curt Magazin #200

MITTWOCH, 2. DEZEMBER 2015

#Printmagazin

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So eine verrückte Zeit, so ein wildes Jahr, so viele Extreme. Eskalierende Probleme, Flüchtlingszuwanderung, Bomben, Kriege, Boote, Tote. Verwüstung und nicht enden wollendes Leid. Eine menschelnde Kanzlerin, verbal entgleisende, peinliche Politik-Alphatiere, Helfer, Flüchtlinge, Gutmenschen, Dummköpfe, rechte Arschlöcher. Und, zu allem Übel noch dazu: Weber, der Südstadtwolf, ist gar kein Mann, sondern ein Weibchen.

Der „Stolz von Nürnberg“ also eine Frau? So was geht? Zuerst ein Schock, mittlerweile aber angekommen in den Redaktionsköpfen. Die Männerdomäne curt-Büro, nur gelegentlich und lediglich temporär von Praktikantinnen, Spielerfrauen, Agentinnen oder Red Bull Sampling Girls befremdet, nun also mit offiziellem Frauenzimmer. Oh weh! Könnte jemand aus der Redaktion von Webers schnutigen Lippen ablesen, so gäbe es mittlerweile sicher eine regelmäßige Kolumne „Kleine Frauen mit Fell in Zeiten der digitalen Transformation“. Kann aber keiner, die Kolumne muss ausfallen.
Ganz anders verhält sich das mit unseren redaktionellen Dauerbrennern, die niemals ausfallen, und die hier, zum Jahresende, nochmals alle aufgezählt werden wollen: Andreas Radlmaier, Axel Rabenstein, Betty Schöner, Bird Berlin, Claudia Nitsche, Cris Civitillo, David Lodhi, Dieter Stoll, Frank Schlosser, Hannes Hoffmann, Johannes Modi, Katharina Winter, Matthias Egersdörfer, Melly Schöpf, Natalie de Ligt, Theo Fuchs, Thomas Bönig, Thomas Wurm, Torsten Hönig, Udo Kloos. Weber. In alphapetischer Reihenfolge. Danke, danke, danke Euch allen, für alles! Ihr seid die Allerschönsten, innerlich!
Man stelle sich nun einen gemeinsamen, bald anstehenden curt-Redaktionsausflug vor: alle Redaktionsgenerationen auf Schlitt-schuhen, einige mittelstark bis stark alkoholisiert. Alle in hautengen Catsuits, Figur hin oder her, Stroboskop-artig glitzernd in der Wintersonne. Spagat, Pirouetten, Salti, offene Brüche, Sanka, Hopserlauf – alles dabei! Engelchen flieg!, Blinde Kuh, Der Kaiser schickt seine Soldaten aus, Ringelpietz mit Anfassen, Topfklopfen, Weitspuckwettbewerb, Würstchenschnappen, Eierwerfen! Alles dabei! Weil: curt wird jetzt und hier und mit dieser Ausgabe 200 (hatten wir das schon erwähnt?) und da machen wir eben ganz verrückte Dinge. Und ja, wir singen unsere eigenen Lieder, zeigen unsere eigenen Filme, hängen unsere eigenen Bilder an die Wand! Flitzen bei Rot über Fußgängerampeln und haben Zahnstocher im Mund und echte Zigaretten hinterm Ohr! Schüren bei minus 80 Grad den Grill an und trinken Bier mit Strohhalm aus der Flasche! Barfuß! Schunkeln, hotsteppen, bouncen, schwofen, sinnieren. Reflektieren gar, heimlich. Heimlich intensiv!
Wer all das und noch viel mehr mit uns machen will, oder uns dabei beobachten möchte, den laden wir herzlich zu curt 200 ein. Am 12. Dezember 2015 in der Galerie Eisdiele. Mehr soll dazu jetzt gar nicht gesagt werden, es ist ja nur unsere 200. Ausgabe, darüber wollen wir ja nicht großartig reden. 200 ist nur eine Zahl. Wie 00. Bloß mit einer 2 davor. Trotzdem eine 00. Lasst uns also nicht zu viel Aufhebens machen um dieses großartige Jubiläum. Einfach kommen, dazu stellen, Augen schließen, innehalten. Darüber nachdenken, was aus unserer Stadt so geworden wäre, so ganz ohne curt. Vielleicht wäre sie schon längst Kulturhauptstadt? Uns doch egal.

Viel Spaß bei allem, was Ihr tut - wir haben das auch. Und Euch nochmal Glückwunsch zu curt 200!                                                   
Euer curt-Team


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[Models: Matthias Egersdörfer. Foto: Cristopher Civitillo www.facebook.com/CRISCivitilloPhotography]
 




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Warum curt keine Tageszeitung ist und nie sein wird.

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curt gibt es in diesem Monat seit exakt 19 Jahren. Ein Grund zu feiern? Natürlich! Vor allem dann in einem Jahr, beim großen Jubiläum. Im freundlich-ruppigen Hier und Jetzt gilt es vorrangig, sich ständig zu sortieren, sich neu zu erfinden und, ganz wichtig, permanent zu transformieren, natürlich am besten digital. Große Klammer rum: sich neu zu denken, Stichwort „Service Design“ oder so ähnlich. Hauptsache enorme Selbstreflektion, innerer und äußerer Wandel und begrifflich wie äußerlich stark im Startup-Mekka Berlin Valley beheimatet.  >>
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Diese Ausgabe ist definitiv ein Vorbote für die Sonne. Und die brauchen wir auch dringend, damit sich die Straßen wieder mit Zweirädern und die Plätze mit leicht bekleideten Menschen beleben. Wir ziehen also schnell die Sommerreifen auf unsere Klappräder und die Ledersandalen über unsere bestrumpften Füße, freuen uns über Bräunungscreme mit Glitzer drin, polieren die Sonnenbrillen und üben vor dem Ballettspiegel lässige Flanierposen: Brille ins Haar, Kragen hochgeschlagen, Pullover über die Schultern gehängt und eine Hand in der Hosentasche. We got the Look! Der muss auch hip und kompatibel sein, denn wir bewegen uns im April auf den Geek-Brettern der Nuernberg Web Week ebenso wie auf den Literaten-Latten von Stuckrad-Barre oder den Pinsel-Planken von Jim Avignon.  >>
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Am 28. September waren wir - curt - als Redner beim Creative Monday im Neuen Museum geladen. Anlass: curt im Wandel - 1 Jahr im neuen Format, und seit 4 Jahren im redaktionellen Umbruch. Dieser Umbruch beinhaltet Fotostrecken, Kolumnen, Interviews, Portraits, Koops und allgemein ein neues, gutes, besseres Stadtmagazingefühl von Welt.  >>
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