Das Schloss: Staatstheater macht Nürnberg zu Kafka-Kulisse

14. JULI 2020 - 23. JULI 2020, NüRNBERG

#Audiowalk, #Das Schloss, #Kafka, #Nürnberg, #Staatstheater Nürnberg, #Theater

Der Landvermesser K. möchte sich dem Schloss nähern, in dem rätselhafte Bürokraten sitzen, die die Bewohner des Dorfes kontrollieren. Sein Vorhaben scheitert, er muss umdrehen, warum ist nicht ganz klar. Die Dorfbewohner beobachten K.s Bemühungen mit Argwohn. Wer kennt das nicht, wer fühlt sich nicht auch manchmal ganz genau so wie der Held von Franz Kafkas Romanfragment Das Schloss? Gerade hier, in Nürnberg, der Stadt, über der eine Burg thront. Das Staatstheater macht sich diesen Umstand zunutze. 

Wenn Corona Aufführungen in geschlossenen Räumen so derart erschwert, müssen wir eben nach draußen gehen. Das dachte sich das Staatstheater-Ensemble und entwickelte unter der Leitung von Regisseur Kieran Joel den theatralen Audiowalk, Das Schloss. Eigentlich sollten sich schon längst die grüppchenweise angeleiteten Zuschauer*innen durch die Stadt bewegen, dann kam der Coronafall im Umfeld dazwischen und zwang die Schauspieler*innen noch einmal in zweiwöchige Quarantäne. Das Schloss feiert am 14. Juli Premiere.

Kafkas unfertiger Roman bietet dabei eine ziemlich geeignete Vorlage, um Rückschlüsse auf unsere seltsam gewordene Gegenwart zu versuchen. Der Landvermesser K. ist mit Regeln konfrontiert, die er nicht versteht und die sich ständig zu ändern scheinen. Er ringt mit einem unsichtbaren Feind, die Situation entzieht sich seiner Kontrolle. Das kommt uns bekannt vor. Und dann sind da noch diese misstrauischen, schwierigen Dorfbewohner*innen, aber das kennen wir hier ja nicht anders.

Der Staatstheater-Audiowalk funktioniert folgendermaßen: Geführt von einem Guide bewegt sich die Gruppe auf einem Weg durch die Stadt und zur Burg. Via Kopfhörern entfaltet sich dabei, passend zur zum jeweiligen Zeitpunkt erreichten Umgebung, die Handlung des Romans, eingesprochen von Mitgliedern des Ensembles. Der Stadtraum, den man einheimisch häufig achtlos passiert, verwandelt sich in dem Moment funktional zu einer Kulisse. Die Burg ist ein Schloss und jeder Passant steht im Verdacht, ein Eingeweihter zu sein. Je näher man dem Schloss kommt, desto kafkaesker der Spaziergang.

Der Audio-Walk findet fünf Mal pro Tag statt und noch bis zum 23. Juli.

Tickets gibts hier: Staatstheater Nürnberg




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MAGAZIN  
 
Thomas Köck hat, das hört man eher selten, ein Stück geschrieben, das nicht zum Nachdenken anregen soll. Es zeige einfach nur die Fakten auf. Fast resigniert klingt dementsprechend der Titel: Und alle Tiere rufen: dieser Titel rettet die Welt auch nicht mehr zeigt die Konsequenzen der Existenz und Dominanz des Menschen auf diesem Planeten auf. Regie führt Christoph Dechamps, auf der Bühne steht Thomas Witte. Premiere am 19. April. Das nächste Gostner-Endzeit-szenario folgt dann im Mai: Monte Rosa erzählt von drei Bergsteigern auf den Weg zu den Gipfeln. Für diese drei zählt nichts als der Aufstieg, alle zwischenmenschlichen Beziehungen sind zweckmäßig gedacht. Theresa Dopler hat eine Dystopie geschrieben, in der das Konkurrenzdenken unserer Zeit auf die Spitze getrieben wurde. Premiere: 4. Mai.

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Gostner Hoftheater   
Austraße 70, Nbg.



Salz+Pfeffer
 
Mord im Theater Salz+Pfeffer! Beziehungsweise, schon im Theater Salz+Pfeffer, aber eigentlich in der kleinen Pension Monkswell-Manor in England. Zwei alte Damen hören von dem Fall im Radio und fühlen sich dazu berufen, der Sache nachzugehen und ihn aufzuklären, klar. 
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Und apropos alte Dame: Der Besuch der alten Dame nach Friedrich Dürrenmatt läuft im Salz+Pfeffer in April und Mai ebenfalls weiterhin. Ein Welterfolg des Nachkriegstheaters, in Puppen übersetzt in der Maskenwerkstatt Marianne Meinl.

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Theater Salz+Pfeffer
Frauentorgraben 73, Nbg.

 
 
Ungewöhnliche Produktionen, gerade im Tanzbereich, finden einen Ort in der Tafelhalle. Z.B., wenn man nicht nur mit Menschen performt, sondern auch drei autonom fahrende Soundroboter mit auf die Bühne holt. Mit zwei Tanzenden zusammen bilden die Robos in Alexandra Rauhs Tanz-Performance mit Soundinstallation Glitching Bodies einen Gesamtorganismus, der die Frage aufwirft, wer hier eigentlich von wem beeinflusst wird. Am 21. und 22. April nochmal anschauen. Und dann gleich am 23. April wiederkommen, wenn der liebe Herr Egi Egersdörfer in der Tafelhalle seine Geschichten aus dem Hinterhaus darbietet. Das Ensemble Kontraste ist außerdem gleich zwei Mal zu Gast: Am 29.04. mit Debussy, Bartok und Ravel für vier Hände, an Klavier und Schlagwerk. Am 07.05. dann lädt Schauspielerin Adeline Schebesch ins Dichtercafé, die uns mitnimmt auf Goethes italienische Reise. Dazu hören wir gerne Mozart. 

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Tafelhalle 
Äußere Sulzbacher Str. 62, Nbg.

 
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