Seifenkistenrennen 2022: So war´s!

SONNTAG, 25. SEPTEMBER 2022, NüRNBERG



Nach langer Corona-Pause fand am letzten Sonntag im September endlich wieder das Seifenkistenrenn am Schmausenbuck statt. Holger Rothe und seine Agentur 1Agency hatten trotz aller Widrigkeiten alles möglich gemacht, um die Holzboliden aller Art an den Start zu bringen zum wilden Ritt den Berg hinunter, bis fast zum Tiergarten.
Das verwegene curt-Team war traditionell wieder gemeldet – lediglich beim allerersten Mal waren wir nicht dabei, danach dann durchgehend. Wir holten uns direkt den Preis für die schönste Kiste, da wir das simple Holzgefährt zu einem rollenden Ebenbild unseres curt-Hundes Weber machten und eben beide sehr, sehr attraktiv waren. Echte Rennerfolge konnten wir nie feiern, da wir unsere Seifenkiste –  bis auf Achsen, Räder und Lenkrad – im schäbigen Originalzustand ließen. Klar, wir reparierten, was kaputt war und dabei waren Panzertape und Kabelbinder unsere besten Freunde. Wir waren optisch und technisch der Underdog – aber immer die Schönsten.
Auch dieses Jahr war unsere Vorfreude wieder enorm, unsere Seifenkiste in alter Bestform. Dennoch mussten wir leider mega kurzfristig absagen, unser Magazin hatte Vorrang, Termine hatten sich verändert. “Life is a Bitch!”, würden Andere da sagen. Und ja, wir haben das komplette Rennen auch als Gäste verpasst und saßen stattdessen an den Rechnern. Natürlich war es auch ohne curt-Beteiligung ein großer Spaß, war ja klar. Zum Glück.

Wir haben Holger gefragt, wie es war, wie es sich angefühlt hat und warum es nach so langer Pause so gut und wichtig war, endlich wieder starten zu können.

Holger, wie lange war die rennfreie Zeit seit dem letzten Seifenkistenrennen und wie hat es sich angefühlt, jetzt wieder veranstalten zu können/dürfen?
Die rennfreie Zeit ging über die ganze Coronazeit - das letzte Rennen davor war im September 2019. Wie es sich angefühlt hat? Einerseits ist man froh, es wieder machen zu können, andererseits ist es Stress pur. Das liegt daran, dass einfach alles anders ist als vorher und man noch lange nicht von Normalität sprechen kann. Da sind die extrem gestiegenen Kosten in jedem Bereich. Dazu kommen behördliche Fragen, die geklärt werden müssen. Dazu dann noch die Mentalität der Menschen, die lange nicht mehr so ist wie vor Corona. Und am Ende muss man eben viel mehr planen und koordinieren, als es vorher der Fall war. Trotzdem ist man froh, endlich wieder was tun zu können und freut sich hinterher über den Zuspruch der Partner, Teams und natürlich der Zuschauer.

Was war diesmal anders? Und: Bleibt das bei diesen Änderungen oder können wir (wenn alles normal läuft) für 2023 mit Neuem rechnen?
Es gab diesmal leider nur Platz für 12 Teamboxen, da der Parkplatz des Löwensaals dieses Jahr zu 3/4 für Baumaterial des Tiergartens genutzt wurde. Dies sollte sich natürlich im nächsten Jahr wieder ändern und auf die normale Größe von 16 Teams zurück geändert werden. Wir haben aber auch noch andere Ideen, die ich jetzt noch nicht so groß ausführen kann, da dazu noch viele Gespräche anstehen.
Ich kann soviel sagen, dass der Motorsport Club Noris an einer Kooperation interessiert ist. Man hat ja in den 70ern schon Seifenkistenrennen mit den damaligen bekannten Opel Seifenkisten am Hallertor organisiert. Das geht so heute natürlich nicht mehr. Aber der Vizepräsident vom Motorsportclub, Jürgen Schielein, hat dieses Jahr die Kisten auch in der Jury der schönsten Kisten mitbewertet und war sehr begeistert und wir führen demnächst erste Gespräche hinsichtlich einer Zusammenarbeit. Was daraus entsteht - man darf gespannt sein…

Es ist ja viel mehr als nur ein Rennen, sondern ein Tagesevent für die ganze Familie: Was war alles geboten?
Auch dieses Jahr hatten wir wieder Absima am Start - hier konnten die Kids und jung gebliebenen auf einem Hindernisparcours ihre Geschicklichkeit an der Fernbedienung testen und mit ferngesteuerten Autos verschiedenster Art Spaß haben. Zusätzlich war natürlich eine Hüpfburg vom Tucherland am Start. Kulinarisch war auch wieder einiges geboten in Sachen Foodtrucks - Guerilla Gröstl, Tom & Berry sowie Fish Ahoi! Natürlich gab es auch die Löwensaal-Bar mit Biergarten.
Als Spaß für das Publikum wurde natürlich auch wieder das beste Grid Girl prämiert und natürlich die schönsten Seifenkisten.

Wieviel Publikum gab es nach der langen Pause bei dem Rennen?
Bei anfänglich gutem Wetter haben es ca. 2.000 bis 2.500 Zuschauer an die Strecke geschafft und haben das Rennen auch nach dieser langen Coronapause mit sensationeller Stimmung unterstützt. Leider wurde dies durch einen Wolkenbruch kurz vor dem Finale für 20 Minuten unterbrochen, durch den wir aus Sicherheitsgründen die Rennen unterbrechen mussten.

