Sleepless in Erlangen: Kammermusikfestival geht neue Wege

7. MäRZ 2026 - 15. MäRZ 2026, ERLANGEN

#Erlangen, #Festival, #Kammermusik, #Kammermusikfestival

Der Erlanger Pianist Christoph Orendi hat sich in den vergangenen Jahren in zweierlei Hinsicht hervorgetan: Als Wiederentdecker der „Theresienstädter Komponisten“, insbesondere Viktor Ullmann, und als Veranstalter von Konzerten, die neue und klassische Musik in interessanten Formaten kombinieren. In diesem Frühjahr mündet diese Arbeit in der ersten Ausgabe des Kammermusikfestival Erlangen. Diesem Anfang wohnt die Apokalypse inne, das Motto lautet: Vom Ende der Zeit. 

Ein achtköpfiges Ensemble wird sich an vier Abenden darum bemühen, dieses Thema inhaltlich aus unterschiedlichen Perspektiven zu bearbeiten. Das Festival startet am 07.03. mit Solastalgia – Das Klimakonzert: Alle Stücke dieses Programms setzen sich mit Wasser auseinander, dem Element, so Orendi, an dem sich der Klimawandel am besten ablesen lasse. Im Stück von Gabriella Smith beispielsweise geht es um Blumentiere, eine Nesselart. Das wird auch mit Küchengeräten vertont. George Crumbs vox balaenea hingegen greift die Tonalität von Walgesängen auf. Orendi: „Das zeigt für mich schön, wie zugänglich und bildhaft neue Musik sein kann. Die Instrumente klingen tatsächlich nach Walen, die Bühne wird in blaues Licht getaucht sein.“ Zu Gast an diesem Abend ist die junge Komponistin Yulim Kim aus Fürth, von der auch ein Stück aufgeführt wird. 

Am 20.03. folgt mit Sleepless – ein Nachtkonzert eine komplett andere Konzerterfahrung: Um die Nacht als täglich wiederkehrendes Ende der Zeit erfahrbar zu machen, liegt das Publikum zwischen den Musiker:innen auf Yogamatten und gleitet, musikalisch begleitet, in traumhafte Zustände. Das Liegekonzert beginnt um 22 Uhr und endet um Mitternacht. Aufgeführt wird u.a. Gregor Mayrhofer, der zuletzt auch mit der Berliner Philharmonie zusammenarbeitete und in Erlangen als Talk-Gast vor Ort sein wird. Der Nürnberger Komponist Dominik Vogl steuert selbstgebaute Spieluhren bei, mit denen sich das Publikum selbst am Klang der Aufführung beteiligt. 

Die letzten beiden Abende, 24.04. und 15.05., gehören als Vom Ende der Zeit I und II inhaltlich zusammen. Sie stellen die Bezüge zu Krieg und der biblischen Apokalypse her. So wird u.a. Steve Reichs Different Trains zu hören sein, eine Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs, in der auch Sprachaufnahmen von Holocaust-Überlebenden vorkommen. George Crumbs Monumentalwerk Black Angels hingegen ist eine Seelenreise durch eine von Engeln und Dämonen bevölkerte Welt, inspiriert vom Vietnamkrieg. Von der Münchner Komponistin Dorothea Hofmann kommt ein Streichquartett als Auftragsarbeit für das Kammermusikfestival, auch sie wird natürlich anwesend sein. Den Abschluss markiert mit Olivier Messiaens Quartett vom Ende der Zeit ein Meisterwerk der Kammermusik des 20. Jahrhunderts, das er in deutscher Kriegsgefangenschaft schrieb. Christoph Orendi, der an den ersten beiden Abend auch am Klavier sitzen wird, führt durch jedes Konzert und erklärt die Hintergründe. Im Ensemble finden sich viele Musiker:innen aus der Region. 

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Kammermusikfestival Erlangen
07.03. bis 15,05., im kubic (neu!) und Neustädter Kirche Erlangen, 
Tickets auf www.kubic.de    /   www.christophorendi.de
Insta: @kammermusikfestivalerlangen




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