Jewish Music Today: Hardcore Klezmer u Hebräischer HipHop
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Die Tradition des fränkischen Jerusalems ist wohl bekannt – hochgehalten wird sie von einem Musikfestival, das europaweit zu den größten seiner Art gehört: Jewish Music Today holt zehn Tage lang jüdische Kultur nach Fürth. Zum Anhören, zum Genießen, zum Tanzen, zum Mitmachen und Erleben. Das Motto des Jahres stellt das Miteinander in den Vordergrund: Tsuzamen.
Das Festival Jewish Music Today, ist ein Glücksfall für die Region, weil es uns in die Lage versetzt, in Genres einzutauchen, die uns nicht ständig begegnen und so Künstler:innen von internationalem Format kennenzulernen. In diesem Jahr aus den USA, Israel, Kanada, Osteuropa, den Niederlanden und Deutschland. Fürth wird wieder einmal zum heißen Kern der grenzüberschreitenden Szene für Klezmer und Artverwandtes.
Das Festival startet traditionell mit dem Open-Air-Auftritt der Erlanger Marching Band Klezmaniaxx. Vom Rathaus zieht der Tross am 06.03. durch die Altstadt zum Kulturforum, wo Sarah Myerson aus New York die jüdische Tanz-Party für alle anleiten wird: Tants-Hoyz! Vorkenntnisse und Tanzpartner:in sind nicht erforderlich, der Eintritt für diesen Eröffnungstag ist frei.
Wer bei all den Crossover-Experimenten im Programm zuerst einmal verstehen will, wie Klezmer ursprünglich klingt, dem sei das Konzert von Abigale Reisman & Jake Shulman-Ment am 07.03. empfohlen. Shulman-Ment ist ist jahrelang in die entlegensten osteuropäischen Dörfer gereist, um zum Ursprung des ashkenasischen Fiddle-Stils zu gelangen. Zusammen mit der Violinistin Reisman bringt er den Kern dieser Musik zum Klingen.
Eine besondere Auftragsarbeit für das Jewish Music Today feiert am 08.03. Premiere: Der DJ, Autor und Freund des Festivals Yuriy Gurzhy setzt sich forschend damit auseinander, was eigentlich jüdische Musik ausmacht. Gemeinsam mit dem Fürther Orchester Ventuno (Kulturpreis der Stadt Nürnberg 2025) und dem Kölner nö theater wird aus dieser Suche inszenatorische Praxis: ein szenisches Konzert mit Melodien u.a. von Amy Winehouse, Billy Joel, John Zorn und Steve Reich.
Ein Konzert, das sich leicht mit geopolitischer Bedeutung aufladen lässt, ist der Auftritt von Magi am 10.03. Die in Israel geborene Tochter jemenitischer und arabischer Einwanderer singt auf Hebräisch und vereint arabische Folklore mit fetten HipHop-Beats und einem charismatischen, mitreißenden Auftritt. Ein echter Coup für das JMT, diese Künstlerin nach Fürth zu holen und ein Symbol für das friedliche Miteinander in der Musik. Mit einem Album, das es auf Platz 11 der International World Music Charts schaffte, kommt Nani Vazana am 11.03. nach Fürth. Ihre Musik verjazzt Einflüsse aus Nordafrika und dem Nahen Osten, verbindet sefardische Märchen mit zeitgenössischem Storytelling. Gesunden wird auf Ladino, der Sprache der sefardischen Juden.
Eine ganz andere Tonalität bringen die Polen von NeoKlez am 13.03. aufs Festival. Auch sie verstehen etwas von traditionellen Klezmer- und Balkan-Klängen, kombinieren diese aber mit Techno-Beats, Funk-Grooves und Synthesizer-Sounds. Eine gewaltig tönende Einladung, das Leben zu feiern. Geradezu als Erfinder eines eigenen Genres gelten Ramzailech aus Israel: Hardcore Klezmer! Zwei Freunde, die aus unterschiedlichen musikalischen Richtungen kamen, haben sich zusammengetan und etwas erschaffen, dass das Kulturforum einmal mehr in seinen Grundfesten erschüttern wird. Ramzailech sind gerngesehene Gäste beim Festival, auch das Motto "Tzusamen" hat Band gestiftet.
Zum Abschluss am 15.03. gibt es einen hohen Besuch für das JMT: The Klezmatics sind die Rolling Stones der Klezmer-Szene: Seit 40 Jahren unterwegs, stilprägende Wegbereiter, Grammy-Gewinner auf Jubiläumstournee. Zum vierten Mal kommt das Fürther Publikum in den Genuss dieses mitreißenden Sounds, der imstande ist, Brücken zu bauen.
Neben etlichen weiteren Acts aus den Subgenres baltischer Klezmer, Klezmer-Zirkus, Balkan-Klezmer, Tango-Klezmer und, und, und, bietet das Jewish Music Today immer auch ein nichtmusikalisches Rahmenprogramm. Das Jüdische Museum veranstaltet einen Workshop gegen Antisemitismus und Verschwörungstheorien und nicht weniger als sieben Sonderführungen durch die Stadt und das Museum. Der deutsch-israelische Künstler Gabriel Wolff zeigt kaligrafische Arbeiten mit der hebräischen Sprache im kultur.lokal. Die Künstlerin Anna Adam und die jüdische Kantorin Jalda Rebling wollen im Happy Hippy Jew Bus mit der Stadtgesellschaft ins Gespräch kommen. Und im Uferpalast laufen thematisch passende Kinofilme.
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Jewish Music Today
6. bis 15. März in Fürth.
www.jewish-music-today.de
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