Von Dänen lernen: Lebenswerte Stadt

5. SEPTEMBER 2023 - 29. SEPTEMBER 2023, OFFENES BüRO DER STADT NüRNBERG

#Architektur, #Ausstellung, #Baulust, #Dänemark, #Lebenswerte Stadt, #Städtebau, #Stadtgestaltung

Dänemark! Das Land der ... Dings, Legomännchen, Wikinger und ... 
Falsch! Richtiger wäre: Das Land der Radfahrer*innen, der innovativen Spielplätze, des Recyclings im Bausektor, der lebendigen Bürgerbeteiligung, der lebenswerten, nachhaltigen Städte. Da kann Nürnberg sich ordentlich was abschauen, von den Dänen, denkt sich der Baulust Verein, holt eine Wanderausstellung der Dänischen Botschaft ins offene Büro der Stadt und macht gleich einen ganzen Themenherbst daraus. Sehr gut!

Nürnberg ist gefühlt eher die Stadt der vollversiegelnden Neubauprojekte, der mobilen Bäume in Töpfen und der im Nirvana endenden Radwege. Es gibt noch sehr viel Verbesserungspotential. Vorbildhafte Beispiele existieren ja genug around the world – und gerade in Dänemark. 28 solcher Beispiele versammelt die Ausstellung Lebenswerte Stadt, was vor dem Hintergrund der Herausforderungen unserer Zeit immer auch heißt: zukunftsfähige Stadt. 
In Dänemark ist das häufig mit Hochwasserschutz verbunden, wie das Beispiel des Hafens von Svendborg auf Fünen erzählt. Nachdem dieser 2006 überflutet wurde, entwickelte die Stadt mit maximaler Bürgerbeteiligung den Masterplan Blaue Kante. Das Ergebnis sieht eine Kombination von Hochwasserschutz durch clevere Schleusenklappen mit Platz für Kultur in den alten Speicherhäusern vor. Eine neue Konzertlocation, Künstlerwerkstätten, Radparkplätze und einiges mehr wurden bereits umgesetzt.
 
Das Fahrrad steht auch im Mittelpunkt des Kopenhagener Beispiels: Der Karen-Blixens-Platz. Dieser Platz am Campus Süd der Hauptstadt-Uni war trostlos und grau. Jetzt ist er grün und zwar dank einer biodiversen Pflanzenkombination. Die mit Ziegelklinken verkleideten „Hobbithöhlen“ des hügeligen Geländes bieten auf elegant versteckte Weise Platz für bis zu 2.000 Fahrräder. 
30 Kilometer westlich von Kopenhagen liegt die für ihr Festival bekanntes Stadt Roskilde. In Zusammenarbeit mit dem Musikevent entstand hier der einzige Højskole-Neubau der vergangenen 50 Jahre. Tja, denkt ihr jetzt, sagt mir nix. Es handelt sich um eine traditionelle dänische Schulform, die ohne Leistungsdruck funktioniert. Die Roskilde Festival Højskole wurde im Kreativviertel der Stadt in einer alten Betonfabrik realisiert, das neue Gebäude lebt von Offenheit und Licht und beweist, wie Recycling von alten Immobilien funktionieren kann. Ideale Umgebung, um in Fächern wie Musik, Leadership, Medien, Kunst und Politik ordentlich zu hirnen. 

Drei Beispiele nur für einen generellen Trend in einem Land, an dem die autofreundlichen 60er-Jahre auch nicht vorbeigegangen sind. Stadtplanung im 21. Jahrhundert muss korrigieren können – und auf den Klimawandel vorbereiten. Mehr lernen wir im Rahmenprogramm: Der BauLust e.V. holt am 12.09. die Dänische Architektin Mikala Holme Samsøe ins Neue Museum, sie spricht darüber, wie Architektur eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung unterstützen kann. Am 19.09. kommt Dr. Weert Canzler, Mitautor des Manifests der freien Straße ins CPH, um von der Befreiung der Stadt vom Fahrzeug zu visionieren. Am 21.09. erzählen Landschaftsarchitekten aus Kopenhagen im Presseclub vom größten Klimaanpassungsprojekt Dänemarks, der Klimastadt Middelfahrt. Und David Sim, am 26.09. am selben Ort, schwärmt über das kleinteilige Leben in Quartieren: Die sanfte Stadt. 

