Literatur im Stream: Lit Lok

MONTAG, 30. MäRZ 2020, INTERNET

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Es nicht ganz einfach in diesen Tagen bei allem Aufräumen und Videochatten und Homeofficearbeiten, nichts zu verpassen: Die Kunst und Kutur macht, was sie kann und zwar aus der Not eine Tugend und erfindet ständig neue Formate und Events, die kontaktlos und im Internet vonstatten gehen. LITLOK ist so eines, das regionale Literaturfestival, mit doppelter curt-Beteiligung. Eh.

Dass es Litlok gibt, am Dienstag, 31. März, ab 17 Uhr und zwar, das bietet sich an, im Facebookstream, ist der Initiative der beiden Erlanger Schriftsteller Philip Krömer und Björn Bischoff zu verdanken. Innerhalb weniger Tage haben die beiden ein Corporate Design aus dem Boden gestampft, eine Anleitung how-to-stream zusammengebaut, das Facebookprofil des Litlok nach online gehoben und, nicht unwichtig, die Autorinnen und Autoren akquiriert.

Literaturaffine Zuschauerinnen und Zuschauer bleiben also nach wie vor flatten-the-curve-mäßig brav daheim und kommen trotzdem in den Genuss der Lesung. Und: Der Facebook-Stream eröffnet natürlich die schöne Möglichkeit, direkt im Anschluss an die Lesung mit dem/der Lesenden ins Gespräch zu kommen und Fragen einfach direkt ins dafür vorgesehene Fenster zu hacken. So findet am End sogar noch ein Austausch statt, in den Tagen der sozialen Fernwärme.

Die running order sieht wie folgt aus:

17 Uhr: Philip Krömer liest aus seinem Erzählband Ein Vogel ist er nicht, in dem er berühmte Persönlichkeiten der Geschichte (von Leonardo da Vinci über Vincent van Gogh bis Sisi) nach seiner Was-wäre-wenn-Pfeife tanzen lässt. 

17.30 Uhr: Pauline Füg, in der Region weithin als Poetry Slammerin bekannt, hat nicht nur Lyrik, sondern auch Elektro-Poesie, eine Graphic Novel, ein Hörbuch veröffentlicht. Sie liest Slam-Texte und gibt einen ersten Einblick in den Roman, an dem sie arbeitet.

18 Uhr: Leonhard F. Seidl arbeitet an seinem fünften Roman, liest aus seinem vierten: Fronten, 2017 erschienen, erzählt die Geschichte eines bosnischen Amokläufers, eines Reichsbürgers, der Rache nehmen will und einer kurdischen Ärztin, die Schlimmstes verhindert.

18.30 Uhr: Kathi Mock sorgt im curt stets für den Poetry-Slam-Überblick und liest aus einer Best-of-Auswahl ihrer Slam-Texte, in denen sie sich unter anderem mit Schönheitsidealen und der Erwartungshaltung der Gesellschaft auseinandersetzt.

19 Uhr: Nataša Dragnić liest aus ihrem vierten Roman, erschienen 2017. Einatmen, Ausatmen ist eine gute Anleitung, um durch die Quarantäne zu kommen, aber auch der Titel dieses Buchs, das am Koma-Bett der Jazz-Sängerin Giogia spielt, an dem drei Männer ihres Lebens Bekanntschaft machen.

19.30 Uhr: Der Suppen- und Redaktionsandi, Andreas Thamm, darf auch was vorlesen. Es gibt einen Ausschnitt aus dem Killer-Roman Unter Schluchten und wenn dann die Zeit noch reicht, einen aus dem Jugendroman Heldenhaft

20 Uhr: Das Wortwerk Erlangen, der umtriebige SchriftstellerInnen-Kreis bekommt zum Abschluss die Online-Bühne. Mit dabei sind Sylvia Hubele, Adrian van Schwamen, Stefan Winter, Klaus Kuhnke und Björn Bischoff

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Für viele Freiberufler im Kunst- und Kulturbereich waren die vergangenen Wochen nicht nur mit finanziellen Schwierigkeiten, sondern auch mit großer Unsicherheit verbunden: Wo kann ich was beantragen, bin ich antragsberechtigt, wann kommen die 1.000 Euro pro Monat oder doch nicht oder für wen? Ein Teil Unsicherheit wird auch in den kommenden Tagen bleiben, dafür ist die Lage einfach zu neu und komplex und scheiße. Klar ist aber nach der heutigen Pressekonferenz von Markus Söder und Kultusminister Bernd Sibler, dass der Rettungsschirm vergrößert wird: 200 statt 90 Millionen kommen in den Topf. Das ist nötig, damit auch Menschen, die nicht in der Künstlersozialkasse versichert sind, Zugriff darauf haben. Dazu gehören dann zum Beispiel Techniker, Maskenbildner aber auch freie Journalisten, etc. Die Zahl der Begeünstigten verdopple sich von 30.000 auf 60.000. Nachzuweisen ist ein substantieller Beitrag zum Einkommen aus der freien künstlerischen Arbeit.

50 Millionen Euro stehen außerdem für “Spielstätten” (Söder) bzw. “Veranstaltungsbetriebe” (Sibler) bereit, die bis zum Jahresende unterstützt werden sollen. Söder nannte explizit 700 kleine und mittlere Theater und 260 Kinos. Sibler sprach von “Kleine und mittlere Spielstätten aus den Bereichen Theater, Kunst, Kleinkunst, Musik und Kabarett.” Musikschulen und Laienmusikgruppen wie Chöre können ebenfalls je 1.000 Euro beantragen, für sie stehen insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung. Söder: “Es ist der Versuch, Kultur in der Breite durch Förderung zu erhalten.” Außerdem gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer für die Rückkehr von kulturellen Veranstaltungen: "Wir glauben, dass wir Perspektiven für die Zeit nach Pfingsten entwickeln sollen”, so Söder. Man wolle sich dabei an den Hygieneschutzmaßnahmen in Kirchen orientieren. Am 20. Mai soll die Ministerpräsidentenkonferenz über ein solches, bundesweites Konzept entscheiden.

Die Software, so Sibler, ist installiert, die Anträge können auf den Weg gebracht und ab nächster Woche heruntergeladen werden.
Die entsprechenden Anträge findet man, sobald es sie gibt hier:
https://www.stmwk.bayern.de/index.html

Einen guten Überblick über die Hilfsprogramme findet ihr hier:
https://bayern-kreativ.de/aktuelles/corona-erste-hilfe/

Die gesamte Pressekonferenz zum Nachschauen:
https://youtu.be/9zf-x75-YOQ


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