Joschko: Angefangen hat alles mit dem MP3-Player meiner Schwester
SAMSTAG, 1. AUGUST 2026, FüRTH
#Indie, #Interview, #Joschko, #Lokale Mukker
Joschko aus Fürth macht wunderbaren Indie-Rock. 2019 veröffentlichte er sein Debüt und dann kam – na wir wissen ja alles was kam. Nun sieben Jahre später kommt das neue Album und Curt will alles von Vincent aka Joschko wissen.
Wie geht es dir und wie sind deine Erwartungen für den Release?
VINCENT/JOSCHKO: Hallo Tommy, vielen Dank, dass ich hier sein darf! Mir geht es sehr gut. Es erscheint Musik von mir das erste Mal auf Vinyl. Davon erhoffe ich mir Menschen für Tonträger begeistern zu können. In allererster Linie hoffe ich natürlich, dass das Album den Menschen, die es anhören, gefällt.
Dein Debüt kam 2019. Sieben Jahre zwischen zwei Veröffentlichungen ist schon eine Strecke. Wo liegen die Gründe?
Die Pandemie, der Abschluss meines Studiums und der Einstieg in die Arbeitswelt sind sicherlich die Hauptgründe für den langen Zeitraum. Ich wollte erreichen, dass man zwischen den Alben eine Verbesserung erkennen kann. Das ist mir denke ich auch gut ganz gut gelungen, hat aber seine Zeit gebraucht.
Im Infotext beschreibst du das Ding als Indie-Rock Album und ja, das trifft es recht gut. Wo liegt deine musikalische Sozialisation?
Angefangen hat alles mit dem MP3-Player meiner Schwester und den ersten drei Alben von Mando Diao. Von diesen drei Alben aus habe ich mich dann immer tiefer in die Musikwelt hervorgewagt. Die Beatles, Dylan, Young und sehr viel britischer Indie der 00er und 10er Jahre haben dann mit der Zeit mein musikalisches Profil geschärft.
Das Album klingt wie ein Hit-DJ-Set aus dem Club Stereo und das meine ich durchaus im positiven Sinn. Kritiker könnten dir dieses Best-of auch als Schwäche auslegen. Wo findet sich Joschko in diesem Sound-Universum?
Vielen Dank! Ich nehme das auf jeden Fall als Kompliment wahr. Die Antwort steckt, denke ich, schon ein wenig in der Frage. Ich selbst würde meinen Sound als Club-Stereo-tauglich beschreiben. Oben habe ich ja bereits den britischen Einfluss erwähnt. Ich denke der spiegelt sich auch in meinen Sound sehr deutlich wider. Im Großen und Ganzen mache ich wohl Gitarrenpopmusik.
Wie ambitioniert bist du? Wo soll es mit Joschko hingehen?
Meiner Ambition ist nach oben keine Grenze gesetzt. Warum auch? Mir ist aber auch bewusst, dass sich die Dinge nicht von selbst entwickeln. Die entscheidenden Faktoren sind Zeit und Geld – und beide sind begrenzt. Ich werde einbringen so viel ich kann und dann werden wir sehen, wie weit es geht.
Dein Social-Media-Auftritt ist recht klar, auch mal eher “muss ja“. Macht dir das Spaß oder ist es ein notwendiges Übel?
Die Zeiten, in denen Social Media den Musikschaffenden Spaß bereitet hat, sind meiner Meinung längst vorbei. Social Media verkommt immer mehr zu einer Dauerwerbesendung und einem Moloch aus Fake-News und KI-Schrott. In mir erhärtet sich immer mehr die Einsicht, dass man als musikschaffende Person eben das auch machen sollte: Musik. Und keinen sinnlosen Lip-Sync-Quatsch. Aber dann ist man halt nicht relevant. Das Gleiche gilt meiner Ansicht nach auf fürs Streaming. Es wäre an der Zeit, denke ich, sich alternative Möglichkeiten der Außendarstellung und der Vermarktung für Kulturschaffende zu überlegen.
Nach dem Album ist ja oft vor der Tour. Wie sehen deine Pläne für eine Tour zum Album aus und gehst du solo oder mit Band auf die Bühne?
Es gab eine Releaseparty mit meiner Band am 12.06. im Kunstkeller in Fürth. Nun spiele ich vereinzelt Soloshows und im Winter eventuell ein paar Shows mit der Band, so weit sich das mit meinem Alltag verbinden lässt. Für Bookinganfragen bin ich stets offen.
In wieweit hat die beängstigende politische Lage Einfluss auf dein kreatives Schaffen?
Ganz unterschiedlich: Mal lähmend, mal sorgt die Wut für ein, zwei neue Songs. Auf dem Album sind auch drei Songs drauf, die mehr oder weniger von der Entwicklung der letzten Jahre beeinflusst sind. In den Songs, die ich nach der Fertigstellung des Albums geschrieben habe, adressiere ich die Probleme unserer Zeit wesentlich direkter.
Wie beurteilst du die lokale Szene in Nbg? Was ist gut und was könnte ein Glow-up vertragen?
Ich nehme die Szene als eher klein wahr. Das ist durchweg positiv gemeint. Man kennt sich, man hilft sich und ist solidarisch. Das ist gut und soll bitte so bleiben. Es könnte schon noch ein paar mehr Auftrittsmöglichkeiten geben. Und ja es gibt Förderungen und das ist gut. Aber mehr wäre in diesem Fall sicherlich nicht schädlich. Die Kosten für Produktionen oder Touren sind gerade für Newcomerbands und -künstler:innen kaum zu stemmen.
Deine Top Spots in Franken bitte.
Uiuiui. Da gibt es viele! Ich versuche es mal mit einer Top 5:
Die Gustavstraße, der Spezi-Keller in Bamberg, der Club Stereo, das Flüssedreieck und der Schlossgarten in Erlangen.
anstehende Shows:
16.09.: Songslam Milla, München
10.10.: Frei Bordsteinkante Erlangen
16.10.: Joschko unplugged live Calibri Buch & Café, Cadolzburg
24.10.: Bar-ROTHation Roth
Links
Bandcamp: www.joschko.bandcamp.com
Insta: @joschkomusic
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