Erzähl mir was ... Magdalena Kratzer

MITTWOCH, 3. OKTOBER 2018

#Im Gespräch mit, #Kolumne, #Lara Sielmann, #Literatur

Magdalena arbeitet als Bibliothekspädagogin in einer Schule in Nürnberg, in ihrer Freizeit schreibt sie Romane. Ein Gespräch über die Wichtigkeit, bereits früh Kinder in Kontakt mit Literatur zu bringen und einen Schreiballtag, der irgendwo dazwischen stattfindet.

Warm ist es nochmal geworden Mitte September, fast sommerlich und so sitzt Magdalena Kratzer im Außenbereich eines Cafés an diesem Dienstag Nachmittag in Gostenhof, vor sich einen geschlossenen Laptop. Viele PassantInnen und Eltern mit ihren Kindern kommen vorbei, „Mir ist es  wichtig, dass die Bibliothek, in der ich arbeite, nicht meine ist, sondern ein Ort, an dem sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen und sich selber miteinbringen können“, sagt sie. Seit Anfang Mai dieses Jahres arbeitet Magdalena Kratzer als Bibliothekspädagoging an einem Gymnasium in Nürnberg und vermittelt dort vor allem auch den Spaß an Literatur. Auch selbst einbringen können sich ihre SchülerInnen über Literatur-Quizze oder durch das Mithelfen in der Bibliothek. Das kommt auch gut an – zumindest bei einigen. „Ein paar der Schüler und Schülerinnen haben sich ein Projekt ausgedacht, damit noch mehr ihrer Mitschüler in die Bibliothek kommen, und das ist natürlich toll“. In der Bibliothek herrscht Handyverbot. „Ich versuche einfach das Medium Buch in den Fokus zu stellen, das Haptische, in dem man Riechen und Blättern kann, deshalb habe ich bisher auch keine eBooks im Angebot“.

Die Lesekompetenz an sich gilt als eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen in Deutschland: Literatur fördert das Sprachverständnis, den Wortschatz und gibt Sichherheit, auch eigene Gefühle und Stimmungslagen zu kommunizieren und im Umkehrschluss offen und empathisch auf Mitmenschen zu reagieren. Umso wichtiger sind Menschen wie Magdalena Kratzer, deren Beruf es ist, Kindern und Jugendlichen Literatur zu vermitteln. „Das fällt mir allerdings auch nicht schwer“, gibt sie zu. Sie selbst kam schon früh in Kontakt mit Büchern und hielt sich bereits als Kind stundenlang in Bibliotheken auf: „Geschichten waren für mich auch immer ein Rückzugsort.“ Und so fing sie bereits als Jugendliche an selbst zu schreiben, mittlerweile hat sie drei Romanmanuskripte in der sogenannten „Schublade“.

„Es geht mir in allererster Linie darum, zu schreiben. Wenn dann mal was von mir veröffentlicht werden sollte, wäre das natürlich auch schön.“

Sich selbst bildet Magdalena Kratzer auch weiter – so hat sie Schreibkurse besucht und ging in Nürnberg zu verschiedenen Treffen der Schreibgruppe „Wortwerk“, dessen Initiator der Lyrikers Christian Schloyer ist. Ein guter Ort für Feedback, wie sie erzählt. Das Schreiben ist fester Bestandteil ihres Alltags, meist geht sie nach der Arbeit noch zwei bis drei Stunden in ein Café, um dort an Texten zu arbeiten. „Bisher klappt das sehr gut“, erzählt sie. Seit diesem Jahr hat sie auch angefangen, öffentlich zu lesen. So war sie als Autorin beim Literaturfestival „ROY“ im März im Edel Extra zu Gast, las Ende September beim Worttag „Boulevard Babel“ der Stadt Nürnberg aus ihrem aktuellen Manuskript ...
Und Anfang Oktober liest sie beim dreijährigen Z-Bau Jubiläum. „Das ist spannend und macht mir sehr viel Spaß!“

Im neuen Schuljahr möchte sie auch an ihrer Schule einen Schreibkurs anbieten, um ihre SchülerInnen noch ein bisschen mehr für Literatur zu begeistern.

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LARA SIELMANN
Unsere Kolumnistin Lara Sielmann, geboren und aufgewachsen in Berlin, arbeitet als Kulturschaffende und Journalistin in Nürnberg. Lara freut sich über themenbezogene Fragen, Anregungen und Tipps – einfach per E-Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst senden!




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