Radikalität und Zärtlichkeit: Das Dead Moon Hörspiel von Elena Zieser

DONNERSTAG, 18. JUNI 2026, DESI

#ARD Sounds, #Dead Moon, #Elena Zieser, #Hörspiel

Die in Nürnberg geborene Audio-Künstlerin Elena Zieser kennt ihr vielleicht von ihren Arbeiten mit dem Kollektiv LOCI. Am 18.06. stellt sie ihr neuestes Werk in der Desi vor und das wird garantiert ein besonderer Abend: Nothing Ever Ends ist ein Hörspiel über die amerikanische Kult-Punk-Band Dead Moon. Der ganze Lebensentwurf der Mitglieder ist eine kompromisslose Verweigerung der kapitalistischen Ordnung. 2016 konnte Elena das Ehepaar Cole in Oregon besuchen. Wir sprachen mit ihr über diese fünf Jahre andauernde Arbeit. 

CURT: Erinnerst du dich an deine erste Berührung mit Dead Moon oder: Wie fing diese Faszination an? 

ELENA ZIESER: Die Band Dead Moon habe ich durch meine Freundin Simone kennengelernt. Wir haben zusammen in Weimar studiert, und sie verbrachte damals viele Sommer in Portland, Oregon in einem Trailer auf dem Grundstück der Band. Als ich sie 2016 dort besuchte, lernte ich nicht nur Fred und Toody Cole kennen, sondern auch ihre kompromisslosen, eigenwilligen Art zu leben und Musik zu machen. Den Schlagzeuger Andrew habe ich leider nicht mehr kennengelernt. Trotzdem hatte ich sofort das Gefühl, dass von dieser Band etwas bleibt, das weit über ihre Musik hinausgeht. Seit dieser Reise begleitet mich Dead Moon wie ein Echo.

Du hast das Hörspiel auch gemacht, um eine Erklärung für diese lebenslange Faszination zu finden. Hast du?

Dead Moon ist bis heute eine Kultband, obwohl sie sich bereits 2006 aufgelöst hat. Natürlich ist da die rohe, punk-poetische Musik, aber entscheidend ist etwas anderes: Dead Mood hat etwas zu sagen, ohne eine konkrete Botschaft oder politisches Statement, sie selbst sind das Statement. Ihre Konsequenz, ihre Radikalität, ihre Zärtlichkeit im Lärm, all das hat Menschen geprägt. Dead Moon wurde zu einer Hoffnung, einem Symbol der DIY-Underground-Bewegung.

Wie lange hast du an dem Hörspiel gearbeitet und was war der größte Moment dabei?

Die Arbeit an dem Stück hat mich fünf Jahre begleitet. Während der Recherche bin ich auf unveröffentlichtes Material gestoßen, darunter eine Unplugged-Version von „Out in the Blue“. Solche Momente fühlten sich an wie kleine Öffnungen im Gefüge aus Raum und Zeit. Aus Archivaufnahmen, Musik und Gesprächen ist ein Stück entstanden, das nicht nur von einer Band erzählt, sondern von Menschen, deren Leben sich durch Dead Moon verändert, verschoben und neu zusammengesetzt haben.

Du stellst dein Hörspielstück in der Desi live vor, was wird da passieren? 

Wir präsentieren „Nothing ever ends – Die Band Dead Moon, Simone und ich“ live im Raum über Lautsprecher. Gemeinsam zuzuhören ist etwas Besonderes, vielleicht ungewohnt, aber auf jeden Fall intensiv. Danach spielt Simones Band TOP DOWN, und zum Abschluss singen die DESIRENEN. Der tollste Chor der Welt hat nämlich extra für das Stück Dead-Moon-Lieder eingesungen. Also: Punk, Poesie und großartige Menschen, es wird eine große Sause.

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Nothing Ever Ends 
Hier geht’s direkt zum Hörspiel
Und hier zur Veranstatung in der Desi
 




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