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Kindertheater: Anders sein, gut so sein

1. DEZEMBER 2024 - 31. JANUAR 2025, NüRNBERG

#curt kids, #Familie, #Kindertheater, #Theater Mummpitz, #Theater Pfütze, #Theater Salz & Pfeffer

Ein Krokodilboss, der vor dem Zahnarzt Angst hat, ein Fuchs, der keine Eier stehlen kann, und ein Fisch, der nicht so ganz zu den anderen Meereswesen passen mag: Im Kindertheater dreht sich alles um die Stärken der Andersartigkeit.

Bis zum 08.12. läuft noch RONJA RÄUBERTOCHTER (9+) im THEATER PFÜTZE. Eine urwüchsige Erzählung über das Aufwachsen und das Leben inmitten der ungezähmten Natur. Ein rauer, poetischer Klassiker für alle Draußen-Kinder und die, die es werden wollen. DER GROSSE BÖSE FUCHS (6+) kommt neu am 12.12. ins Programm geschlichen. In der Graphic Novel vom französischen Comic-Künstler Benjamin Renner geht’s um einen Fuchs, der in eine echte Lebenskrise rutscht, weil er scheinbar zu zahm ist. Zusammen mit einer Wölfin schmiedet er deshalb einen Plan: Er will Eier vom Bauernhof klauen und die Küken dann verspeisen. Nur läuft alles anders als gedacht – die Küken schlüpfen und halten ihn für ihre Mama! Plötzlich ist der Fuchs völlig überfordert, besonders weil der Wolf seinen Teil der Beute erwartet. Im neuen Jahr zieht mit WIE DER WAHNSINN MIR DIE WELT ERKLÄRTE (10+) ein Stück über das Erwachsenwerden in Kooperation mit dem Staatstheater auf die Pfütze-Bühne (ab 11.01.). Darin geht es um Lucie, die weg will von zuhause. Denn da zieht Michi ein. Ein Jobangebot kommt da wie gerufen: 20 Euro die Stunde für Hundesitting! Doch „Klinge“ sucht keinen Hundesitter, sondern jemanden, der sein Zauber-Kochbuch schreibt. Lucie nimmt an, entdeckt mit ihm eine neue Sicht auf die Welt und findet ihren eigenen Weg.
www.theater-pfuetze.de

BABY DRONTE (4+), das Stück für die kleinsten Zuschauer:innen, wird noch bis zum 07.12. im THEATER MUMMPTZ aufgeführt. Käpt’n Lüttich und sein Smutje sitzen auf einer Insel fest, weil ihr Boot bei einem Sturm kaputtgegangen ist. Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, nachdem sie ein seltsames Ei am Strand finden, aus dem bald ein noch seltsamer Vogel schlüpft. Weihnachtlich wird es dann ab dem 07.12. mit OX UND ESEL (6+), vor deren Stall ein Schneesturm tobt. Innen im Stall läuft alles aus dem Ruder: Mitten in ihrem Futter liegt plötzlich ein schreiendes Baby. Ox, immer hungrig und genervt, will den kleinen Störenfried schnell loswerden. Der sanftere Esel hat da seine Zweifel, schließlich hat er was von einer gewissen Maria (oder war‘s Mechthild?) und einem Josef gehört, die samt drei wichtigen Leuten mit Geschenken unterwegs sein sollen. Vielleicht ist das schreiende Bündel ja wirklich das Jesuskind? Zeitlich würde das ja passen. Eisig geht es weiter mit einer Uraufführung nach den Gebrüdern Grimm: SCHNEEWITTCHEN (6+). Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarzes Haar – wir kennen das Märchen alle. Die Schaustellertruppe erzählt diese Geschichte ab dem 08.01. neu. Mit Livemusik, echten Bärten und kuriosen Fundstücken – tragisch, lustig und voller Überraschungen!
www.theater-mummpitz.de

Im THEATER SALZ & PFEFFER feierte am 01.12. DER BILLABONGKÖNIG (8+) Premiere. Besagter König heißt Ben und ist ein Krokodil mit einem Problem: Er hat Angst vorm Zahnarzt! Als der arrogante Zahnarzt Kaukasius finstere Pläne gegen ihn schmiedet, beginnt das Abenteuer. Mit Hilfe des tapferen Krokodilwächtervogels stellt sich das Krokodil der vermeintlichen Gefahr. Zusammen lernen sie, dass wahre Stärke im Teamwork liegt. Weiterhin im Programm ist immer wieder DER REGENBOGENFISCH (3+), eine schillernde Unterwassergeschichte über Ausgrenzung und Freundschaften. DAS BESTE BROT DER WELT (3+) taucht auch immer wieder im Programm auf und erzählt auf humorvolle Art eine Geschichte über Lieblingsessen, gesunde Ernährung und Durchsetzungswillen.
www.salzundpfeffer-theater.de




