Aus Worten wurden Taten: Edel Extra und Desi thematisieren rechte Sprache und Strukturen

23. SEPTEMBER 2020 - 27. SEPTEMBER 2020, EDEL EXTRA UND DESI

#Ausstellung, #Desi, #Edel Extra, #Rechtsextremismus, #Vortrag

2016 lief das Urheberrecht für Mein Kampf aus. Hitlers menschenverachtende Ergüsse wurden in kommentierter Fassung neu aufgelegt und standen auf einmal wieder auf der Deutschen Bestsellerliste. Absurd genug eigentlich und bitter, wenn man bedenkt, dass wir Mein Kampf in 2016 wie 2020 nicht bloß als historisches, überkommenenes Dokument betrachten können. Die Sprache der Nazis findet nach wie vor statt, in Kreisen der Neuen Rechten wie in der Politik. Mit einer Ausstellung, Vorträgen und Workshops nehmen sich jetzt Edel Extra und Desi des Themas an. 

Aus Worten wurden Taten – Kampf dem Krampf
Ausstellung von Simon Horn, 23.-27.09., Edel Extra


Der Illustrator Simon Horn bezieht sich in seiner Arbeit unmittelbar auf Mein Kampf. Das heißt: Horn greift Textpassagen aus dem Buch und inszeniert sie im Kontext seiner Illustationen neu. Einerseits ermächtigt er sich dadurch als Künstler einer gewalttätigen Sprache, andererseits lenkt er den Fokus genau darauf: Auf die Brutalität, die den Worten innewohnt, aus denen Taten wurden. Eine mächtige Dekonstruktion einer Hetzschrift. 
Die Ausstellung ist Do. bis So., 17 bis 20 Uhr geöffnet. 

Vorträge
Beide: Beginn 19.30, Teilnahme ist kostenlos nach Anmeldung an:  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

24.09., Desi: Andreas Kemper: Zur Sprache des rechten Fanatismus
Andreas Kemper ist Soziologe und beschäftigt sich seit Jahren mit antidemokratischen Tendenzen in der sehr schlechten Partei AfD. Bekannt wurde er durch seine Enttarnung Björn Höckes, den er in seinen Arbeiten als Landolf Ladig ausweist, Autor von offen rechtsextremen Artikeln. Erkenntnisse Kempers waren auch für den Verfassungsschutz ausschlaggebend, um die AfD zum Prüffall zu erklären. In der Desi diskutiert er die Merkmale einer antidemokratischen, fanatisierten Sprache. 

27.09., Desi: Jonas Miller: Rechtsextreme Szene in Nordbayern
Als Journalist für BR, ARD und Zeit online beschäftigt sich Jonas Miller seit Jahren mit der rechtsextremen Szene hier bei uns in Nordbayern, er gehört dem investigativem Team von BR und Nürnberger Nachrichten an, die sich mit den Verstrickungen des NSU in Südedutschland befasst. Bereits im Juli sprach Miller in der Desi über rechte Verschwörungsmythen im Corona-Kontext. An diesem Abend wird er Akteure, Strukturen und Strategien der nordbayrischen Naziszene skizzieren und dabei auch auf die Verbindungen zum NSU Bezug nehmen. 

Workshops:

26.09., 14.30-17.30 Uhr Desi: Şehbal Şenyurt Arınlı & MOiN e.V.: Wer schreibt, bleibt!
Şehbal Şenyurt Arınlı, Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin, Autorin engagierte sich in ihrer Heimat als erste Frau hinter der Kamera für die Rechte von Frauen und Minderheiten. Wegen ihrer Verbindungen zu kurdischen Medien wurde sie inhaftiert, kam durch einen Zufall frei und konnte nach Deutschland fliehen. In ihrem Workshop geht es darum, für die eigene, “verlorene Geschichte” Worte zu finden. 
Teilnahme kostenlos, Spenden werden erbeten. Anmeldung via:  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

27.09., 12-14 Uhr, Desi: Neue Deutsche Medienmacher*innen: Sprache. Werte. Macht. Diskriminierung.
Sprache ist ein wirkmächtiges Instrument und sollte deshalb mit bedacht eingesetzt sein. Gerade für Menschen, die schreiben und veröffentlichen, ein wichtiges Thema. Die Neuen Deutschen Medienmacher*innen bzw. deren Referentin Ella Schindler, bieten deshalb einen Workshop an, der aufzeigt, wo Diskriminierungen durch Sprache stattfinden und wie diese vermieden werden können. 
Teilnahme kostenlos, Spenden werden erbeten. Anmeldung via:  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