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Baulust: Lebenswerte Stadt 
05.09. bis 29.09.
Die dänische Wanderausstellung ist im Offenen Büro der Stadt Nürnberg, Lorenzer Straße 30, Nbg zu sehen und zu studieren.
 




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KRAKAUER HAUS. Seit 30 Jahren stärkt das Krakauer Haus mit seinem Programm den kulturellen Austausch zwischen Nürnberg und Krakau. Besonders voll ist daher in diesem Sommer das Programm. 

Ganz neu im Krakauer Haus ist die Hinwendung zum Format Comic. Die seit Mai laufende, erstmals vergebene COMIC Residenz verwandelt das Haus in ein lebendiges Atelier, zu Gast war die Künstlerin Marianna Serocka ist zu Gast. Die nächste Residency folgt auf dem sprichwörtlichen Fuße, sie wird bereits zum dritten Mal vergeben: STUDENT in Kooperation mit der Jan Matejko Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Die ausgewählten Künstler:innen bekommen die Möglichkeit, ihre Kunst in Nürnberg weiterzuentwicklen und ihre Prozesse öffentlich zu machen. 

Die Feierlichkeiten zum 30. Geburtstag finden rund um die alljährliche Inselkunst vom 09. is 11.07. statt. Zunächst eröffnet am 09.07. aber nicht auf der Insel, sondern in der
Kreis Galerie eine Gruppenausstellung von Krakauer und Nürnberger Künstler:innen zum Thema Zeichnen. Am 10.07. geht’s dann open air weiter. Die Inselkunst verwandelt die Insel Schütt zum neunten Mal in ein künstlerisches Feld für Skulptur und Klang. In diesem Jahr befragen Arbeiten von Filip Rybkowski (PL) und Michael Akstaller (DE) den Stadtraum hinsichtlich seiner Qualitäten als Träger von Erinnerung, Bedeutung und Wahrnehmung. Zur Vernissage gibt es ab 18 Uhr diverse Klanginterventionen von Michael Akstaller, Paulina Owczarek, Peter Orins und Talaj Szőke. Von Artist in Residence Piotr Urbaniec kommt ein audiovisuelles Projekt, eine Aktion für Kinder von Stephan Schwarzmann. Die Ausstellung bespielt neben der Insel selbst den Hohen Steg, den Andreij-Sacharow-Platz, die Fischergassen, die Steubrücke und das Krakauer Haus und ist bis zum 20.09. zu sehen.

Das Jubiläum des Krakauer Hauses ist auch der Startschuss des projekts PORTAL: eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Galerien und Off-Spaces aus Krakau und Nürnberg. In Nürnberg nehmen das Heizhaus und die Kreis Galerie an der ersten Ausgabe teil. Zwischen 18.09. und 27.09. wird es von den neu vernetzten Künstler:innen Performances und spontane künstlerische Aktionen zwischen Krakauer Haus, Kunstvilla und Heizhaus geben.

