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Kostenloser Lieferservice: Die Stadtbibliothek kommt

DONNERSTAG, 21. JANUAR 2021, NüRNBERG

#Bibliothek, #Bücher, #Lieferservice, #Stadtbibliothek Nürnberg

Seit 650 Jahren gibt es in Nürnberg eine Stadtbibliothek. Und jetzt muss sie auf einmal zu bleiben. Das darf nicht sein, Menschen müssen Medien leihen können, seien es Bücher zum Genuss oder zur Forschung, seien es DVDs, CDs, you name it. Deshalb richtet die altehrwürdige aber hochmoderne Nürnberger Stadtbibliothek ab sofort und bis zur Wiedereröffnung einen kostenfreien Lieferservice ein. Wer einen gültigen Bibliotheksausweis sein eigen nennt und im Nürnberger Stadtgebiet wohnt, kann sich seinen Stoff also einfach an die Haustür bringen lassen. Pro Bestellvorgang maximal fünf Artikel. Wer nicht das richtige Material für seine Arbeit im Online-Katalog findet, kann außerdem den Recherche-Service der Bib in Anspruch nehmen. Dann kucken die Expert*innen mal! Auch telefonisch stehen die Mitarbeiter*innen zur Verfügung und beraten euch gerne. Supersach’ insgesamt. 

Alle Infos: www.nuernberg.de/internet/stadtbibliothek 




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#Bibliothek, #Bücher, #Lieferservice, #Stadtbibliothek Nürnberg

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NüRNBERG. Elli Kolb: 9 Grad
Nicht nur das hat die Fürther Autorin Elli Kolb mit ihrer Protagonistin Josie gemeinsam: Sie ist Literaturwissenschaftlerin. Beide haben außerdem das Eisbaden für sich entdeckt. Josie befindet sich in einer Lebensphase, die viele, die mal Mitte-Ende-20 waren, mehr oder weniger gerne erinnern: Sie weiß nicht, was nach dem Studium aus ihr werden soll, sie sucht auf Online-Plattformen die große Liebe. Hinzu kommt eine eher schlecht verdrängte Essstörung und die bedrohliche Erkrankung ihrer besten Freundin Rena. Als Josie Lee kennenlernt, glimmt ein bisschen Hoffnung auf, doch Lee leidet an Depressionen und zieht sich immer wieder zurück. Hört sich nach einem schwer verdaulichen Brocken an? Gar nicht! Elli Kolb schreibt mit viel Leichtigkeit und hat ein behutsam emotionales, aber nie kitschiges Debüt vorgelegt. Ein beeindruckendes, sehr eigenständiges Buch, das der Verlag mit Titel und Cover zu Unrecht und unnötigerweise in die Caro-Wahl-Nachfolge-Ecke stellt.
 Lübbe, 256 Seiten, 24 Euro

Tanja Kinkel: Im Wind der Freiheit
Die Bamberger Großmeisterin des historischen Romans hat mal wieder einen Wälzer rausgehauen und sich natürlich sofort einen orangenen Sticker damit verdient: Spiegel Bestseller. Tanja Kinkel ist eine Bank, wenn es um Page Turner geht, die Lesende in eine sauber recherchierte Zeit zurückversetzen. Diesmal begeben wir uns in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Wind der Freiheit ist ein Buch über die Folgen der Revolution von 1848. Während in Deutschland das zarte Pflänzchen der Demokratie sich zaghaft aus der Erde schiebt, finden zwei ungleiche Frauen zueinander: Die arbeits- und mittellose Susanne, die sich auf einen gefährlichen Auftrag eingelassen hat, und die fest in ihren Idealen verankerte Demokratin Louise Otto.  
Hoffmann und Campe, 480 Seiten, 26 Euro

Stefan Hümmer: Pausenstübla – Bambergs letzte Gaybar
Edmund, Kunibert, Raul, Jeremy, Florian und Manfred sind Stammgäste – im Pausenstübla, einer angestaubten Schwulenbar im katholischen Bamberg. Fast täglich treffen sie sich dort und warten auf die große Liebe. Doch das Pausenstübla hält keine großen Abenteuer mehr für sie bereit und Wirtin Mary verweigert jede Form von Veränderung. Also schmieden die sechs den Plan, eine eigene Gastwirtschaft zu eröffnen. Während sich die Immobiliensuche als schwierig erweist, bekommt Mary Wind von dem Plan und erteilt ihren langjährigen Gefährten Hausverbot. Die sechs stehen vor dem Nichts. Stefan Hümmer widmet jedes Kapitel seines Romans einer seiner Figuren und ordnet ihr eine der Farben des Regenbogens zu. Pausenstübla ist ein schwuler Schwank, ein heiteres Rührstück und ein herzerwärmendes Plädoyer für Buntheit und Vielfalt in der katholischen Provinz.
Guide Media Verlag, 292 Seiten, 16,90 Euro
CURT verlost drei Exemplare – schreibt eine Mail, Stichwort Pausenstübla“ an gewinnen@curt.de

