10 Jahre Galerie Bunsen Götz

FREITAG, 17. JUNI 2016, BUNSEN GOETZ GALERIE

#Ausstellung, #Bunsen Goetz Galerie, #Im Gespräch mit, #Interview, #Kunst

In Erlangen von den Kunsthistorikern Ulrike Götz M.A. und Jan Thorleiv Bunsen M.A. gegründet, bezog die Galerie 2013 ihr Domizil in St. Johannis in Nürnberg. Anlässlich ihres anstehenden Jubiläums haben wir mit den beiden Galeristen gesprochen.

Schon im Schaufenster der Galerie bekommt man moderne Kunst in Museumsqualität quasi im Vorbeigehen zu sehen. Die Fenster werden in kurzen Abständen neu bestückt, in der Galerie selbst erwartet uns ein sorgfältig ausgewählter Fundus, der alle Gattungen der bildenden zeitgenössischen Kunst umfasst. Und für zusätzliche Ausstellungen haben die Betreiber nebenan in der Kressenstr. 11 eine Halle zum „White Cube“ umgebaut, der auch außerhalb von Vernissagen gerne für kunstinteressierte Besucher geöffnet wird. Das anstehende Jubiläum wird am 17. Juni in beiden Locations gefeiert.


CURT: Ihr habt „X Jahre Euphorie“ als Übertitel für Eure Jubiläumsvernissage gewählt. Warum?
JAN THORLEIV BUNSEN: Internationale Talente dann entdecken, wenn ihre Werke noch als Geheimtipp gehandelt werden, und KünstlerInnen über Jahre begleiten auf ihrem Weg in die Museen und Sammlungen dieser Welt – dazu braucht es Liebe zur Kunst und eben auch Euphorie. Das ist das, was uns seit zehn Jahren auszeichnet.

CURT: Was bedeutet „Euphorie“ im Zusammenhang mit Kunst für Euch?
ULRIKE GÖTZ: Kunst entsteht für mich aus einem tiefen Wunsch heraus, einzigartig zu sein. Wir schmücken die Wände unserer Häuser und Wohnungen, um etwas von uns selbst zu zeigen. Die Werke, mit denen wir uns umgeben, weisen uns als Individuen aus und die Betrachtung von Kunst vermittelt mir immer wieder ein euphorisches Gefühl.
JTB: Für mich entsteht Euphorie, wenn mich das Oeuvre eines Künstlers durch die Unendlichkeit seiner Facetten zu faszinieren beginnt. Jedes Werk ist eine einzigartige Momentaufnahme. Ich will als Galerist diese Werke dann unbedingt für die Galerie bzw. unsere Gäste und Kunden haben. Wir konzentrieren uns in unserer Galerie auf internationale Positionen von zeitgenössischer Kunst, die nur ein einziger Kenner besitzen kann.

CURT: Ihr pflegt die Galerietradition, KünstlerInnen über lange Jahre zu begleiten.
JTB: Nur so können Qualität und Wertschöpfung entstehen. Für unsere Kunden ist es enorm wichtig zu wissen, dass ein Künstler dauerhaft in guten Händen ist.

CURT: Wen erwartet Ihr zu Eurer Jubiläumsvernissage am 17. Juni?
UG: Es werden etliche interessante Gäste da sein – die Moderatorin des Abends ist Marion Grether, die Direktorin des Museums für Kommunikation. Anschließend gibt es noch eine gesonderte Aftershow-Party im White Cube.

CURT: Ist Nürnberg für Galerien eher eine schwierige Stadt?
JTB: Generell sind Vermittlung und Vertrieb von zeitgenössischer Kunst überall auf der Welt immer eine Herausforderung. Wobei es natürlich schon Regionen gibt, in denen die Galerienszene eine längere Tradition hat und auch eine größere Rolle spielt als am Standort Nürnberg. Aber wir sind auch ob des wirtschaftlich gesunden Umfeldes gerne hier und in den letzten Jahren hat sich in der Metropolregion eine Menge in diesem Bereich zum Besseren entwickelt.