Alles sehr spannend, und hier im Blick zu behalten:
Krakauer Haus | Kulturzentrum Krakauer Haus - Veranstaltungen, Ausstellungen  >>
Kunst & Design  27.02.2026
MAXIMILIANSTRAßE. Schließfächer zu Kunsträumen! Das ist, ganz knapp zusammengefasst, das Prinzip der Modulgalerie, die seit 2021 an wechselnden Orten und sich stetig weiterentwickelnd, Kunstwerke in den öffentlichen Raum bringt. Nach dem Start in der Lorenzkirchenpassage ist die Modulgalerie mit ihren 70er-Jahre-Schließfächern vorübergehend in den U-Bahnhof Maxmilianstraße umgezogen. Am 27.02. eröffnet dort die dritte Ausstellungsrunde, diesmal in Zusammenarbeit mit der Idyllerei, der Künstler:innengruppe aus dem Kunstraum der Lebenshilfe, die in den vergangenen Jahren auch über die Grenzen Nürnbergs hinaus für Aufsehen gesorgt hat. Was frisst eigentlich ein Schachtelschatz? heißt die Idyllerei-Schau in der Modulgalerie. Erstmals haben kasia und Olaf Prusik-Lutz dafür die die inhaltliche und gestalterische Verantwortung an ein externes Team übergeben: bei Nadine Zenker, Lynn Ohrndorf und Elisabeth Popp haben die Werke kuratiert. Das besondere, spielerische Element der Kunst hinter den Schließfachtüren bleibt natürlich erhalten. Im Rahmen der Vernissage wird es unter dem Titel Von Krach und Musik eine performative Auseinandersetzung von Studierenden der Akademie der bildenden Künste zu sehen geben. Die Ausstellung läuft bis 26.06.   >>
Kultur  04.02.-21.02.2026
KAUFHOF. Der Weltacker auf einem entsiegelten Parkplatz am Westpark ist ein maximal anschauliches Bildungsprojekt: Auf 2.500 qm zeigt der Bluepingu e.V., was auf der Welt zu welchen Anteilen angebaut wird, um uns alle zu ernähren. Eigentlich müssten 2.000 qm pro Mensch reichen, warum das nicht so ist, wer noch alles auf dem Acker lebt und welche Folgen die industrielle Landwirtschaft für die Welt hat – auch das wird in diesem Rahmen alles beantwortet. Stichwort: Ernährungsgerechtigkeit. 
Vom 04.02. bis 21.02. zieht die Weltacker-Ausstellung in den ehemaligen Kaufhof, genauer: in den ehemaligen Tabakladen, Pfannenschmiedgasse 13. Sie spannt einen Bogen von globalen Ernährungsfragen über Landnutzung, Wasserverbrauch, Biodiversität und hin zu Verteilungs- und Geschlechtergerechtigkeit. Am 12.02., 19 Uhr, findet hier die international besetzte Podiumsveranstaltung Women* in Agriculture statt. Die Gäste aus Forschung und landwirtschaftlicher Praxis widmen sich Fragen von Geschlechterrollen und -gerechtigkeit im Kontext der Landwirtschaft. An allen Ausstellungssamstagen werden die Bildungsinhalte des Weltackers durch Impulsvorträge vertieft. Zur Sprache kommen folgende Themen: Gendergerechtigkeit in der Landwirtschaft (07.02.), Boden als Lebensgrundlage (14.02.) und Wasser als globale Ressource (21.02.).
Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag 14–18 Uhr, Samstag 12–16:30 Uhr.  >>
KULTUR.LOKAL.FüRTH. Am Abend des 23. August 1989 hielten sich rund zwei Millionen Menschen aus Estland, Lettland und Litauen an den Händen. Die Menschenkette reichte von der Nordküste Estlands bis in den Südosten Litauens, 600 Kilometer weit. Eine regimefeindliche Demonstration unter hohem persönlichen Risiko der Beteiligten. Bis spät in die Nacht sangen die Menschen gemeinsam alte Volkslieder, als singende Revolution ging der Protest in die Geschichte ein. Die Fürther Künstlerin Gesa Will bringt eine Vesammlung nach diesem Vorbild im Miniaturformat ins kultur.lokal.fürth: Miniaturmenschen aus Ton stehen für Freiheit und zivilen, friedlichen Widerstand. Nur ein Teil von Wills Ausstellung Die singende Revolution, die vom 08. bis 19.01. im kultur.lokal.fürth zu sehen ist. Eine Reihe an Kunstwerken ruft vor dem Hintergrund der kriegerischen Auseinandersetzungen unserer Gegenwart die Friedensbotschaften wieder in Erinnerung – und dass sich auch ohne Gewalt die Welt bewegen lässt. 

Zur Vernissage am 8. Januar, um 19 Uhr gibt es passend zum Titel der Ausstellung Gesang von Anna und Markus Simon. Am 16. Januar lädt der Autor Leonhard F. Seidl   zu einer friedensbewegten Lesung. 

 
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