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Glückwunsch, Blumen, Konfetti! Bayrischer Kulturpreis geht ans Theater Mummpitz

DONNERSTAG, 15. JULI 2021, THEATER MUMMPITZ

#Bayrische Landesstiftung, #Glückwunsch, #Kindertheater, #Kulturpreis, #Theater Mummpitz

Als in St. Leonhard am Mittwoch die Sektkorken knallten, war das wahrscheinlich bis Erlangen zu hören. Im Theater Mummpitz gibt’s was zu feiern und da wir als Medienpartner und Theaterkucker dem Mummpitz schon lange freundschaftlich verbunden sind, freut uns das wahrscheinlich mindestens genauso: Das Theater Mummpitz erhält den mit 10.000 Euro dotierten Kulturpreis der Bayrischen Landesstiftung. Das Kindertheater, das im vergangenen Jahr seinen 40. Geburtstag feierte, gehört zu den ältesten seiner Art in Bayern. Und ist dabei immer mehr als nur das – das Team um Andrea Maria Erl erweitert das Kindertheater um neue Formen, wie zuletzt mit der begehbaren Jubiläuminstallation Gritta vom Dach, unterhält Kinder auf lehrreiche Weise ohne pädagogischen Zeigefinger und hat immer auch den Blick für das Geschehen drumherum und im europäischen Ausland; das Mummpitz ist auch Brutstätte und bis heute Organisator des internationalen Kindertheaterfestivals Panoptikum.
Die Bayrische Landesstiftung zeichnet mit ihren Preisen jedes Jahr hervorragende Leistungen in den Bereichen Kultur, Soziales und Umwelt aus, sie sollen Anerkennung hervorragender Leistungen sein aber auch Ansporn weiterzumachen. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch, Theater Mummpitz!

Theater Mummpitz
Michael-Ende-Str. 17, Nürnberg




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#Bayrische Landesstiftung, #Glückwunsch, #Kindertheater, #Kulturpreis, #Theater Mummpitz

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THEATER MUMMPITZ. Man kann ja nie früh genug mit der Gruppen-Therapie der German Angsthasen und ihrer immerwährenden Vollkasko-Mentalität anfangen. Also schickt das Nürnberger Theater Mummpitz zum Auftakt in die 46. Saison die Generation 6+ mit der hausgemachten Uraufführung Schlimm Schlimm aufs heilende Chaka-Karussell zwischen Schießbude und Geisterbahn. Ja, wenn’s hilft, lautet die sanft blinkende Botschaft.

Der Plüsch-Angsthase erobert symbolisch die Kulisse und Aufmerksamkeit, noch bevor nostalgischer Schallplatten-Sound, wie von Geisterhand in Gang gesetzt, durch die fahle Kinderzimmer-Szenerie knistert. Am Ende überlistet die trostreiche Absicht dieses durchweg leichtfüßigen Mutmachwerks doch glatt die Logik der Wirklichkeit. Dann ist der ganze Spuk in der Geisterbahn Schlimm Schlimm vorbei. Und mit ihr die Ängste, die die neunjährige Luzie mit Vorliebe im Bett umstellen. Ob Mörder, Monster oder Marder, Nacktschnecken oder schlechte Noten, Phantasie-Monster oder Schulflegel – das Gruselige ist immer und überall: Lauert unterm Teppich und dem Bett, als Skelett im Bühnen-Hintergrund oder als handfester Raufbold auf dem Pausenhof.

Meist hilft da eine Stinkbombe oder ein Handkantenschlag zur Bereinigung der bedrohlichen Situation. Manchmal aber auch, den Angstgegner einfach wegzuzwinkern. Weiß die schnelle Eingreiftruppe aus den Erinnerungsfetzen der Filmgeschichte, die mit allen Ticks und Tricks arbeitet und dem Mädchen zur Seite steht. Die Geisterjäger, die man rief, leisten denn auch ganze Komödiantenarbeit. Judy Punk (Sabine Zieser im fließenden Rollentausch zwischen Kraft-Punk und Luzie-Leidensdruck), CoolCool7 (Michael Schramm im James-Bond-Smoking mit Schuhtelefon und Cocktailglas) und Herr Dutschke (Özgür Kantar als schlappohriger Gefühlsanker) treiben diese Suche nach dem Selbstvertrauen voran. Lustigsein verscheucht die Monster in uns und macht gute Laune.

Regisseurin Andrea Maria Erl hat mit dem Trio und Bühnenbildnerin Maria Pfeiffer ein typisches Mummpitz-Stück geschaffen, das Musik und Moral, Humor und Bildwitz vereint. Luzies Bett mutiert zur Riesenrad-Gondel, dient als Schießbude oder fährt als Geisterbahn-Wagen durch den Kleiderschrank. Die Inszenierung setzt mit Schlagzeug, Gitarre und Sax auf den Charme des Dilettantischen und kitzelt auch sonst an den Nerven, legt sie aber nicht blank. Da gerät auch der Schrecken der Geisterbahn zum Schauplatz einer Verwandlung und macht aus Luzie einen ganz neuen, mutigen Menschen. Das Leben könnte so einfach sein. Man müsste einfach mehr auf den Rummelplatz gehen. Diese Besuche sind bekanntlich immer Mutproben.

Die Mummpitz-Gemeinde feierte die Schlimm Schlimm-Premiere jedenfalls. Auch wenn dieses Mal das Ergebnis hinter der Idee zurückblieb. Glanzleistung hin oder: Illusionen dürfen sich weiter lohnen. 

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Theater Mummpitz: Schlimm, schlimm (6+)

Termine

Di 13.10.2026, 10:00 Uhr
Mi 14.10.2026 10:00
Do 15.10.2026 10:00
Fr 16.10.2026 10:00
Sa 17.10.2026 16:00
So 18.10.2026 15:00
Di 20.10.2026 10:00
Mi 21.10.2026 10:00
Do 22.10.2026 10:00
Fr 23.10.2026 10:00
Sa 24.10.2026 16:00
So 25.10.2026 15:00
Mo 26.10.2026 10:00
Di 27.10.2026 10:00
Mi 28.10.2026 10:00
Do 29.10.2026 10:00

Eine Wiederaufnahme ist für Mai 2027 geplant.

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