KONGRESSHALLE. Der FreieSzene e.V. – Verband der freien darstellenden Künste in der Metropolregion will seine eigene Arbeit nachhaltiger gestalten und gründet dafür die Initiative segment#BRAUCHBAR. Denn auch Theaterarbeit produziert Abfall und das muss ja vielleicht nicht so sein. In der Kongresshalle soll nun ein Ort geschaffen werden, um Bühnenbilder, Requisiten, Kostüme, etc. vor der Entsorgung zu bewahren. Fachleute erfassen und sortieren die Waren, Kunstschaffende, Schulen, gemeinnützige Organisationen können günstig darauf zugreifen. Ein Angebot an Workshops und Weiterbildung vermittelt praktisches Wissen zum Thema Recycling und nachhaltiger Produktion. Der Fundus #Tragbar fokussiert speziell auf Kleidung, sprich Kostüme. Die Stadt Nürnberg hat dafür einen Raum im Segment#16 der Kongresshalle zur Verfügung gestellt, der ein Lager wird, aber auch ein Bildungsort des Austausches und der Vernetzung werden soll. Offizielle Eröffnung: 13.11., 13 bis 17.30 Uhr,

Es sprechen im Veranstaltungsraum im Dokuzentrum (13 – 15.30 Uhr):


Britta Walthelm – Umweltreferentin der Stadt Nürnberg (Grußwort)
Isgard Rhein – Behörde für Kultur und Medien Hamburg
Verena von Zerboni – Theater Regensburg, Leitung Kostüm
Bettina Weber – IfM / Initiative für Materialkreisläufe, Konglomerat e.V. Dresden
Anna Hielscher – Pristudo Harmlose Kunst e.V. (www.harmlose-kunst.de)
Moderation:
Dr. Andreas Böhm – Bayern Innovativ GmbH

Weiter im Arkadengang ab 16 Uhr: 

Grußworte:
OBM Marcus König
Altbürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner
Klangperformance:
REAE (Rémy Bocquillon)
Tanz / Materialerweckung (Segment 16):
Mind and Dance Nürnberg – Leonie Berger, Alicia Janke, Anna Lechner, Juliane Ott, 
Jessica Trenner, Cecilia Winter
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MARIE 15. In München habe sie es gerade vorgemacht: Fast 64.000 Unterschriften haben die Organisator:innen des dortigen Baumentscheids im Rathaus abgegeben. Die Unterzeichnenden fordern die Pflanzung von mindestens 12.000 Bäumen, um 30 Prozent der Münchner Straßen mit Baumkronen zu überdecken. Jetzt muss sich der Stadtrat mit den Zielen des Bürgerbegehrens auseinandersetzen. Auch in anderen Städten wie Berlin und Stuttgart gibt es Entwürfe von Baumentscheid-Gruppen, die sich für Auffordertung der Stadt einsetzen – zur Beschattung und Abkühlung, gegen den Klimawandel. Zeit, dass Nürnberg nachzieht! Eine neue Initiative findet: Auch diese Stadt braucht mehr Baum! Das erste Treffen findet statt am 29.10. ab 19.30 Uhr in der Marie 15, Marienstraße 15 und ist für alle Interessierten offen. Anmeldung: caroline.haase@posteo.de  >>
FüRTH. Manchmal haben die Künstler:innen das ja nicht so gerne, wenn man ihnen beim Schaffen ständig über die Schulter schaut und neugierige Fragen stellt. Die Türen zu den Ateliers sind deshalb meistens zu. Nicht so beim Gastspiel Wochenende des Kulturring C in Fürth. 

Seit fast 30 Jahren gibt es diese zwei Tage der offenen Ateliers. Rund 35 Räume sind in diesem Jahr für interessierte Besucher:innen geöffnet. Und das heißt einerseits: Künstler:innen kennenlernen und entdecken, was die da eigentlich so treiben. Und andererseits auch: Malerische und versteckte Orte der hübschen Kleeblattstadt aufstöbern.

Auch in diesem Jahr sieht das Konzept eine kooperative Besonderheit vor, denn: Die jeweiligen Gastgeber:innen laden sich für dieses Wochenende noch weitere kunstschaffende Personen mit ein. So entstehen temporäre Gruppenausstellungen zeitgenössischer Positionen. Zum Beispiel mit Malerei von Karin von Beyer und Skulpturen von Sandra Zenk in der Lagerstraße. Oder Druckgrafik von Franz Janetzko mit Malerei von Wolf Sakowski im Atelier Janetzko. Oder Zeichnungen von Anders Möhl mit Malerei von Max Hanisch in der A.theke. Auch Kulturorte wie jener in der Badstraße 8 oder die Auferstehungskirche beteiligen sich am Programm. Eine Karte mit allen Gastspiel-Locations kann man auf der Seite durch Kulturring C herunterladen, ausdrucken, einlaminieren und los geht‘s! 

