Kultur statt Industriebrache: 10 Jahre Kulturwerkstatt Auf AEG

6. NOVEMBER 2026 - 15. NOVEMBER 2026, KULTURWERKSTATT AUF AEG

#Jubiläum, #KinderKunstRaum, #KUF, #Kulturwerkstatt Auf AEG, #Musikschule Nürnberg

Es gibt wenige Orte, an denen sich das, was man Strukturwandel nennt, so anschaulich betrachten lässt, wie im Nürnberger Westen: Wo einst stolze, traditionsreiche Firmen ihre Fertigung hatten, standen in den Nullerjahren auf einmal riesige Hallen und Büroräume leer. Eine enorme Konversionsaufgabe. Und heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es die Kulturwerkstatt Auf AEG nicht mehr gäbe. Im November feiert sie ihren 10. Geburtstag! 

Etwas Besonderes, das dieses Kulturzentrum seit zehn Jahren ausmacht: Die Kulturwerkstatt Auf AEG vereint neben der Musikschule Nürnberg, dem KinderKunstRaum und dem Kulturbüro Muggenhof auch freie Akteur:innen unter einem Dach – das Centro Español Nürnberg e.V. sowie die Nürnberger Akademie für digitale Kultur und performative Bildung der FAU. 

Das muss gefeiert werden: zehn Tage lang, vom 06.11. bis 15.11. Mit dabei sind alle, die diesen besonderen Ort ausmachen. Der KinderKunstRaum veranstaltet eine große KinderKunstNacht, die Musikschule Nürnberg öffnet ihre Chor-, Ensemble und Orchesterproben für alle und präsentiert den „Kulturwerkstatt-Song“, Global Art Nürnberg lädt zur Jam, Soft Entropy (Paul Bießmann & Jonas Sorgenfrei) machen Impro-Live-Elektronik und Ambient, bei Groove Gathering wird gejammt und GlasBlasSing musiziert auf allerlei Flaschen. Ex-Curti Matze moderiert ein Jubiläumsquiz, bei laut&live bietet das Kulturbüro Muggenhof mit der Rampenschweinerei und weiteren Partnern  einen Abend voller Musik, Performances und Überraschungen und am Sonntag zeigt die Kulturwerkstatt ihre größte Stärke: alle Einrichtungen feiern zusammen „bunt&offen für alle“  beim großen Familientag. 

Die Musikschule Nürnberg besteht schon um einiges länger als die Kulturwerkstatt: Sie feiert in diesem Jahr tatsächlich ihren 90. Geburtstag. Im Laufe der Jahrzehnte hat sie sich immer wieder neu erfunden und dabei stetig an Bedeutung für die Stadtgesellschaft hinzugewonnen. Heute kommen rund 4.500 Schüler:innen pro Woche in die „Musikschule für alle“, die nicht nur Talentschmiede für junge Musiker:innen ist, sondern auch grundlegende demokratische Werte wie Respekt und Anerkennung aller vermittelt. Das Wichtigste dabei: Vielfalt, Freude an der Musik und gelebtes Miteinander.

Auch der KinderKunstRaum, eine städtische Kunstschule für Kinder und Jugendliche, zog bei Eröffnung in die Kulturwerkstatt Auf AEG ein. Hier dreht sich alles ums kreative Ausprobieren: ob Malen und Zeichnen, Kleben und Kreieren, Drucken, Bauen oder digitales Gestalten. Das Angebot richtet sich an Schulen und Einrichtungen, vermittelt Kindern aber auch außerhalb der Schule einen unbeschwerten Zugang zu Kunst. Die Kurse werden von freischaffenden Künstler:innen geleitet.

Das Kulturbüro Muggenhof war schon vorher mit dabei und steht als einer der zwölf Nürnberger Kulturläden für „Kultur von allen für alle“ – und ist damit weit mehr als ein Veranstaltungsort in der Kulturwerkstatt Auf AEG. Bis die Industriebrache fertig umgebaut war, organisierte das Kulturbüro Muggenhof Vorläuferaktivitäten im Stadtteil und bespielte die Werkstatt 141 als kleinen Veranstaltungsraum. Heute stellt das Team die Kulturwerkstatt Auf AEG inhaltlich und künstlerisch bewusst breit auf und schafft ein großes Spektrum an Konzerten, Theater, Workshops, Vorträgen, Festen, Tagungen und Themenausstellungen. Ermöglichen von Kultur, kulturelle Vielfalt und ein offenes Haus für verschiedene Szenen machen die Arbeit des Kulturbüros aus. 

Wo jahrzehntelang die Waschmaschinen vom Band liefen, wird heute getanzt, Musik gemacht und Theater gespielt: Die Kulturwerkstatt AUF AEG ist einer der nicht nur inhaltlich-programmatisch, sondern mit rund 4.800 Quadratmetern auch flächenmäßig größten Kulturorte der Stadt. Zahlreiche Akteur:innen der Nürnberger Kulturszene schätzen die Möglichkeiten, die Auf AEG heute bietet, um aufzutreten, wie auch um Vermittlungsarbeit zu leisten. Dazwischen ist die Kulturwerkstatt aber auch ein echter dritter Ort, an dem man einfach sein darf, ohne Konsumzwang. Es ist gelungen, aus der Industriebrache einen Ort zu machen, der fest in der Stadtgesellschaft verankert ist. 

