Kabarett, Comedy & Co

DONNERSTAG, 1. SEPTEMBER 2016

#Burgtheater, #Comedy, #Kabarett, #Meistersingerhalle, #Tommy Yamaha

Langsam kommen auch die lustigen Menschen aus der Sommerpause auf die Bühnen zurück. Was sich im September schon an Hochgeistigem, Scharfsinnigem und Künstlerischem tut, das erfahrt ihr genau hier, denn Tommy, unser Schreiberling von curt für Kabarett und Comedy, ist ein kritisches Trüffelschwein.

MATHIAS TRETTER: SELFIE
15.-17.09.  // BURGTHEATER
Der Zeitgeist im Wandel der Jahrzehnte ist Tretters übergeordnetes Thema. Die Stilblüten, die dieser Zeitgeist treibt, lassen einen meist mit einem großen Kopfschütteln zurück. Besonders absurd wirkt dieser Wandel bei den Volkskrankheiten. Da wurde der Herzinfarkt als Modekrankheit der 70er und 80er vom Darmkrebs in den 90ern abgelöst, um dann vom Burn-out vertrieben zu werden. Dies ist nur eins von vielen Themen, die Mathias Tretter gekonnt in Szene zu setzen weiß und sein äußerst charmanter Vortrag macht das Ganze zu einem vergnüglichen Erlebnis.

SASCHA GRAMMEL: ICH FIND’S LUSTIG
FREITAG, 16.09. // MEISTERSINGERHALLE
Puppet-Comedy nennt sich Grammels Kunst, die eine Kombination aus Comedy, Puppenspiel, Bauchreden und Zauberei ist. Sein Programm lief schon bei RTL, was ihm natürlich eine große Fangemeinde bescherte und nicht immer den totalen Qualitäts-Limbo bedeuten muss. Denn was der Kollege mit seinen Puppen zum Besten gibt, ist schon nicht schlecht. Das hat jetzt nicht den ganz großen intellektuellen Tiefgang, ist aber handwerklich tadellos und äußerst unterhaltsam. Lustig find ich’s auch.

THOMAS SCHRECKENBERGER: ENE, MEINE, MUH – WEM TRAUST DU?
FREITAG, 23.09. // BURGTHEATER
Thomas Schreckenberger macht Comedy, was ja per se nicht schlecht ist. Seine Geschichten schreibt das Leben, und zwar das Leben der Ü50-Generation. Da wird viel über die neue digitale Realität und ihre Tücken schwadroniert und – wie sollte es bei dieser Zielgruppe auch anders sein – natürlich auch über Ärzte, Krankheiten und den Tod. Herrn Schreckenberger gelingt es durchaus, das Ganze recht nett zu verpacken, allerdings lässt die Stimulanz meines Zwerchfells sehr zu wünschen übrig.

LISA CATENA: GRENZWERTIG
SAMSTAG, 24.09. // BURGTHEATER
Da will ich gerade anfangen, ein Hohelied auf die Schweizer Kabarettszene anzustimmen und die meist kluge Außenansicht auf die Deutsche Seele loben, und dann das. Frau Catenas Kunst ist weder besonders klug noch lustig, und der fehlende Tiefgang macht die ganze Sache nicht wirklich besser. Eine Satirikerin, die die direkte Schweizer Demokratie mit einem Käsefondue vergleicht... Zitat: „Die direkte Demokratie in der Schweiz ist wie ein Käsefondue – jeder gibt seinen Käse dazu, dann wird umgerührt und am Schluss haben alle Bauchschmerzen.“ Ist auf jeden Fall Geschmackssache und meiner ist das nicht.

PATRICK SALMEN: GENAUER BETRACHTET SIND MENSCHEN AUCH NUR LEUTE
FREITAG, 30.09. // BURGTHEATER
Patrick Salmen, Baujahr ´85, ist ein Slam Poet und Schriftsteller. Er gibt Workshops zum Thema kreatives Schreiben und seine Performance erinnert im besten Sinne an Torsten Sträter, mit dem er auch gemeinsam textet. Seine Geschichten schreibt sein Leben und dem scheint es am Würze und Abenteuer nicht zu fehlen. Gar wundervoll sind seine Gedanken zum Radio-Mega-Hit „Lieblingsmensch“ von Namika. Auch mit seinen klugen Beobachtungen zur Tschiboisierung der Deutschen weiß Patrick Salmen zu überzeugen. Diese neue Art des komödiantischen Vortrags gefällt mir mehr und mehr. Mein Tipp für den September.




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