NEU: Curty Talk – der Podcast mit Video aus dem Herzen der Kulturszene

DONNERSTAG, 30. JULI 2020, CURT OFFICES



Marion Grether (CSU) wäre ein trockener Riesling, Ernesto Buholzer (politbande) wäre das Berliner Naturkundemuseum. Was dabei herauskommt, wenn ein trockener Riesling und ein Naturkundemuseum in den Nürnberger Stadtrat einziehen und wie sich das anhört, wenn diese beiden sich über Kultur und Politik austauschen, erfährt man ausschließlich und nur bei CURTY TALK. Das ist unser neues Format für Austausch und Diskussion in Zusammenarbeit mit dem Podcast Zwei Flaschen Wein und dem Videoproduktionsstudio 7Streich. Das heißt: 1,5 Stunden PolitTalk, aufgenommen im curt-Büro, kann man entweder als Zwei-Flaschen-Wein-Podcast konsumieren oder als Film auf YouTube.
Hier gibt es als Teaser ein paar Zitate, natürlich gemein aus dem Zusammenhang gerissen. Wo man nach Wurst riecht, steht hier nicht.

ÜBER DIE MOTIVATION ZUR POLITIK
MARION: Es fällt einem deswegen so schnell kein Museum in Nürnberg ein, weil man dort keine Lobby hat. Das war meine Motivation, um in den Stadtrat zu gehen.

ERNESTO: Mich hat keine der existierenden Parteien in Nürnberg repräsentiert. Da gibt es doch viel Ellenbogen-Getue. Wenn man etwas für seine Stadt tun will, habe ich mir gedacht, macht man das doch am besten selber.

ÜBER CORONAHILFEN FÜR DIE KULTUR
ERNESTO: Die Stadt hat nicht viel, was sie diesen Leuten bieten kann. Die finanziellen Mittel, die es bräuchte, um die Peripherie der Kunst zu retten, da müsste auch das Land mit einspringen.

MARION: Am Ende will keiner Bittsteller sein, sondern sein eigenes Geld verdienen. Die Rettungsschirme sind nun mal endlich. Es muss eine neue Normalität geben.

ÜBER DIE MOBILITÄT IN DER STADT
MARION: Es gibt einfach Menschen, die sagen, für mich hat Shopping damit zu tun, dass ich bis ins Kaufhaus fahren muss. Das ist eine Diskussion, die die Gesellschaft führen muss.  

ERNESTO: Fahrräder und die wenigen Autos, die eine autofreie Innenstadt zulassen würde, würden viel weniger Verschleiß produzieren. Ich glaube, das ist sehr erstrebenswert.

ÜBER FREIRÄUME FÜR KULTUR
MARION: Die Herausforderung ist erstmal: Finde richtige Räume, die sich eignen. Raum ist nicht gleich Raum für Kultur.

ERNESTO: Raum ist immer ein strittiges Thema. Sobald Leute Orte verlassen, kommen andere, die diese Orte kaufen und teuer vermieten wollen. Das muss unbedingt verhindert werden.

ÜBER DIE POLTIBANDE
MARION: Wann ist das Ziel erreicht? Am Ende kann nicht die ganze Stadt Kulturraum sein, es gibt auch noch andere Gruppen, die Platz brauchen. Wann ist deine Arbeit getan? Wenn jeder Künstler sein Atelier hat?
ERNESTO: Die Frage könnte man einer Automobillobby auch stellen. Für uns ist es so: Der Prozess ist nie zu Ende, es ist ein gesellschaftlicher Umwälzungsprozess. Wir werden immer dafür da sein, Dinge zu hinterfragen.

ÜBER DIE BEDINGUNGEN FÜR KULTUR
MARION: Ich sehe Kunst auch immer als ein Reibungselement. Du musst dich an Missständen reiben und daraus entsteht dann etwas Kreatives. Wenn wir immer nur Kunst schaffen können, wenn das maximal behütet wird, ist doch die Frage, ob das etwas zahm wird.

ERNESTO: Die Forderung nach selbstverwalteten Räumen gibt es, seit das Komm (jetzt: Künstlerhaus, Anm. d. Red.) gestorben ist. Viele wünschen sich nichts sehnlicher. Diese Form der Selbstorganisation brauchen wir.

ÜBER WALE
MARION: Wenn du so einen Wal erlegst, bist du politisch tot.
ERNESTO: Aber hast danach sehr lange zu essen.
MARION: Wenn du auf Tran stehst.
ERNESTO: Und ganz viel Walfett!
MARION: Fett ist ein gutes Thema!

ÜBER BUBBLES
ERNESTO: Bei solchen Vereinen oder Kollektiven sind immer auch soziale Beziehungen dazwischen. Das schreckt vielleicht ab. Deswegen ist es die Aufgabe von allen, die Vereinskultur betreiben, so offen wie möglich zu sein.

MARION: Ich denke, wir müssen die Komfortzone schon etwas verlassen. Wir klopfen uns gerne auf die Schulter: Die Bude ist voll und am Ende kenne ich jeden, der da am Weinglas sitzt. Ich finde, das ist nicht der Auftrag. Wenn Kunst das ist, ist es elitäres Gschaftlhubertum.

ÜBER DEN NEUEN STADTRAT
MARION: Am Ende geht es um den Kern, um Inhalt und nicht darum, wer bei der NN auf Seite 1 steht. Wir sind nicht dazu, Selbstbeweihräucherung zu machen.

ERNESTO: Fast die Hälfte sind neue Leute im Stadtrat. Ich hoffe, dass die Neuen in den Parteien ein bisschen Kulturwandel mitbringen können. Da könnte echt was passieren.  

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Marion Grether. Leitete bis zum März 2020 13 Jahre lang das Museum für Kommunikation Nürnberg und ist jetzt Direktorin des Deutsches Museum Nürnberg („Zukunftsmuseum“), das sich in Planung und Aufbau befindet. Sie ist (neue) Stadrätin der CSU.

Ernesto Buholzer Sepúlveda. Ist Entwicklungsökonom und arbeitet als Berater für Projekt- und Veränderungsmanagement. Er ist Mitorganisator von Brückenfestival und Bierchen & Bühnchen, sowie Manager der Himpfelshofer Herzensbrecher und erster Stadtrat der politbande jemals.  

CURT dankt seinen Partner*innen und Unterstützer*innen in Sachen Video und Podcasting: Zwei Flaschen Wein für Technik und Moderation, 7Streich für Technik und Video, Lighttone für die Mikros, dem Restaurant Brotzeit für 3 Flaschen Wein, Gerolsteiner für das Wasser und uns selbst für Sabotage aus Prinzip.

Nochmal die wichtigen Links:
Zum Video: https://youtu.be/GDEsFgfFn0U

Zum Podcast: https://zweiflaschenwein.podigee.io/26-curty-talk

 




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