STAATSTHEATER. Das männliche Geschlecht ist gewalttätig – und die Amazonen ziehen ihre Konsequenzen daraus und wollen ohne Männer leben. Anlässlich der Premiere der Oper Talestri – Königin der Amazonen aus dem Jahr 1763 nutzt das Staatstheater eine Kunstaktion, um auf eine immer noch sehr gegenwärtige Problematik hinzuweisen. Die Idee der Zapatos rojos – Rote Schuhe – stammt von der mexikanischen Künstlerin Elina Chauvet, die 2009 in Juárez Chihuahua erstmals ebensolche auf einem öffentlichen Platz ausstellte: Jedes Paar Schuhe steht für eine Frau, die aufgrund ihres Geschlechts ermordet wurde. Nürnberg wiederholt diese Aktion am 12. November vor dem Opernhaus. Über 120 Paare konnten im Vorfeld bereits gesammelt und in den Werkstätten des Theaters rot eingefärbt werden. Auch am Aktionstag selbst können Interessierte noch Damenschuhe zwischen 15 und 19.30 Uhr mitbringen. Vor Ort können die Schuhe selbst rot eingefärbt und aufgestellt werden. Zapatos rojos appelliert daran, sich mit Frauen in aller Welt zu soldarisieren, die Gewalt erfahren haben. Hedwig Schouten, Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg und Ilaria Lanzino, Regisseurin der Oper „Talestri – Königin der Amazonen“, werden die partizipative Aktion um 15 Uhr mit einer gemeinsamen Begrüßung eröffnen. Im Anschluss an die Aktion werden die gespendeten Schuhe Teil des Bühnenbilds der Oper, die am Sonntag, 13.11. Premiere feiert.

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STAATS. Seit 25 Jahren leistet Adeline Schebesch “hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk” – findet die Bayerische Staatsregierung und verleiht der Schauspielerin am Nürnberger Staatstheater den Bayerischen Verdienstorden. Eine besondere und seltene Auszeichnung: die Zahl der lebenden Träger*innen des Ordens ist auf 2.000 Personen begrenzt. Er symbolisiert den herausragenden Einsatz und das außerordentliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Freistaat für das Gemeinwesen und wird von Ministerpräsident Markus Söder verliehen. Wir finden: eine hervorragende Wahl, Markus! Und gratulieren Adeline Schebesch und dem ganzen Staatstheater mit einem durch die Redaktion donnernden Applaus.

Zur Person:
Kammerschauspielerin Adeline Schebesch erhielt ihre Ausbildung am Max Reinhardt-Seminar in Wien, wo sie anschließend neun Jahre als freie Schauspielerin arbeitete. Seit 1997 ist sie am Staatstheater Nürnberg engagiert. Sie war unter anderem Beatrice in Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“, Minna in Lessings „Minna von Barnhelm“, Olive Neal in „Kugeln überm Broadway“ von Woody Allen, die Johanna in Schillers „Die Jungfrau von Orleans“, Narbonne in „Der Parasit“, als Solistin in Eve Enslers „Vagina Monologe“, Maria Tura in „Sein oder Nichtsein“, die Marquise de Merteuil in Heiner Müllers „Quartett“, Anna Petrowna in „Platonow“ von Tschechow, Barbara Fordham in „August/Osage County“, Teiresias in der Antikenbearbeitung „Ödipus.Stadt“ von John von Düffel, die Staatsanwältin in Ferdinand von Schirachs „Terror“, Sie in „Gift“ von Lot Vekemans und Alice in „Robert Redfords Hände selig“ von Rebekka Kricheldorf.
Seit 2018/19 war sie u. a. die Erzählerin in „Die Musik war schuld“ unter der Regie von Selen Kara und der musikalischen Leitung von Vera Mohrs, Judith in Kehlmanns „Heilig Abend“ und eine Spielerin in „Sexarbeit“, ein Rechercheprojekt von Wenzel Winzer. Nach den Stücken „Letzt(e) Stunde(n)“ und „Körper“ am Staatstheater Nürnberg hat sie speziell für den digitalen Fundus des Staatstheaters die Audio-Serie „
Irrlichter über dem Dutzendteich“ (2020) und die 5-teilige lecture performance „Shakespeare Sonnets Pocket Soap“ (2021-2022) in einer deutschen und einer englischen Fassung realisiert. 1998 und 2002 erhielt sie den Darstellerpreis der Bayerischen Theatertage. 2012 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt.

In dieser Spielzeit ist Adelina Schebesch u. a. in „Was ihr wollt“, „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ (Premiere: 4.11.2022) und „Saal 600: Spurensuche“ am Staatstheater Nürnberg zu erleben. Am 14.10.2022 liest sie gemeinsam mit Oliver Karbus aus dem Leben einer Widerstandskämpferin im Salzkammergut: „Resi Pesendorfer – … dass man nicht ganz umsonst ist auf der Welt.“. Am 18.11.2022 lässt sie gemeinsam mit Schauspiel-Musikerin Vera Mohrs einige der Sonette der Lecture Performance-Reihe aus dem Digitalen Fundus „Shakespeare Sonnets Pocket Soap“ live auf der Bühne der 3. Etage im Schauspielhaus aufleben.  >>
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