Deine Teams kamen früher zumeist aus der Gastroszene, es waren Tätowierer dabei, Einzelhändler, ein freakiger Haufen eben… Diesmal war das etwas anders. Ist das die neue Ausrichtung oder den Umständen geschuldet?
Da unterliegst du einem Fehler - es ist richtig, wir haben die Veranstaltungsreihe 2009 als “Gastrorennen” aus der Taufe gehoben. Aber schon 2010 waren Teams wie Autobild Motorsport und TX Sports dabei. Das war natürlich noch wenig außerhalb der Gastro.
So zog sich das bis 2012 - dann gab es aber schon vier gastrofremde Teams. 2013 waren es dann schon neun gastrofremde Teams von 16. So ging die Entwicklung stetig weiter und nun sind es seit den letzten Jahren maximal noch zwei Teams aus der Gastro.
Ich bin nicht bös´ drum, denn es hat sich schon sehr früh herausgestellt, dass die Veranstaltung für Firmen allgemein interessant ist und es rückschrittlich gewesen wäre an der Gastro festzuhalten. Der Rest, den du ansprichst, wird auch weiterhin wieder dabei sein - hier ist leider noch die Nach-Coronazeit zu spüren und man muss in verschiedensten Bereichen aufholen, das trifft eben auch Tätowierer, die eben jetzt die Prio gerade noch anders setzen müssen. Das ist verständlich, da sie ja jahrelang nicht mehr arbeiten konnten. Das wird sich sicherlich nächstes Jahr ändern, so wie nicht wieder krasse Einschnitte erleben.

Die Siegerehrung haben der Handwerkskammer Präsident und Landtagskandidat Thomas Pirner und Bundestagsmitglied Sebastian Brehm übernommen: Warum?
Die Handwerkskammer - naja, ist doch eigentlich klar? Um eine siegreiche Seifenkiste an den Start zu bringen, braucht es nun einmal handwerkliches Geschick. Nein, Geld allein reicht dafür nicht aus.

Nach so langer Zeit, was war die größte Herausforderung? Sponsorensuche? Teams? Allgemeine Kommunikation?
Wie oben schon genannt, alles war es. Die Sponsoren nicht - denn in der Feser-Graf Gruppe haben wir nun seit Jahren einen zuverlässigen und wirklich begeisterten und hilfsbereiten Partner. Mit dem Entsorgungszentrum Rau kam ein weiterer toller Partner dazu. Die Allianz ist ebenso seit Jahren hilfsbereit und zuverlässig am Start. Hier gab es also keinerlei Probleme.
Das sieht bei den Teams ganz anders aus - da wurde ich dieses Jahr leider wieder mal darin belehrt, dass man sich eben nicht auf "feste" Zusagen verlassen kann. Teams die seit Monaten fest eingeplant waren, haben abgesagt.
Die waren aber nicht mal das Problem, das kann man durch andere Teams ausgleichen. Aber Teams, die zwei oder einen Tag vor der Veranstaltung absagen, die kann man nicht mehr ersetzen. Das ist etwas, wo man sich manchmal fragt ob den Leuten eigentlich bewusst ist, was sie dem Veranstalter damit aufbürden. Denn man muss vorher kalkulieren, man muss planen. Man muss die Rennen selbst vom Ablauf planen. Man macht Werbung usw. Dadurch fehlen am Ende finanzielle Mittel, andere Teams, die vielleicht hätten fahren wollen, konnten es nicht, da man ja "voll" besetzt war. Und was das Wichtigste ist - die Zuschauer haben wesentlich weniger Rennen, Action und Spaß.
Aber wie oben gesagt, das trifft eben auch die Mentalität nach Corona - man merkt einfach, dass die Denkweise der Menschen eine andere geworden ist. Das merkt man auch in der allgemeinen Kommunikation.
Alles in allem, haben wir das Beste draus gemacht und getan was wir konnten, damit es für alle, die vor Ort waren eine gelungene und schöne Veranstaltung war.

Worauf freust du dich am meisten für das Seifenkistenrennen 2023? Und: Lohnt sich der unfassbare Aufwand überhaupt bzw bist du dazu weiterhin bereit?
Es lohnt immer, sonst würde ich es nicht tun. Dabei geht es nicht um den finanziellen Part - die oben genannten Gründe lassen das sicher erahnen. Aber wir bieten eben gern was und sind in der Nürnberger Kultur verankert. Das muss man gerade nach Corona zeigen. So geht es allen Veranstaltern, die schon lange in und um Nürnberg ihre Veranstaltungen durchführen. Man muss Flagge zeigen für ein normales Leben, denn für jeden Menschen gehört da auch Entspannung, Spaß und das Treffen andere Menschen dazu. Wo kann man das besser als auf solchen Events?
Und klar machen wir weiter - wie oben geschrieben - 2023 ist zumindest in den Köpfen schon in der Planungsphase.

Danke, Holger.
2023 wird auch wieder mega!

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Video zum Rennen: Klick!


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Ergebnisse des 12. Seifenkistenrennen 2022

Schnellste Seifenkiste

1. Platz: Wurzelsepp
2. Platz: Haus der Party (Projekt.Mediengruppe)
3. Platz: Feser-Graf Gruppe

Kreativste Seifenkiste
1. Platz: Feser-Graf Gruppe
2. Platz: BBI Logistik
3. Platz: Wurzelsepp

Bestes Gridgirl: Löwensaal-Team

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Achtung, schon mal einplanen für nächstes Jahr:

13. Nürnberger Seifenkistenrennen 2023
Geplant: 24.09.2023

www.seifenkistenrennen-nbg.de




 




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