NBG.POP 2020: Kein Festival war nie eine Option!

9. OKTOBER 2020 - 10. OKTOBER 2020, NüRNBERG

#David Lodhi, #Festival, #Interview, #Konferenz, #Nürnberg Pop, #Thomas Eckert, #Tommy Wurm

Da hat Kultur-Nürnberg kollektiv gebannt hingeschaut: Was macht Nürnberg Pop in 2020? Die frohe Botschaft: Festival und Konferenz finden statt, wenn auch anders als gewohnt. Weil Pop wichtig ist, weil Nürnberg Pop ein Lebenszeichen senden will, weil es geht. Stand heute sind die Konzerte von apanorama, Elena Steri, Telquist und Co. ausverkauft. An den Panels und ausgewählten Konzerten wird man aber kostenfrei (gegen Spende) digital teilnehmen können. Wir haben uns die Festivalchefs David Lodhi, Tommy Wurm und Thomas Eckert geschnappt und mit ihnen über besondere Umstände, Finanzierungssorgen und die bockstarke bayerische Musikszene gesprochen. 

CURT: Warum genau macht ihr Nbg.Pop, trotz der Corona-Limitationen?
NBG POP BUBEN: Wir glauben, es ist wichtig, dass Menschen in diesen Zeiten Kultur erleben können. Es ist auch in unserer Verantwortung, im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu beizutragen. Es ist die Welt, die wir alle miteinander aufgebaut haben, in der unsere Kultur, unsere Popkultur eine elementare Rolle spielt. Irgendwann soll sie so zurückkommen, wie wir sie kennen und lieben. Auf dem Weg dahin möchten wir den Menschen einen Lichtblick geben. 

Wann habt ihr euch entschieden, das Festival trotz allem zu realisieren?
Es stand für uns nie zur Diskussion, nichts zu machen. In der Zeit von Mitte März bis tief in den Sommer hinein haben wir verschiedene Konzepte aufgesetzt und in enger Zusammenarbeit mit den Behörden der Stadt Nürnberg diskutiert. Wir sind sehr froh darüber, ein Modell entwickelt zu haben, das alle Vorgaben erfüllt. 

Finanziert sich das? 
Verdienen tun wir dabei nichts. Sowohl wir, als auch unser enges Team, arbeiten dieses Jahr so gut wie ehrenamtlich. Es ist ein großartiges Gefühl, zu wissen, dass die Menschen, die uns die letzten Jahre als fester Bestandteil unserer Crew begleitet haben, auch durch dieses Jahr mit uns gehen. Dieses Wir-Gefühl gibt uns viel Kraft. 

Wie gehen Sponsoren dieses Jahr mit euch um?
Das ist unterschiedlich. Wir sind im Haushalt der Stadt Nürnberg mit einer Kostenstelle verankert, die aufgrund von Corona nicht gekürzt worden ist. Dafür sind wir unserer Kulturbürgermeisterin und ihrem Kulturreferat sehr dankbar. Auch die Initiative Musik (Bund), BY-on (Land) und Pop! Rot Weiß (Bezirk Mittelfranken) sind mit an Bord geblieben, was uns sehr hilft. Bei den Sponsoren aus der freien Wirtschaft ist es schwer, jemandem die vorläufige Beendigung der Partnerschaft vorzuwerfen. Die Zeiten sind für alle hart. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass mit der Sparkasse Nürnberg und unserem Technikpartner Eggs & Bulbs zwei unserer großen Partner mit an Bord geblieben sind – vielen Dank dafür. Auch den vielen kleinen Kooperationen mit Spielstätten, Hotelpartnern, Getränkepartnern und nicht zuletzt unserem Ticketanbieter sind wir sehr dankbar. Ohne all das wäre Nürnberg Pop nicht machbar. Ein bisschen Sorge macht uns die Entwicklung im Bereich Sponsoring, wenn wir in die kommenden Jahre blicken. Es werden nicht mehr viele übrig bleiben … 

Wird Nbg.Pop 2021 anders oder gar besser als 2019? 
Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Wer kann das schon? Wir hoffen auf den best case, planen aber auch für den worst case. Wir laden euch gerne zu einem Panel der Kaffeesatzleserei an, den wir an Halloween aufsetzen. Wird schön gruselig, versprochen. 