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10 Jahre – 10 Tage Kulturwerkstatt Auf AEG
 




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#Jubiläum, #KinderKunstRaum, #KUF, #Kulturwerkstatt Auf AEG, #Musikschule Nürnberg

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KULTURWERKSTATT AUF AEG. Berühmt wurde die Niederländerin Margaretha Geertruida Zelle durch exotische, verführerische Tänze, berüchtigt weil ihr während des erste Weltkriegs die Rolle einer Agentin für die Deutschen nachgesagt wurde, Deckname H 21. 1917 wurde sie hingerichtet, bis heute bleibt ihre Schuld jedoch umstritten. Als Mata Hari wurde Margaretha zum Mythos, zur Projektionsfläche und zum Symbol nicht nur für Verführung und Geheimnis, sondern auch für die Macht des Erzählens an sich. Die Choreografin Eva Borrmann und die Tanzwissenschaftlerin Dörte Kordzumdieke widmen sich diesem Mythos in der Lecture Performance Plan Mee: Salon Mata Hari in der Kulturwerkstatt auf AEG. Als Lecture Performance versteht man eine Aufführung an der Schnittstelle von Vortrag und theatraler Performance. Borrmann und Kordzumdieke bauen aus biografischen Fragmenten ein Porträt, das bewusst auch die Leerstellen der Überlieferung offenlegt. Im Fokus stehen Brüche, Widersprüche und das Unausgesprochene – jene Momente, in denen Biografie zur Behauptung und Interpretation zur Waffe wird. Premiere am Samstag, 10.01., 20 Uhr in der Kulturwerkstatt auf AEG. 

Weitere Termine:
11.01.2026, 19Uhr
24.01.2026, 20Uhr
25.01.2026, 19Uhr

Außerdem im Experimentiertheater der FAU in Erlangen: 
22.04.2026, 19Uhr                                   
23.04.2026, 19Uhr

Weitere Infos: www.planmee.de  >>
ZUKUNFTSMUSEUM / AEG. Das Brachland-Ensemble zieht bei seiner neuesten Produktion alle technischen Register, sie findet nämlich im Zukunftsmuseum statt. Interspecies Families ist vieles: ein Theater-Performance-Talk, Infotainment, TechNovela. Bezugspunkt ist die Familie, die sich nicht mehr nur aus Mensch und Tier zusammensetzt, auch die KI ist Teil des Haushalts. Wir haben Theo Fuchs zur Premiere geschickt, er schreibt: "Es bleibt letzten Endes der Mensch und seine Körperlichkeit im Mittelpunkt. Der bodennahe Ausdruckstanz, den Sarah Plattner im Duett mit einem der Regenwürmer auf dem Körper improvisiert, während Ludger Lamers das Winden und Wälzen filmt, hinterlässt wohl den stärksten visuellen Eindruck der Vorführung." Ganze Besprechung HIER. Weiter geht's mit der TechNovela am 26.04. Dann monatlich bis Oktober. Gäste und Inhalte wechseln, es lohnt sich also, jede Folge zu sehen.

Etwas wieder ganz Anderes präsentiert Brachland in der Kulturwerkstatt auf AEG. Am 09.05. feiert dort The Beginning Premiere, ein inklusives Projekt in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe, das Science Fiction und Dokumentation, Performance und Film vermischt. Das Projektteam hat sich mit dem Ende der Menschheit auseinandergesetzt, mit dem Weiterleben der Spezies auf fernen Planeten, mit realen Szenarien für die Erde. Auf der Leinwand werden Expert:innen-Interviews zu sehen sein. Auf der Bühne setzt sich die Gesellschaft zusammen, eine mixed-abled Gruppe, die eine Zukunft eerdenkt und vielleicht neue konstruktive Lösungen entwerfen kann. Weitere Aufführungen am 10. und 11.05.

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Brachland-Enssemble
Im Zukunftsmuseum und in der Kulturwerkstatt Auf AEG
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ROTE GALERIE. Alle vier bis fünf Wochen gibt es in der ROTEN GALERIE eine neue Ausstellung, oft auch mit politischen Anliegen. Dazwischen jede Menge weitere Veranstaltungen von Konzerten bis zu Diskussionen. Aber im Mittelpunkt: die Menschen und ihre Kunst. Gegen den Krieg gegen die Ukraine, gegen Russland. Gegen Trump. Und dabei immer: für die Kunst und die Kultur. Die Förderung von regionalen Künstler:innen sind besonders im Fokus für die Galerie, so wie Bogi Nagy, Gymmick, Momoshi, D.A.M.N. und so viele andere. Aber auch internationale Gäste sind willkommen – wie 2021 die russische Künstlerin, Regisseurin und LGBTQIA+-Aktivistin Victoria Naraxsa, die ihre Skizzen und Zeichnung ausstellte, die sie malte, als sie in Moskau im Gefängnis saß. Wir haben mit Michael Ziegler geplaudert, dem Vorsitzenden der Karl-Bröger-Gesellschaft. Zu seinem Verein gehört die ROTE GALERIE.  >>
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