27.09., 15.-17 Uhr, Desi: Neue Deutsche Medienmacher*innen: „Immer mitten in die Fresse rein“ - Hate Speech im Netz
Wenn es um Sprache und um Hass geht, müssen wir natürlich auch über die Abgründe des Internet sprechen. Ella Schindler liefert Hilfestellungen für alle, die sich aktiv im Netz bewegen. Die Workshop-Teilnehmenden lernen verschiedene Arten von Hate Speech und Strategien für den Umgang damit kennen.  
Teilnahme kostenlos, Spenden werden erbeten. Anmeldung via:  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

edelextra.biz
desi-nbg.de

__
Wir freuen uns sehr auf Euch, alle unsere Gäste, viele Veranstaltungen und einen spannendes Herbstprogramm. Dabei gilt immer noch safety first! Alle unsere Gäste, wie auch unsere Mitarbeiter*innen sollen sich wohl und sicher in DESI und im Edel Extra fühlen. Achtet daher bitte auf die Einhaltung der generellen Empfehlungen zur Covid 19-Infektionsvermeidung und folgt unseren Markierungen und Anweisungen der Veranstaltungsorte. Und: kommt selbstverständlich nur wenn ihr absolut symptomfrei seid. Eh klar.
Die Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm „Aus Worten wurden Taten“ " wird unterstützt durch die Nürnberger "Partnerschaft für Demokratie" im Bundesprogramm "Demokratie leben!"
Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG / Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu Veranstaltungen zu verwehren.
 




Twitter Facebook Google

#Ausstellung, #Desi, #Edel Extra, #Rechtsextremismus, #Vortrag

Vielleicht auch interessant...

Kultur  04.02.-21.02.2026
KAUFHOF. Der Weltacker auf einem entsiegelten Parkplatz am Westpark ist ein maximal anschauliches Bildungsprojekt: Auf 2.500 qm zeigt der Bluepingu e.V., was auf der Welt zu welchen Anteilen angebaut wird, um uns alle zu ernähren. Eigentlich müssten 2.000 qm pro Mensch reichen, warum das nicht so ist, wer noch alles auf dem Acker lebt und welche Folgen die industrielle Landwirtschaft für die Welt hat – auch das wird in diesem Rahmen alles beantwortet. Stichwort: Ernährungsgerechtigkeit. 
Vom 04.02. bis 21.02. zieht die Weltacker-Ausstellung in den ehemaligen Kaufhof, genauer: in den ehemaligen Tabakladen, Pfannenschmiedgasse 13. Sie spannt einen Bogen von globalen Ernährungsfragen über Landnutzung, Wasserverbrauch, Biodiversität und hin zu Verteilungs- und Geschlechtergerechtigkeit. Am 12.02., 19 Uhr, findet hier die international besetzte Podiumsveranstaltung Women* in Agriculture statt. Die Gäste aus Forschung und landwirtschaftlicher Praxis widmen sich Fragen von Geschlechterrollen und -gerechtigkeit im Kontext der Landwirtschaft. An allen Ausstellungssamstagen werden die Bildungsinhalte des Weltackers durch Impulsvorträge vertieft. Zur Sprache kommen folgende Themen: Gendergerechtigkeit in der Landwirtschaft (07.02.), Boden als Lebensgrundlage (14.02.) und Wasser als globale Ressource (21.02.).
Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag 14–18 Uhr, Samstag 12–16:30 Uhr.  >>
KULTUR.LOKAL.FüRTH. Am Abend des 23. August 1989 hielten sich rund zwei Millionen Menschen aus Estland, Lettland und Litauen an den Händen. Die Menschenkette reichte von der Nordküste Estlands bis in den Südosten Litauens, 600 Kilometer weit. Eine regimefeindliche Demonstration unter hohem persönlichen Risiko der Beteiligten. Bis spät in die Nacht sangen die Menschen gemeinsam alte Volkslieder, als singende Revolution ging der Protest in die Geschichte ein. Die Fürther Künstlerin Gesa Will bringt eine Vesammlung nach diesem Vorbild im Miniaturformat ins kultur.lokal.fürth: Miniaturmenschen aus Ton stehen für Freiheit und zivilen, friedlichen Widerstand. Nur ein Teil von Wills Ausstellung Die singende Revolution, die vom 08. bis 19.01. im kultur.lokal.fürth zu sehen ist. Eine Reihe an Kunstwerken ruft vor dem Hintergrund der kriegerischen Auseinandersetzungen unserer Gegenwart die Friedensbotschaften wieder in Erinnerung – und dass sich auch ohne Gewalt die Welt bewegen lässt. 

Zur Vernissage am 8. Januar, um 19 Uhr gibt es passend zum Titel der Ausstellung Gesang von Anna und Markus Simon. Am 16. Januar lädt der Autor Leonhard F. Seidl   zu einer friedensbewegten Lesung. 

 
   >>
20251201_da_Vinci
20260102_curt_insta
20260201_Staatstheater
20260121_Panoptikum
20260201_Pfuetze
20260201_Freizeit_Messe
20260201_N-Ergie
20251125_Retterspitz_Juniper
20260201_Kammermusik_Festival
20260201_VAG_Bleib_dabei
20260201_BERG_WtF
20260201_Retterspitz
20251201_Kaweco
20260121_Jonas_Stammzellen
2026027_Akustika
20260201_schauspiel_erlangen