Das Reeperbahn Festival gilt als Vorbild. Wie habt ihr das Festival unter den Corona-Auflagen empfunden?
Das Reeperbahn Festival mit seinen finanziellen Möglichkeiten hat sicherlich eine perfekte Bestandsaufname von dem, was momentan möglich ist, hingestellt. Wir haben uns viele Panels und Podiumsdiskussionen der digital abgehaltenen Conference angesehen, was sehr spannend war. Vor Ort waren wir heuer nicht. Das alles ist auf Festivals wie Nürnberg Pop aber nur schwer übertragbar, einfach, weil das Reeperbahn Festival ein anderes Budget hat. Sollte Nürnberg Europäische Kulturhauptstadt werden, was wir hoffen, sehen wir die Stadt uns gegenüber durchaus ein wenig in der Pflicht, gemeinsam die nächsten Schritte anzuvisieren und unsere Vernetzungsarbeit auf nationaler und europäischer Ebene noch stärker zu unterstützen. Falls Nürnberg nicht Kulturhauptstadt wird, übrigens auch. 

Ihr habt euch, was das Line-up angeht, auf die bayrische Musikszene fokussiert. War es schwer, Künstler*innen zu finden, die euren Ansprüchen genügen?
Unsere regionale Szene ist bockstark. Andererseits ist es im Moment kaum möglich, Bands von weiter her, geschweige denn aus anderen europäischen Ländern zu bekommen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. 

Wie ist das Feedback der gebuchten Bands? 
Wir haben ganz viel tolles Feedback von den Bands und Künstler*innen bekommen. Klar, viele Gelegenheiten, im Moment aufzutreten, gibt es eh nicht und ein Auftritt beim Nürnberg Pop Festival hat natürlich auch eine andere Reichweite. 

Das Festival ist ausverkauft. Inwiefern kann man an Nürnberg Pop digital teilnehmen?
Wir streamen unsere Pop-Konferenz und einige ausgewählte Konzerte für alle Dringebliebenen. Das Ganze kostet nichts, aber wir bitten um Spenden, auch, um unsere Festival-Infrastruktur so aufrechterhalten zu können, wie sie ist. Alle nötigen Links dazu finden sich auf unserer Internetseite. 

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Nürnberg Pop Festival 
Samstag, 10. Oktober, ab 19 Uhr, in: Katharinenruine, HINZ x KUNZ, Apollo Kino und KORN´S (Kornmarkt 5-7-). Aber: Ist leider schon alles ausverkauft.
Tickets gibt es noch (Stand 01.10.) für die Daytime Show in der Katharinenruine von 14:30 bis 17 Uhr mit den beiden Acts [LEAK] und Apaath. EUR 12,- zzgl. VVK-Gebühren + (freiwilliger) Spende. Achtung, limitiert auf 100 Tickets!
Gesamtes Line-up: lilly among clouds (Duo mit Cello), The Green Apple Sea (Duo), Telquist, Umme Block, Hannah & Falco, John Steam Jr, elena steri, Fischer&Rabe, apanorama, Laura Heller, Skull Sized Kingdoms, [LEAK], Apaath.

Nürnberg Pop Konferenz 
9. und 10. Oktober
Mit 4 Panels wird das Thema „Popkultur & Corona“ von verschiedenen Perspektiven her betrachtet. Es wird in die Zukunft geblickt, die Entwicklung von Nürnberg und seiner Pop-/Nachtkultur beleuchtet und die Kulturhauptstadtbewerbung kurz vor Bekanntgabe des Gewinners nochmals gestreift.
Die Panels werden live aus dem KunstKulturQuartier gestreamt, man kann mitdiskutieren und Fragen stellen. Host und Unterhalter: Comedian und curt-Kolumnist Matthias Egersdörfer.

Alle Informationen und Stream auf: www.nuernberg-pop.com 
Wie immer und trotz allem mit dem Medienpartner curt!




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