Ausstellung und Theater in der Villa Leon: Mittelmeer und Menschenrechte

22. OKTOBER 2021 - 25. OKTOBER 2021, VILLA LEON

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Spätestens seit 2015 ist Flucht ein gesellschaftliches Thema in Deutschland. Zu häufig wird der Komplex den Rechtspopulisten und ihren Narrativen überlassen, während das Mittelmeer längst zur gefährlichsten Grenze der Welt geworden ist. Pro Asyl und der Bayerische Flüchtlingsrat haben für die Villa Leon eine Ausstellung mit Begleitprogramm zusammengestellt: Mittelmeer und Menschenrechte.

Tatsächlich handelt es sich sogar um zwei Ausstellungen in den Räumlichkeiten des Kulturladens. Pro Asyl stellt zum Thema “Menschenrechte sind unteilbar” aus und der Bayrische Flüchtlingsrat informiert über die Ankerzentren in Bayern. Diese wurden 2018 neu eingeführt, um alle Geflüchteten für die Dauer ihres Asylverfahrens an einem Ort unterzubringen – und bei Ablehnung schnell abschieben zu können. Der Flüchtlingsrat kritisiert diese Einrichtungen und zeigt auf, wie Menschen dort über Monate und Jahre hängen bleiben, unter welchen, teils unwürdigen, Bedingungen sie dort leben und was Arbeitsverbote und Residenzpflicht für die Geflüchteten bedeuten.

Franziska Sauer vom Flüchtlingsrat eröffnet die Ausstellungen am  22.10. um 19 Uhr mit einer Kurzführung, Eintritt frei. Nach dieser Eröffnung zeigt das Theater Wort und Herzschlag die Mittelmeer Monologe. Sie erzählen von Menschen, die den riskanten Weg übers Mittelmeer auf sich nehmen, in der Hoff nung, in Europa in Sicherheit leben zu können, von libyschen Küstenwachen, italienischen Seenotrettungsstellen und deutschen Behörden, die dies verhindern und von Aktivist:innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegen setzen.

Im Anschluss steht Klaus Stadler, Kapitän von Sey-Eye für ein Gespräch zur Verfügung. Stadler erzählt von seinen Erfahrungen in der Seenotrettung und den politischen wie rechtlichen Rahmenbedingungen dieser Arbeit. Tickets für Theater und Diskussion: 7,50 € / 5,00 € für Ermäßigte (Nbg-Pass und Sonstige). Gibt’s im VVK in der Villa Leon, an der Abendkasse und über  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst Alle Einnahmen kommen dem Sea-Eye e.V. zugute. 

Die Ausstellung läuft bis zum 25. November. Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag von 10:00 - 22:00 Uhr, Samstag von 17:00- 22:00 und Sonntag bei Veranstaltungen.

Kulturladen Villa Leon
Schlachthofstraße / Philipp-Koerber-Weg 1

 




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Der Plüsch-Angsthase erobert symbolisch die Kulisse und Aufmerksamkeit, noch bevor nostalgischer Schallplatten-Sound, wie von Geisterhand in Gang gesetzt, durch die fahle Kinderzimmer-Szenerie knistert. Am Ende überlistet die trostreiche Absicht dieses durchweg leichtfüßigen Mutmachwerks doch glatt die Logik der Wirklichkeit. Dann ist der ganze Spuk in der Geisterbahn Schlimm Schlimm vorbei. Und mit ihr die Ängste, die die neunjährige Luzie mit Vorliebe im Bett umstellen. Ob Mörder, Monster oder Marder, Nacktschnecken oder schlechte Noten, Phantasie-Monster oder Schulflegel – das Gruselige ist immer und überall: Lauert unterm Teppich und dem Bett, als Skelett im Bühnen-Hintergrund oder als handfester Raufbold auf dem Pausenhof.

Meist hilft da eine Stinkbombe oder ein Handkantenschlag zur Bereinigung der bedrohlichen Situation. Manchmal aber auch, den Angstgegner einfach wegzuzwinkern. Weiß die schnelle Eingreiftruppe aus den Erinnerungsfetzen der Filmgeschichte, die mit allen Ticks und Tricks arbeitet und dem Mädchen zur Seite steht. Die Geisterjäger, die man rief, leisten denn auch ganze Komödiantenarbeit. Judy Punk (Sabine Zieser im fließenden Rollentausch zwischen Kraft-Punk und Luzie-Leidensdruck), CoolCool7 (Michael Schramm im James-Bond-Smoking mit Schuhtelefon und Cocktailglas) und Herr Dutschke (Özgür Kantar als schlappohriger Gefühlsanker) treiben diese Suche nach dem Selbstvertrauen voran. Lustigsein verscheucht die Monster in uns und macht gute Laune.

Regisseurin Andrea Maria Erl hat mit dem Trio und Bühnenbildnerin Maria Pfeiffer ein typisches Mummpitz-Stück geschaffen, das Musik und Moral, Humor und Bildwitz vereint. Luzies Bett mutiert zur Riesenrad-Gondel, dient als Schießbude oder fährt als Geisterbahn-Wagen durch den Kleiderschrank. Die Inszenierung setzt mit Schlagzeug, Gitarre und Sax auf den Charme des Dilettantischen und kitzelt auch sonst an den Nerven, legt sie aber nicht blank. Da gerät auch der Schrecken der Geisterbahn zum Schauplatz einer Verwandlung und macht aus Luzie einen ganz neuen, mutigen Menschen. Das Leben könnte so einfach sein. Man müsste einfach mehr auf den Rummelplatz gehen. Diese Besuche sind bekanntlich immer Mutproben.

Die Mummpitz-Gemeinde feierte die Schlimm Schlimm-Premiere jedenfalls. Auch wenn dieses Mal das Ergebnis hinter der Idee zurückblieb. Glanzleistung hin oder: Illusionen dürfen sich weiter lohnen. 

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Theater Mummpitz: Schlimm, schlimm (6+)

Termine

Di 13.10.2026, 10:00 Uhr
Mi 14.10.2026 10:00
Do 15.10.2026 10:00
Fr 16.10.2026 10:00
Sa 17.10.2026 16:00
So 18.10.2026 15:00
Di 20.10.2026 10:00
Mi 21.10.2026 10:00
Do 22.10.2026 10:00
Fr 23.10.2026 10:00
Sa 24.10.2026 16:00
So 25.10.2026 15:00
Mo 26.10.2026 10:00
Di 27.10.2026 10:00
Mi 28.10.2026 10:00
Do 29.10.2026 10:00

Eine Wiederaufnahme ist für Mai 2027 geplant.

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