Neuer Kulturort: Die Wiederbelebung des Rio Kinos?
#Gostner, #Kino, #Leerstand, #MUZ, #Rio Palast
Das wäre die Vision: Ab 10 Uhr öffnen sich die Tore zum Rio. Man betritt das dreistöckige, denkmalgeschützte Foyer. Das Café unten wird vom Bistro West betrieben. Ein Konsumzwang herrscht nicht. Menschen kommen und gehen, verabreden sich auf ein Stück Kuchen oder einfach nur, um sich die Architektur anzuschauen. Weiter oben trifft sich ein Gesprächskreis. Es finden Beratungsangebote sozialer Einrichtungen statt. Um 18 Uhr schließt das Rio – aber nur kurz, um den Abend vorzubereiten, wenn das Gostner Hoftheater seine neueste Produktion im Saal zeigt. Oder die MUZ ein Konzert veranstaltet.
So zumindest stellt Christine Haas sich das gerne vor. Die künstlerische Leiterin des Gostner Hoftheaters gehört zum Kernteam der Gruppe Rio, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den außergewöhnlichen Rio Palast in der Fürther Straße zu kaufen. Seit 2025 steht das ehemalige Kino, mit dem viele Nürnberger:innen sentimentale Erinnerungen verbinden, zum Verkauf. Preis: fast 1,5 Millionen Euro.
Noch im selben Jahr formierte sich eine Gruppe aus Gostenhofer Initiativen, die das spektakuläre, vor allem von innen sehenswerte Gebäude als Kulturort erhalten möchten. Mit im Boot sind das Gostner Hoftheater, die MUZ, das Bistro West und das Kinder- und Jugendhaus Gost. Es finden monatliche Treffen statt, die für alle offen sind. "Wir wollen einen neuen Kulturort fürs Viertel", sagt Christine Haas, "mit Theater und Musik, kostenfreien Angeboten, verschiedenen Initiativen, die sich beteiligen ..."
Im November fand ein erstes Treffen mit der Eigentümerfamilie Ach statt. Die ließ das Gebäude in den 50er-Jahren bauen und führte das Kino bis in die 2010er-Jahre. Einige Renovierungen später wurde der obere, kleine Kinosaal wieder bespielt, nun vor allem mit türkischen Filmen. Ein Experte, der die Gruppe berät, schätzt den derzeitigen Sanierungsbedarf auf circa 5 Millionen Euro, die zur Kaufsumme hinzukämen.
"Die beteiligten Initiativen schwimmen alle nicht im Geld", sagt Haas. "Für Sanierungen gibt es Fördermöglichkeiten, beim Kauf sieht es nicht so gut aus." Die Gruppe befindet sich derzeit in einer Phase der Recherche nach Wegen der Finanzierung. Wenn andere Käufer:innen ihnen zuvorkämen, ist das Haus weg. Wegen Sanierungsbedarf plus Denkmalschutz hält Haas das allerdings für eher unwahrscheinlich.
Für das Gostner könnte das Rio eine zweite Spielstätte mit rund 130 Plätzen werden, die MUZ den Saal unbestuhlt bespielen. Hinzu kämen freie Gruppen. Besonders wichtig ist Haas der Charakter eines Treffpunkts für die Theater- und Musikbubble, die Denkmal- und Kinofans und alle Menschen, die einfach gerade vorbeikommen: verkehrsgünstig gelegen, weniger versteckt als das Gostner, und grundsätzlich niedrigschwellig.
"Viele Menschen verbinden total viele Erinnerungen mit diesem Ort", sagt sie, "und vielleicht finden wir ja jemanden, der dort z.B. seine Frau oder seinen Mann kennengelernt hat und jetzt Geld hat und etwas Gutes für diesen Stadtteil tun will?" Gesucht werden aber auch generell engagierte Menschen, die sich beteiligen möchten, das RIO als offenen Kultur-, und Nachbarschaftsraum weiterzudenken: Kino, Musik, Theater, Medien, Soziokultur – alles ist noch offen. Gostenhof würde es lieben!
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Leerstand, noch: das ehemalige Kino RIO Palast
Ein neuer Kultur- und Nachbarschaftsraum in Gostenhof?
Nächstes Treffen der Initiative am 21. April, 15 Uhr, im Kinder- und Jugendhaus GOST
Insta: @rio.palast
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