Klaragassen- & Kornmart-Wirte: offener Brief

DONNERSTAG, 17. JUNI 2021, KLARAGASSE + KORNMARKT



Die Situation am Kornmarkt wird immer hässlicher: Autoposer prollen und rasen durch die Straßen, feiern sich an anliegenden Parkplätzen, vermüllen mit ihren Crews den Platz … und die anliegenden Gastronomen werden dafür mitverantwortlich gemacht. Zu Unrecht, wie wir aus erster Hand von einer Kollegin wissen, die als Anwohnerin ebenfalls dem Lärm und dem Geprolle ausgesetzt ist und schon seit Wochen jammert, dass hier nichts unternommen wird. Wundern muss man sich schon, dass hier nix passiert, denn es wäre ein Leichtes, gegen Raserei, Tuning, Prollerei, Verschmutzung, Lärmbelästigung und Co. vorzugehen ...

Nun gibt es einen OFFENEN BRIEF der Betreiber von Sushi Glas, KORN´S, Brotzeit, Monobar, Afterwork, Wacht am Rhein, Original und Club Stereo:

Hallo,

mit diesem offenen Brief möchten wir, die Wirte von Klaragasse und Kornmarkt, Stellung beziehen zur Presseberichterstattung, die seit zwei Wochenenden die Gastronomie am Kornmarkt (KORN´S, Sushi Glas) und an der Ecke Klaragasse / Grasersgasse / Kornmarkt (BrotZeit, Original Bar, Monobar, Wacht am Rhein, Afterwork) in Zusammenhang mit so genannten „Party Eskalationen“ am Kornmarkt stellt.

Beispiele aus der lokalen Presse:

https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/nachtliche-randale-in-nurnberg-grosserpolizeieinsatz-kornmarkt-geraumt-1.11122540
https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/party-am-kornmarkt-eskaliert-frau-schlug-undwurgte-polizisten-1.11140873

Auch die Nürnberger Politik äußert sich inzwischen zu den Vorfällen. Hier wird ebenfalls teils eine Verknüpfung zur ansässigen oder benachbarten Gastronomie gemutmaßt.

Wir möchten die Situation im Folgenden aus unserer Sicht skizzieren und darum bitten uns als Wirte zu unterstützen statt uns eine Mitschuld an den Vorkommnissen zu geben. Wir sind ebenfalls in Sorge und verurteilen diese Vorkommnisse. Aufgrund der 13. Bayrischen Infektionsschutzmaßnamenverordnung darf unsere Außengastronomie derzeit je nach Konzession bis 23:00 oder 24:00 öffnen. Innenbereiche, sofern zu Restaurants zugehörig, können bis 24:00 Gäste empfangen. Das bedeutet, spätestens um Mitternacht ist geschlossen. Die oben genannten Presseberichte sprechen davon, dass sich ab diesem Zeitpunkt die Stimmung auf dem Kornmarkt alkoholbedingt „aufgeheizt“ habe – möglicher Weise auch unter Mitwirkung unserer Gäste.

Wir stellen klar in Frage, dass die Menschenansammlungen auf dem Kornmarkt in einem Zusammenhang damit stehen. Oder ist es vorstellbar, dass die Gäste des ältesten Nürnberger Suhsi Restaurants Sushi Glas, der gediegenen Restaurant-Lounge KORN´S, des modernen fränkischen Restaurants BrotZeit, der Szenebar Mono mit etwa 20 Sitzplätzen außen und einem Gästedurchschnittsalter von Ü35, des Nürnberger Restaurant-Urgesteines Wacht am Rhein, der Karibik-Bar Original, des am anderen Ende der Klaragasse gelegenen und bis auf ein paar Außentische geschlossenen Club Stereo und des ruhigen Klaragassen-Neuankömmlings Afterwork mit Bier, Brotzeitplatten und gehobenen Whiskeys auf der Karte sich nach Speis und Trank direkt zum Randalieren zum Kornmarkt begeben?

Wir haben am Montag, 14. Juni 2021, bereits mit deutlichen Worten gegenüber einem Fernsehteam vom Bayrischen Rundfunk Stellung bezogen und wiederholen dies hier gerne.

Die Verfasser:innen oben genannter Nordbayern-Artikel, vieler weiterer Berichte zum Thema und auch die Politik mögen sich sehr gerne selbst ein Bild von uns machen. Das würde umgehend klar stellen, dass wir nichts mit dem Geschehen auf dem Kornmarkt der vergangenen Wochenenden zu tun haben.

Nachdem wir auch nach Schließung unserer Restaurants oder Bars noch mehrere Stunden vor Ort sind, um abzurechnen und sauber zu machen, sehen wir durchaus was hier spätnachts passiert. Nach der Gastronomie-Sperrstunde treffen sich vermehrt Menschen auf den Kornmarkt. Diese Menschen haben allerdings nichts mit unseren Betrieben zu tun.

Wir stellen fest, dass speziell in den vergangenen zwei Wochen vermehrt Autos viel zu schnell durch die Klaragasse fahren oder ums Eck Dr. Kurt Schumacher Straße / Grasersgasse biegen, um dann bis zur etwa 250 Meter entfernten Ampel wieder Vollgas zu geben. Es gab mehrfach Situationen, in denen sich Angestellte und Gäste vor viel zu schnellen Autos in Sicherheit bringen mussten. Einige der Wirte haben bereits die Sorge geäußert, dass jemand ernsthaft verletzt wird wenn das so weiter geht. Auch die laute Musik aus den Autos ist nicht nur für die Anwohner:innen störend.
Andere Wirte und Betreiber:innen stellen fest, dass ihre Gäste immer häufiger angepöbelt werden. Es wurden so genannte „Cocktail Taxis“ gesichtet, die aus dem Fenster raus Cocktails verkaufen. Ist das ernsthaft erlaubt weil „to go“? Die vielen Eistee-Tetrapacks sind sicherlich auch alle mit alkoholfreien Getränken befüllt und wurden „to go“ bei uns betroffenen Gastronomiebetrieben verkauft…

Wir möchten hier die Stadt Nürnberg und die Polizei dringend um Unterstützung bitten. Unsere Betriebe sind direkt von der Situation betroffen. Wir wünschen uns eine schnelle Besserung der Lage und stehen selbstverständlich für einen weiteren Austausch zur Verfügung.


Beste Grüße,
Die Wirte von
Sushi Glas, KORN´S, Brotzeit, Monobar, Afterwork, Wacht am Rhein, Original und Club Stereo
 




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