LesArt – Kleine Städte, große Literatur
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Die mittelfränkische Gegend ist ja ohnehin geprägt wie kaum eine andere von den kleinen, feinen Städten, die nicht gesichtslos sind, sondern reizend und durchaus kulturell lebendig. Drei dieser Städte, die nicht Nürnberg, Fürth oder Erlangen sind, haben sich vor 30 Jahren für eine besonders gute Idee zusammengetan: Die LesArt, das große Literaturevent in Schwabach, Ansbach und Lauf, erreicht jedes Jahr bis zu 10.000 Literaturbegeisterte. 30 Events gibt‘s zum 30. Jubiläum, und wie immer gilt: Die drei Programme sind eng verwandt, aber nicht deckungsgleich.
Zwei Autor:innen treten 2026 in allen drei LesArt-Städten auf: Helga Schubert und Thomas Hettche. Schubert, geboren Januar 1940, ist ein total interessanter Fall: Schon in der ehemaligen DDR arbeitete die Psychotherapeutin und Regimegegnerin auch als Schriftstellerin. Zu bundesweiter Bekanntheit gelangte sie erst im Alter von 80 Jahren mit ihrem Auftritt beim Bachmannwettbewerb 2020. Seitdem veröffentlicht sie, ungleich der längeren Zeit ihrer literarischen Karriere, in kultureller Freiheit. Es sind Geschichten, die von ihrem beeindruckenden Leben inspiriert sind, von der Diktatur, von der Pflege ihres Mannes, von Übergängen. Ähnlich emotional wird es auch bei Thomas Hettche, bereits zwei Mal nominiert für den Deutschen Buchpreis, der seinen neuen, schlicht betitelten Roman vorstellt: Liebe. Die große Liebe kommt für Max und Anna spät im Leben, doch Anna ist verheiratet und Max stürzt in tiefe Verzweiflung.
In Ansbach und in Lauf zu Gast sein wird der immer noch junge Autor Lukas Rietzschel, der es mit seinem dritten Roman Sanditz auf die Longlist des Deutschen Buchpreises schaffte. Darin erzählt der in Sachsen geborene Autor multiperspektivisch von den Bewohner:innen der titelgebenden Kleinstadt, von der Wende bis in die Gegenwart, von der Besetzung der örtlichen Stasi-Zentrale bis zur Coronapandemie.
Iryna Fingerova reist nach Schwabach und Ansbach Die ukrainische Autorin und Ärztin flüchtete 2014 zuerst nach Israel und kam 2018 nach Deutschland, wo sie in Dresden als Hausärztin arbeitet. Vom Leben einer ukrainischen Hausärztin in Deutschland handelt auch ihr Roman Zugwind. Ein Buch über eine Existenz, die wegen des Angriffs Russlands aus den Fugen gerät, eine Praxis, die zur Anlaufstelle wird, und die Rückkehr nach Odessa.
Mit Ruth-Maria Thomas kommt eine junge Erfolgsautorin zur Eröffnung der Ansbacher LesArt, ihr Debüt „Die schönste Version“ war ein Buchpreis-nominierter Bestseller, nun erscheint Die zweitgrößte Liebe: Die hoch verschuldete Michelle verliebt sich in den reichen Erben Henry. Er könnte ihr ein anderes Leben bieten, doch liebt sie wirklich ihn oder die finanzielle Sicherheit, die er in Aussicht stellt?
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LesArt – 30 Jahre Fränkische Literaturtage
07.11. bis 15.11. in Schwabach, Ansbach, Lauf
Das komplette Programm findet ihr online.
www.literatur-tage-lauf.de
www.schwabach.de/lesart
www.kulturforum-ansbach.de
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