER PFÜTZE startet mit einem Stück über einen hungrigen Wolf, der eigentlich nur Beute sucht – und dann ausgerechnet Freundschaft findet. Was als Plan fürs Abendessen beginnt, wird zu einer wilden Schlittenfahrt voller Überraschungen. Das Schaf aus EIN SCHAF FÜRS LEBEN (6+, ab 05.12.) ist gutgläubig, der Wolf hin- und hergerissen – und plötzlich steht alles Kopf. Ein berührendes, witziges Stück über eine unmögliche Freundschaft, Mut und das, was bleibt, wenn man über seine Instinkte hinauswächst. In NIEMAND HEISST ELISE (9+, ab 10.01.) flieht ein Mädchen vor dem Krieg und bleibt mit einem Koffer und Akkordeon an einem stillgelegten Bahnhof sitzen, wo Lukas strenge Ordnung hält. Doch zwischen Regeln und Blicken entsteht Nähe, die fragt: Macht einen Menschen aus, wer er ist oder was er für andere bedeutet?




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THEATER MUMMPITZ. Man kann ja nie früh genug mit der Gruppen-Therapie der German Angsthasen und ihrer immerwährenden Vollkasko-Mentalität anfangen. Also schickt das Nürnberger Theater Mummpitz zum Auftakt in die 46. Saison die Generation 6+ mit der hausgemachten Uraufführung Schlimm Schlimm aufs heilende Chaka-Karussell zwischen Schießbude und Geisterbahn. Ja, wenn’s hilft, lautet die sanft blinkende Botschaft.

Der Plüsch-Angsthase erobert symbolisch die Kulisse und Aufmerksamkeit, noch bevor nostalgischer Schallplatten-Sound, wie von Geisterhand in Gang gesetzt, durch die fahle Kinderzimmer-Szenerie knistert. Am Ende überlistet die trostreiche Absicht dieses durchweg leichtfüßigen Mutmachwerks doch glatt die Logik der Wirklichkeit. Dann ist der ganze Spuk in der Geisterbahn Schlimm Schlimm vorbei. Und mit ihr die Ängste, die die neunjährige Luzie mit Vorliebe im Bett umstellen. Ob Mörder, Monster oder Marder, Nacktschnecken oder schlechte Noten, Phantasie-Monster oder Schulflegel – das Gruselige ist immer und überall: Lauert unterm Teppich und dem Bett, als Skelett im Bühnen-Hintergrund oder als handfester Raufbold auf dem Pausenhof.

Meist hilft da eine Stinkbombe oder ein Handkantenschlag zur Bereinigung der bedrohlichen Situation. Manchmal aber auch, den Angstgegner einfach wegzuzwinkern. Weiß die schnelle Eingreiftruppe aus den Erinnerungsfetzen der Filmgeschichte, die mit allen Ticks und Tricks arbeitet und dem Mädchen zur Seite steht. Die Geisterjäger, die man rief, leisten denn auch ganze Komödiantenarbeit. Judy Punk (Sabine Zieser im fließenden Rollentausch zwischen Kraft-Punk und Luzie-Leidensdruck), CoolCool7 (Michael Schramm im James-Bond-Smoking mit Schuhtelefon und Cocktailglas) und Herr Dutschke (Özgür Kantar als schlappohriger Gefühlsanker) treiben diese Suche nach dem Selbstvertrauen voran. Lustigsein verscheucht die Monster in uns und macht gute Laune.

Regisseurin Andrea Maria Erl hat mit dem Trio und Bühnenbildnerin Maria Pfeiffer ein typisches Mummpitz-Stück geschaffen, das Musik und Moral, Humor und Bildwitz vereint. Luzies Bett mutiert zur Riesenrad-Gondel, dient als Schießbude oder fährt als Geisterbahn-Wagen durch den Kleiderschrank. Die Inszenierung setzt mit Schlagzeug, Gitarre und Sax auf den Charme des Dilettantischen und kitzelt auch sonst an den Nerven, legt sie aber nicht blank. Da gerät auch der Schrecken der Geisterbahn zum Schauplatz einer Verwandlung und macht aus Luzie einen ganz neuen, mutigen Menschen. Das Leben könnte so einfach sein. Man müsste einfach mehr auf den Rummelplatz gehen. Diese Besuche sind bekanntlich immer Mutproben.

Die Mummpitz-Gemeinde feierte die Schlimm Schlimm-Premiere jedenfalls. Auch wenn dieses Mal das Ergebnis hinter der Idee zurückblieb. Glanzleistung hin oder: Illusionen dürfen sich weiter lohnen. 

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Theater Mummpitz: Schlimm, schlimm (6+)

Termine

Di 13.10.2026, 10:00 Uhr
Mi 14.10.2026 10:00
Do 15.10.2026 10:00
Fr 16.10.2026 10:00
Sa 17.10.2026 16:00
So 18.10.2026 15:00
Di 20.10.2026 10:00
Mi 21.10.2026 10:00
Do 22.10.2026 10:00
Fr 23.10.2026 10:00
Sa 24.10.2026 16:00
So 25.10.2026 15:00
Mo 26.10.2026 10:00
Di 27.10.2026 10:00
Mi 28.10.2026 10:00
Do 29.10.2026 10:00

Eine Wiederaufnahme ist für Mai 2027 geplant.

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