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Gastspiel – Offene Ateliers in Fürth
Samstag, 17.10., 14–21 Uhr  /  Sonntag, 18.10., 11–18 Uhr 
www.kulturringc.net  /  www.senf.xyz  >>
THEATER MUMMPITZ. Man kann ja nie früh genug mit der Gruppen-Therapie der German Angsthasen und ihrer immerwährenden Vollkasko-Mentalität anfangen. Also schickt das Nürnberger Theater Mummpitz zum Auftakt in die 46. Saison die Generation 6+ mit der hausgemachten Uraufführung Schlimm Schlimm aufs heilende Chaka-Karussell zwischen Schießbude und Geisterbahn. Ja, wenn’s hilft, lautet die sanft blinkende Botschaft.

Der Plüsch-Angsthase erobert symbolisch die Kulisse und Aufmerksamkeit, noch bevor nostalgischer Schallplatten-Sound, wie von Geisterhand in Gang gesetzt, durch die fahle Kinderzimmer-Szenerie knistert. Am Ende überlistet die trostreiche Absicht dieses durchweg leichtfüßigen Mutmachwerks doch glatt die Logik der Wirklichkeit. Dann ist der ganze Spuk in der Geisterbahn Schlimm Schlimm vorbei. Und mit ihr die Ängste, die die neunjährige Luzie mit Vorliebe im Bett umstellen. Ob Mörder, Monster oder Marder, Nacktschnecken oder schlechte Noten, Phantasie-Monster oder Schulflegel – das Gruselige ist immer und überall: Lauert unterm Teppich und dem Bett, als Skelett im Bühnen-Hintergrund oder als handfester Raufbold auf dem Pausenhof.

Meist hilft da eine Stinkbombe oder ein Handkantenschlag zur Bereinigung der bedrohlichen Situation. Manchmal aber auch, den Angstgegner einfach wegzuzwinkern. Weiß die schnelle Eingreiftruppe aus den Erinnerungsfetzen der Filmgeschichte, die mit allen Ticks und Tricks arbeitet und dem Mädchen zur Seite steht. Die Geisterjäger, die man rief, leisten denn auch ganze Komödiantenarbeit. Judy Punk (Sabine Zieser im fließenden Rollentausch zwischen Kraft-Punk und Luzie-Leidensdruck), CoolCool7 (Michael Schramm im James-Bond-Smoking mit Schuhtelefon und Cocktailglas) und Herr Dutschke (Özgür Kantar als schlappohriger Gefühlsanker) treiben diese Suche nach dem Selbstvertrauen voran. Lustigsein verscheucht die Monster in uns und macht gute Laune.

Regisseurin Andrea Maria Erl hat mit dem Trio und Bühnenbildnerin Maria Pfeiffer ein typisches Mummpitz-Stück geschaffen, das Musik und Moral, Humor und Bildwitz vereint. Luzies Bett mutiert zur Riesenrad-Gondel, dient als Schießbude oder fährt als Geisterbahn-Wagen durch den Kleiderschrank. Die Inszenierung setzt mit Schlagzeug, Gitarre und Sax auf den Charme des Dilettantischen und kitzelt auch sonst an den Nerven, legt sie aber nicht blank. Da gerät auch der Schrecken der Geisterbahn zum Schauplatz einer Verwandlung und macht aus Luzie einen ganz neuen, mutigen Menschen. Das Leben könnte so einfach sein. Man müsste einfach mehr auf den Rummelplatz gehen. Diese Besuche sind bekanntlich immer Mutproben.

Die Mummpitz-Gemeinde feierte die Schlimm Schlimm-Premiere jedenfalls. Auch wenn dieses Mal das Ergebnis hinter der Idee zurückblieb. Glanzleistung hin oder: Illusionen dürfen sich weiter lohnen. 

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Theater Mummpitz: Schlimm, schlimm (6+)

Termine

Di 13.10.2026, 10:00 Uhr
Mi 14.10.2026 10:00
Do 15.10.2026 10:00
Fr 16.10.2026 10:00
Sa 17.10.2026 16:00
So 18.10.2026 15:00
Di 20.10.2026 10:00
Mi 21.10.2026 10:00
Do 22.10.2026 10:00
Fr 23.10.2026 10:00
Sa 24.10.2026 16:00
So 25.10.2026 15:00
Mo 26.10.2026 10:00
Di 27.10.2026 10:00
Mi 28.10.2026 10:00
Do 29.10.2026 10:00

Eine Wiederaufnahme ist für Mai 2027 geplant.

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