CURT: Welchen Support erfährt man von Seiten der Stadt?
JTB: Bei der Stadt Nürnberg findet man als Galerie bei vielen Fragen, Projekten und Anregungen ein offenes Ohr. Mit der RathausART ist eine kleine, aber sehr professionelle Kunstmesse für hiesige Galerien etabliert worden, die unsere Arbeit einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, die wir auf hergebrachten Kommunikationswegen nur schwer erreichen würden. Gerade deshalb ist dieses Event nicht zu unterschätzen. Die hiesige Szene ist sehr rege geworden und es wäre schön, wenn diese Leistung innerhalb der Kulturwirtschaft häufiger im Fokus der Verantwortlichen seitens der Stadt stehen würde.

CURT: Wie sieht der regionale Markt aus? Ein Selbstläufer oder muss man viel missionieren und akquirieren?
JTB: Dadurch, dass wir viele internationale KünstlerInnen vertreten, kommen wir auch mit Kunden aus der ganzen Welt in Kontakt – auch wenn wir einen großen Anteil unserer Umsätze nach wie vor in Nürnberg machen. Missionieren und Akquirieren sind aber in Franken genauso unabdingbar für gute und erfolgreiche Galeriearbeit, wie z.B. in Köln oder Stockholm. Wobei wir glauben, dass der treue Franke – hat er erst einmal seine Scheu überwunden – schneller zum Stammkunden wird.

CURT: Gibt es Austausch oder gar Kooperationen mit anderen Galerien oder Institutionen?
JTB: Die Vermittlung von Kunstpositionen in andere Häuser ist zentral wichtig für die Entwicklung einer werthaltigen künstlerischen Vita und daher unabdingbar. Tatsächlich ist es aber manchmal in anderen Regionen leichter, mit Partnern zu kooperieren, als vor Ort. Die Region ist leider nicht im Fokus der internationalen Kunstszene. Wir hoffen und arbeiten daran, dass sich aber auch hier in der Zukunft noch mehr Türen öffnen.

CURT: Sind gemeinsame Events denkbar? Nürnberger Galerie-Tage?
JTB: Grundsätzlich hat die schon erwähnte RathausART ein ähnliches Konzept, das sehr gut angenommen wird. Fast alle Galerien aus der Region sind vertreten. Dennoch planen die Nürnberger Galerien noch ein eigenes Season-Opening erstmalig für den Herbst 2016. Die Bunsen Goetz Galerie beteiligt sich am 30. September mit einer Vernissage des kalifornischen Künstlers Jeff Soto, einem Weltstar der Graffiti-Szene. Auch sonst wird Einiges geboten sein!

CURT: Wie und wo erlebt Ihr selbst Kunst, auch hier in der Region?
JTB: Generell führt uns unser erster Weg auf Städtreisen immer in die dortigen Kunsttempel und Galerien. Aber auch die Museen der Stadt Nürnberg bieten schon eine Menge Inhalte; dennoch machen wir uns auch gerne einmal auf den Weg nach München oder Berlin. Jedoch trifft man uns genauso häufig auch auf den Gostenhofer Ateliertagen oder ähnlichen Veranstaltungen. Denn Kunst blüht ja mitunter an den überraschendsten Orten und unsere Aufgabe ist es, sie zu entdecken.

CURT: Was könnt Ihr empfehlen?
JTB: Eine unserer Entdeckungen der letzten Jahre ist die aus dem ehemaligen Ernst-Sachs-Bad entstandene Kunsthalle Schweinfurt: neben faszinierenden Sonderausstellungen lohnt alleine schon die Architektur.

X JAHRE EUPHORIE - VERNISSAGE DER BUNSEN GOETZ GALERIE.
Am 17. Juni ab 18 Uhr in der Bucher Str. 83, Nürnberg.
www.bunsengoetz.de
www.facebook.com/bunsengoetz.galerie
 




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