Emily Rudolf: Das Dinner
Sie ist der neue Stern der deutschsprachigen Thriller-Szene: Mit ihrem Debüt Die Auszeit ist Emily Rudolf direkt ein riesen Erfolg gelungen, jetzt liegt ihr zweites Buch vor: In Das Dinner erzählt die bei Leipzig geborene, mittlerweile in Nürnberg ansässige, junge Autorin von einem Wiedersehen alter Freunde in einem abgelegenen Restaurant in der Eifel. Nur Marias Platz bleibt frei, sie ist vor fünf Jahren eines nachts spurlos verschwunden. Die Gruppe beginnt ein Krimi-Dinner, doch das Spiel verschmilzt allzu schnell mit der Realität: Wer lügt hier für seine Rolle und wer für sich selbst? Ist Maria vielleicht noch am Leben? Sitzt ein Mörder an diesem Tisch? Das Dinner ist ein klassischer Locked-Room-Thriller, der mit waghalsigen Wendungen arbeitet und auf ein Ende zusteuert, das einem den Atem raubt. Emily Rudolfs nächster Bestseller, Respekt!
S. Fischer Verlage, 464 Seiten, 18 Euro  >>
NüRNBERG. Luisa Stömer, Eva Wünsch: Schwellenangst
Das schreibende und gestaltende Duo aus Gostenhof did it again: Mit einem außergewöhnlichen Buch schaffen es Luisa Stömer und Eva Wünsch, einen neuen Zugang zu einem tabuisierten Thema zu finden. Schwellenangst versammelt Annäherungen an den Tod, bzw. nicht ganz richtig: Annäherungen an einen anderen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Denn genau darum geht es den beiden, um die Frage, ob es möglich sein könnte, die Verdrängung hinter uns und eine neue Offenheit zuzulassen. Gestorben wird heute sehr allein und davor tanzen wir ein Leben lang um das Thema herum, als gäbe es ihn nicht, den Tod. „Sterben ist eine Schwelle. Und der Tod ist der Raum jenseits der Fußmatte“, heißt es so schön banalpoetisch im ersten Text des Buches. Luisa und Eva schaffen eine neue, entdämonisierte Form der Sensibilität, indem sie sich dem Tod von allen Seiten nähern: von biologischen Prozessen des Sterbens, der Auflösung eines Körpers, bürokratischen Hürden und Schlupflöchern, über Trauer, die sich allen Phasenmodellen entzieht, und Wachstumsschmerzen bis hin zu unkonventionellen Bestattungen und gesellschaftlichen Ungleichheiten, die über den Tod hinausreichen.
Ein Buch, in dem vier Jahre Auseinandersetzung mit dem Ende stecken und das Orientierung und vielleicht auch Trost spenden kann – und natürlich so aufwendig, wie schön gestaltet ist.
 
Kunstmann Verlag, 288 Seiten, 34 Euro  // www.kunstmann.de


Lisa Krusche, Jenny Schäfer: Die Anrufung der Riesin
Mit 13, 14, 15 hatte sie, schreibt Lisa Krusche, die patriarchalen Ansprüche an ihren Körper längst verinnerlicht. Aus der Distanz von heute diagnostiziert die Autorin: eigentlich wollte sie verschwinden, immer dünner und zarter werden. Die Anrufung der Riesin, erschienen im Fürther starfruit Verlag und herausgegeben vom Institut für moderne Kunst, ist ein Essay, der von der Suche nach einem „Woanders“ erzählt, einem verschollenen Ort, an dem weiblich gelesene Menschen so sein können, wie sie sind. Der Text mäandert dabei zwischen wiederentdecktem Teenager-Tagebuch, Bestandsaufnahme der Weiblichkeit im Spätkapitalismus, analytischer, fußnotenreicher Selbstbefragung und dem Verfolgen der Spur der titelgebenden mythologischen und literarischen Figur. Durchsetzt ist er von den Bildern von Jenny Schäfer, deren fotografischer Blick in Gesteinsoberflächen mystische Landschaften findet. Ein offenherziges und aufwühlendes Kleinod von einem Buch.

Starfruit Publications, 128 Seiten, 24 Euro // www.starfruit-publications.de


Susanne Reiche: K0mmissar Kastner und das perfekte Weihnachtsdinner
Fränkische Krimifans was habt ihr euch vom Christkind gewünscht? Natürlich einen Weihnachtskrimi, im Idealfall auch noch mit Susanne Reiches Ermittler Kommissar Kastner. In Susanne Reiches neustem Roman schickt sie ihren kulinarisch nicht ambitionierten Helden in die Endausscheidung des Wettbewerbs franken kocht – als Ersatz-Beikoch für einen Kollegen. Einer jedoch überlebt das Wettkochen nicht, ein allzu strenger Juror, über dessen Leiche Kastner im Kühlraum stolpert. Geschickt nutzt Kastner seine Rolle beim kulinarischen Wettbewerb für Nachforschungen aus – und wächst gleichzeitig auch als Koch über sich hinaus.

Ars Vivendi, 143 Seiten, 14 Euro // www.arsvivendiverlag.de  >>
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