Staatstheater: Einladung zum Ritual im Neuronalen Netz

13. APRIL 2024 - 30. MAI 2024, STAATSTHEATER

#Premieren, #Staatstheater Nürnberg, #Theater

Das Staatstheater schüttelt sich immer noch ein bissl, um zurechtzukommen mit dem im nächsten Jahr anstehenden Abschied. Schauspiel-Chef Jan-Philipp Gloger verlässt Nürnberg nach sechs erfolgreichen Jahren und folgt dem Ruf ans Wiener Volkstheater, wer könnte es ihm verübeln. Und auch wenn das schade ist für das Staatstheater, tun Wechsel solchen Häusern ja grundsätzlich mal gut und es wird spannend sein, zu sehen, wer Gloger nachfolgt.

Bis dahin ist aber noch viel Theater zu schauen und die kommenden Wochen beweisen eindrucksvoll die Bandbreite, in der das hiesige Haus so operiert! Es ist zum Beispiel nicht weniger als die vielleicht größte Liebesgeschichte der Literaturgeschichte, die uns da erwartet: Shakespeares Romeo und Julia feierte am 13. April Premiere – aber als, Obacht!, Uraufführung. Dem Text dieser Version liegt nämlich eine Art Recherchearbeit in Nürnberg zugrunde: Regisseurin Joanna Praml und Schauspieler Pius Maria Cüppers haben mit Jugendlichen über den Wert von Liebe in unseren Zeiten der Unversöhnlichkeit gesprochen. Die Autorin Dorle Trachternach hat auf dieser Basis zusammen mit der Regisseurin den Text des Abends erarbeitet. Spannend!

Am 2. Mai folgt dann die nächste Premiere in der digitalen Spielstätte, XRT: Deus in Machina ist aber mehr als ein Theaterstück, es ist ein Ritual. Besucher:innen und Schauspieler:innen versammeln sich ums Feuer und beginnen zu erzählen, eigene und fremde Geschichten. Oh weia, muss man das sozusagen interaktiv was machen? Kann gut sein! Vor allem aber geht es um Texte, die nicht von Menschen kommen, sondern von einem neuronalen Netz und die eine Realität beschwören, in der die Menschen nicht für uns arbeiten, sondern mit uns gemeinsam die Wirklichkeit erschaffen. Ein Projekt des Digitaltheater-Duos Cyberräuber. 

Zurück zum guten alten Sprechtheater, in diesem Fall aus der Gegenwart: Maria ist ein Stück des britischen Dramatikers Simon Stephens. Die Titelheldin ist ein schwangerer Teenager mit unbekanntem Kindsvater und schlecht bezahltem Job. Stete Unsicherheit und fehlende Nähe sind die Konstanten in Marias Leben, die sich trotz allem beharrlich ihren Weg bahnt. Ein starkes Frauenportrait, das in Nürnberg von David Bösch inszeniert wird, Schauspieldirektor in Linz, vielfacher Burgtheater-Regisseur und erstmals am Staatstheater. Ab 24.05. 

Und dann gleich wieder zurück in digitale Sphären. Am 30.05. gibt's die nächste Premiere im XRT, Jakob Noltes Variante von Don Quijote, dem "besten Buch der Welt" (Nobelinstitut). Das Ensemblemitglied Jannig Kahnert entwirft in seinem Regiedebüt eine spielerische Welt für Thomas Nunner und Maximlian Pulst, in der heutige Formen von Weltflucht untersucht werden.  

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Staatstheater Nürnberg 
www.staatstheater-nuernberg.de




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#Premieren, #Staatstheater Nürnberg, #Theater

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MAGAZIN  
 
Thomas Köck hat, das hört man eher selten, ein Stück geschrieben, das nicht zum Nachdenken anregen soll. Es zeige einfach nur die Fakten auf. Fast resigniert klingt dementsprechend der Titel: Und alle Tiere rufen: dieser Titel rettet die Welt auch nicht mehr zeigt die Konsequenzen der Existenz und Dominanz des Menschen auf diesem Planeten auf. Regie führt Christoph Dechamps, auf der Bühne steht Thomas Witte. Premiere am 19. April. Das nächste Gostner-Endzeit-szenario folgt dann im Mai: Monte Rosa erzählt von drei Bergsteigern auf den Weg zu den Gipfeln. Für diese drei zählt nichts als der Aufstieg, alle zwischenmenschlichen Beziehungen sind zweckmäßig gedacht. Theresa Dopler hat eine Dystopie geschrieben, in der das Konkurrenzdenken unserer Zeit auf die Spitze getrieben wurde. Premiere: 4. Mai.

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Gostner Hoftheater   
Austraße 70, Nbg.



Salz+Pfeffer
 
Mord im Theater Salz+Pfeffer! Beziehungsweise, schon im Theater Salz+Pfeffer, aber eigentlich in der kleinen Pension Monkswell-Manor in England. Zwei alte Damen hören von dem Fall im Radio und fühlen sich dazu berufen, der Sache nachzugehen und ihn aufzuklären, klar. 
Zum Glück bringen die beiden neben einer Menge englischen Humor auch ausreichend kriminalistisches Gespür mit. Mausefalle ist ein typischer Krimiabend nach Agatha Christie. Paul und Wally Schmidt schlüpfen selbst in die Rollen der ermittelnden Damen. Die verdächtigen Figuren stammen von Ralf Wagner und Uschi Faltenbacher. Termine: 16., 21. und 22. April. 
Und apropos alte Dame: Der Besuch der alten Dame nach Friedrich Dürrenmatt läuft im Salz+Pfeffer in April und Mai ebenfalls weiterhin. Ein Welterfolg des Nachkriegstheaters, in Puppen übersetzt in der Maskenwerkstatt Marianne Meinl.

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Theater Salz+Pfeffer
Frauentorgraben 73, Nbg.

 
 
Ungewöhnliche Produktionen, gerade im Tanzbereich, finden einen Ort in der Tafelhalle. Z.B., wenn man nicht nur mit Menschen performt, sondern auch drei autonom fahrende Soundroboter mit auf die Bühne holt. Mit zwei Tanzenden zusammen bilden die Robos in Alexandra Rauhs Tanz-Performance mit Soundinstallation Glitching Bodies einen Gesamtorganismus, der die Frage aufwirft, wer hier eigentlich von wem beeinflusst wird. Am 21. und 22. April nochmal anschauen. Und dann gleich am 23. April wiederkommen, wenn der liebe Herr Egi Egersdörfer in der Tafelhalle seine Geschichten aus dem Hinterhaus darbietet. Das Ensemble Kontraste ist außerdem gleich zwei Mal zu Gast: Am 29.04. mit Debussy, Bartok und Ravel für vier Hände, an Klavier und Schlagwerk. Am 07.05. dann lädt Schauspielerin Adeline Schebesch ins Dichtercafé, die uns mitnimmt auf Goethes italienische Reise. Dazu hören wir gerne Mozart. 

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Tafelhalle 
Äußere Sulzbacher Str. 62, Nbg.

 
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