Staatstheater: Tod und Rache und alles im Schauspiel

1. FEBRUAR 2023 - 31. MäRZ 2023, STAATSTHEATER

#Jan-Philipp Gloger, #Lucy Kirkwood, #Staatstheater Nürnberg, #Theater, #Vendetta

Der Tod. Der ist erstmal ein Downer. Aber einer, der uns alle irgendwann betrifft und der von allen meist erfolgreich verdrängt wird. Schluss damit!, findet der Autor und Regisseur Wenzel Winzer und holt den Tod ab Februar nach Nürnberg – auf die Staatstheaterbühne.

Winzer fertigt Recherchearbeiten für Theater an. 2021 widmete er sich fürs Nürnberger Staatstheater bereits der Sex Arbeit, also Prostitution. Diesmal geht's ans Ende. In Exit – Sterben für Anfänger*innen kommen Menschen zu Wort, die tagtäglich mit dem Tod zu tun haben: Sterbegleiter*innen, Mediziner*innen, Seelsorger*innen. Ihre Perspektiven finden Eingang in einen Theaterabend, in dessen Verlauf der Tod selbst von sich erzählen soll. Premiere am 03. Februar.

Am 05. Februar laden Mitglieder des Staatstheater-Ensembles in die Kirche. Die musikalische Leiterin am Schauspiel, Vera Mohrs, gestaltet die Vesperkirche in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche. Wir hören Lieder aus den Inszenierungen Alice im Wunderland und Where I end an you begin (das ab 15. Februar in den Spielplan zurückkehrt) sowie aus Veras Soloprogramm, das uns detailverliebt und versponnen in seinen Bann zieht.

Schauspielchef Jan-Philipp Gloger huldigt dann ab 10. Februar einem Gefühl mit schlechtem Leumund: der Rache. Vendetta Vendetta heißt der Text von Thomas Köck, der in Glogers Regie Premiere feiert. Köck weiß: In der Realität mag die Rache geächtet sein, in der Literatur jedoch ist sie unverzichtbar. Man denke an Medea, Michael Kohlhaas, Dr. Bartolo oder, endlich einer, den wir auch kennen, Batman. Um diese und viele weitere Ausdrucksformen von Rache zu verkörpern, bittet Gloger Künstler*innen aller drei Sparten von Bayerns größtem Dreispartenhaus  auf die Bühne. Das ist mindestens selten, wenn nicht sogar überhaupt noch nie dagewesen.

Blick gen Ende März. In Moskitos von Lucy Kirkwood lernen wir zunächst zwei Schwestern kennen, Alice und Jenny. Alice ist hochbegabt und arbeitet am CERN in der Schweiz, Jenny ist weniger hochbegabt und arbeitet in einem Callcenter. Mit ihrer Mutter, einer brillanten Forscherin führen sie einen nie enden wollenden Streit. Am Vorabend eines wegweisenden Experiments am Teilchenbeschleuniger treffen die beiden ungleichen Frauen aufeinander und verzetteln sich in einer Debatte über die Beziehungen, die Politik, die Welt und überhaupt alles. Moskitos wird inszeniert von der österreichischen Regisseurin Bérénice Hebenstreit (Nestroy-Preis nominiert in 2021), Premiere am 25. März.

Blick zurück: Bereits im Januar feierte die gewitzte Uraufführung Gaia rettet die Welt in der Regie von Branko Janack Premiere. Der Text, der von der Schöpfung der Leute durch Gaia, Zeug und Prometheus erzählt und davon, wie die dann alles Schöne kaputt gemacht haben, stammt von der jungen, aufstrebenden Autorin Nele Stuhler. Theater über das Thema unserer Zeit, den Klimawandel, aber mit viel Witz und Frechheit.
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Staatstheater Nürnberg


 




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MAGAZIN  
 
Thomas Köck hat, das hört man eher selten, ein Stück geschrieben, das nicht zum Nachdenken anregen soll. Es zeige einfach nur die Fakten auf. Fast resigniert klingt dementsprechend der Titel: Und alle Tiere rufen: dieser Titel rettet die Welt auch nicht mehr zeigt die Konsequenzen der Existenz und Dominanz des Menschen auf diesem Planeten auf. Regie führt Christoph Dechamps, auf der Bühne steht Thomas Witte. Premiere am 19. April. Das nächste Gostner-Endzeit-szenario folgt dann im Mai: Monte Rosa erzählt von drei Bergsteigern auf den Weg zu den Gipfeln. Für diese drei zählt nichts als der Aufstieg, alle zwischenmenschlichen Beziehungen sind zweckmäßig gedacht. Theresa Dopler hat eine Dystopie geschrieben, in der das Konkurrenzdenken unserer Zeit auf die Spitze getrieben wurde. Premiere: 4. Mai.

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Gostner Hoftheater   
Austraße 70, Nbg.



Salz+Pfeffer
 
Mord im Theater Salz+Pfeffer! Beziehungsweise, schon im Theater Salz+Pfeffer, aber eigentlich in der kleinen Pension Monkswell-Manor in England. Zwei alte Damen hören von dem Fall im Radio und fühlen sich dazu berufen, der Sache nachzugehen und ihn aufzuklären, klar. 
Zum Glück bringen die beiden neben einer Menge englischen Humor auch ausreichend kriminalistisches Gespür mit. Mausefalle ist ein typischer Krimiabend nach Agatha Christie. Paul und Wally Schmidt schlüpfen selbst in die Rollen der ermittelnden Damen. Die verdächtigen Figuren stammen von Ralf Wagner und Uschi Faltenbacher. Termine: 16., 21. und 22. April. 
Und apropos alte Dame: Der Besuch der alten Dame nach Friedrich Dürrenmatt läuft im Salz+Pfeffer in April und Mai ebenfalls weiterhin. Ein Welterfolg des Nachkriegstheaters, in Puppen übersetzt in der Maskenwerkstatt Marianne Meinl.

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Theater Salz+Pfeffer
Frauentorgraben 73, Nbg.

 
 
Ungewöhnliche Produktionen, gerade im Tanzbereich, finden einen Ort in der Tafelhalle. Z.B., wenn man nicht nur mit Menschen performt, sondern auch drei autonom fahrende Soundroboter mit auf die Bühne holt. Mit zwei Tanzenden zusammen bilden die Robos in Alexandra Rauhs Tanz-Performance mit Soundinstallation Glitching Bodies einen Gesamtorganismus, der die Frage aufwirft, wer hier eigentlich von wem beeinflusst wird. Am 21. und 22. April nochmal anschauen. Und dann gleich am 23. April wiederkommen, wenn der liebe Herr Egi Egersdörfer in der Tafelhalle seine Geschichten aus dem Hinterhaus darbietet. Das Ensemble Kontraste ist außerdem gleich zwei Mal zu Gast: Am 29.04. mit Debussy, Bartok und Ravel für vier Hände, an Klavier und Schlagwerk. Am 07.05. dann lädt Schauspielerin Adeline Schebesch ins Dichtercafé, die uns mitnimmt auf Goethes italienische Reise. Dazu hören wir gerne Mozart. 

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Tafelhalle 
Äußere Sulzbacher Str. 62, Nbg.

 
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