Staatstheater: Zwei Personal-Coups für die kommende Spielzeit

12. JUNI 2026 - 26. SEPTEMBER 2026, STAATSTHEATER

#Lene Grösch, #Nürnberg, #Orestie, #Premieren, #Staatstheater

Zwei reguläre Premieren und die Aufführungen in der theaterpädagogischen Sparte Plus stehen noch auf dem Programm und dann war es das mit der ersten Spielzeit von Lene Grösch als neuer Schauspieldirektorin in Nürnberg. Der große Bruch fand nicht statt, das Nürnberger Schauspiel bot allergrößtenteils erfreuliches und manchmal erstaunliches Sprechtheater mit echten Highlights wie Kleiner Mann, was nun oder Heulen mit den Wölfen. Zur Spielzeitpräsentation 25/26 hatte Lene Grösch auch zwei aufregende Personalia zu verkünden.

Zuerst aber auf den Rest der Saison 25/26 geblickt. Mit Happy Birthday gibt’s noch eine Premiere im XRT, dem digital-theatralen Forschungslabor. Mit Malika Scheller bekommt eine junge Regieassistentin des Hauses die Gelegenheit, hier eine eigene Arbeit zu zeigen. Scheller, die nach dem Abi ein freiwilliges soziales Jahr in der Geburtshilfe des Freiburger Klinikums absolviert hat, widmet sich einen Abend lang den erstaunlichen Frauen, die uns ins Leben verhelfen: Hebammen. Premiere am 12.06.

Und dann kommt nochmal ein richtiger antiker Klotz ums Eck: Die Orestie nach Aischylos, eines der ältesten Stücke der Theatergeschichte. Agamemnon, König von Mykene, kehrt vom Krieg um Troja zurück, wird aber nicht freundlich empfangen, sondern von seiner Frau Klytaimestra erschlagen, dann wiederum von seinem Sohn Orestes gerächt. Der kriegt es mit Rachegöttinnen zu tun und am Ende wird die Demokratie eingeführt. Ein blutiges Stück Weltliteratur über Gerechtigkeit und Rache. Robert Icke, Autor von "Die Ärztin", hat sich eine berührende Neubearbeitung in heutiger Sprache geschrieben, die seinen Durchbruch als Autor bedeutete. Der Spezialist für Antike-Inszenierungen Stephan Kimmig soll daraus ein Theaterfest machen. Premiere am 13.06.

Der Theaterjugendclub (16+) hat sich in dieser Spielzeit mit dem überhaupt und gerade in dem Alter wichtigsten aller Themen beschäftigt: Love?! heißt sein Stück, das auch überprüft, ob das, was man mit der Liebe alles erlebt, für die mitschreibende KI nicht eigentlich viel zu komplex ist. Premiere am 03.07. Der autonome Jugendclub hingegen wird in diesem Jahr politisch: Drei WG-Mitbewohner arbeiten gemeinsam an einer politischen Reportage, die an ihren Grundwerten rütteln wird. Links?! feiert ebenfalls am 03.07. Premiere.

Dann geht das Ensemble in den wohlverdienten Sommerurlaub und muss spätestens am 26.09. zurück sein, wenn die neue Spielzeit mit Kafkas Der Prozess startet, inszeniert interessanterweise von Laura Linnenbaum, die zuletzt unter anderem am Berliner Ensemble arbeitete, mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde – und eine gebürtige Nürnbergerin ist.

Besonders spannend sind in dieser kommenden Saison aber die Uraufführungen: Ex-Hausautor Philipp Löhle schreibt ein Stück über die Dassler-Brüder (Die Erfindung der Schuhe, 22.10.), Jetzt-Hausautorin Raphaela Bardutzky über Geistergrusel und realen Miet-Horror (Altbau in zentraler Lage, 04.12.).

Ein echter Coup ist Lene Grösch mit einem Auftrag gelungen: Mit A. L. Kennedy schreibt eine der wichtigsten Autoren der britischen Gegenwartsliteratur für das Staatstheater. Jenny mit den Eisenzähnen untersucht, was mit einer Gesellschaft passiert, der systematisch Freiheit, Wahrheit und Wohlstand entzogen werden. Eine schottische Horrorstory nach wahrer Begebenheit, Premiere am 12.02. Der zweite Coup erweitert das feste Personal: Neben einer Hausautorin bekommt das Staatstheater nun auch eine Haus-Regisseurin, Jana Vetten, geboren in Bamberg, zuletzt ausgezeichnet mit dem maximal renommierten Faust-Preis. In Nürnberg übernahm sie in der laufenden Spielzeit Die Räuber. Sie soll dem Haus drei Jahre erhalten bleiben, ihr erste wirklich eigene Inszenierung hier ist ein russischer Komödienklassiker: Nikolai Gogols Der Revisor (10.04.).

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Staatstheater Nürnberg 
 




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