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THEATER MUMMPITZ. Man kann ja nie früh genug mit der Gruppen-Therapie der German Angsthasen und ihrer immerwährenden Vollkasko-Mentalität anfangen. Also schickt das Nürnberger Theater Mummpitz zum Auftakt in die 46. Saison die Generation 6+ mit der hausgemachten Uraufführung Schlimm Schlimm aufs heilende Chaka-Karussell zwischen Schießbude und Geisterbahn. Ja, wenn’s hilft, lautet die sanft blinkende Botschaft.

Der Plüsch-Angsthase erobert symbolisch die Kulisse und Aufmerksamkeit, noch bevor nostalgischer Schallplatten-Sound, wie von Geisterhand in Gang gesetzt, durch die fahle Kinderzimmer-Szenerie knistert. Am Ende überlistet die trostreiche Absicht dieses durchweg leichtfüßigen Mutmachwerks doch glatt die Logik der Wirklichkeit. Dann ist der ganze Spuk in der Geisterbahn Schlimm Schlimm vorbei. Und mit ihr die Ängste, die die neunjährige Luzie mit Vorliebe im Bett umstellen. Ob Mörder, Monster oder Marder, Nacktschnecken oder schlechte Noten, Phantasie-Monster oder Schulflegel – das Gruselige ist immer und überall: Lauert unterm Teppich und dem Bett, als Skelett im Bühnen-Hintergrund oder als handfester Raufbold auf dem Pausenhof.

Meist hilft da eine Stinkbombe oder ein Handkantenschlag zur Bereinigung der bedrohlichen Situation. Manchmal aber auch, den Angstgegner einfach wegzuzwinkern. Weiß die schnelle Eingreiftruppe aus den Erinnerungsfetzen der Filmgeschichte, die mit allen Ticks und Tricks arbeitet und dem Mädchen zur Seite steht. Die Geisterjäger, die man rief, leisten denn auch ganze Komödiantenarbeit. Judy Punk (Sabine Zieser im fließenden Rollentausch zwischen Kraft-Punk und Luzie-Leidensdruck), CoolCool7 (Michael Schramm im James-Bond-Smoking mit Schuhtelefon und Cocktailglas) und Herr Dutschke (Özgür Kantar als schlappohriger Gefühlsanker) treiben diese Suche nach dem Selbstvertrauen voran. Lustigsein verscheucht die Monster in uns und macht gute Laune.

Regisseurin Andrea Maria Erl hat mit dem Trio und Bühnenbildnerin Maria Pfeiffer ein typisches Mummpitz-Stück geschaffen, das Musik und Moral, Humor und Bildwitz vereint. Luzies Bett mutiert zur Riesenrad-Gondel, dient als Schießbude oder fährt als Geisterbahn-Wagen durch den Kleiderschrank. Die Inszenierung setzt mit Schlagzeug, Gitarre und Sax auf den Charme des Dilettantischen und kitzelt auch sonst an den Nerven, legt sie aber nicht blank. Da gerät auch der Schrecken der Geisterbahn zum Schauplatz einer Verwandlung und macht aus Luzie einen ganz neuen, mutigen Menschen. Das Leben könnte so einfach sein. Man müsste einfach mehr auf den Rummelplatz gehen. Diese Besuche sind bekanntlich immer Mutproben.

Die Mummpitz-Gemeinde feierte die Schlimm Schlimm-Premiere jedenfalls. Auch wenn dieses Mal das Ergebnis hinter der Idee zurückblieb. Glanzleistung hin oder: Illusionen dürfen sich weiter lohnen. 

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Theater Mummpitz: Schlimm, schlimm (6+)

Termine

Di 13.10.2026, 10:00 Uhr
Mi 14.10.2026 10:00
Do 15.10.2026 10:00
Fr 16.10.2026 10:00
Sa 17.10.2026 16:00
So 18.10.2026 15:00
Di 20.10.2026 10:00
Mi 21.10.2026 10:00
Do 22.10.2026 10:00
Fr 23.10.2026 10:00
Sa 24.10.2026 16:00
So 25.10.2026 15:00
Mo 26.10.2026 10:00
Di 27.10.2026 10:00
Mi 28.10.2026 10:00
Do 29.10.2026 10:00

Eine Wiederaufnahme ist für Mai 2027 geplant.

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