Andis Katerfrühstück_12 - Katze im Öltank, nach Ljubljana im Bus, der große Cocktail-Rant

MONTAG, 7. OKTOBER 2019



Der curtblick auf die Woche vom 30.09. bis 06.10. 

Aus zahlreichen Filmen, Serien, Comics und Sketchen haben wir wenn gar nichts, so doch immerhin das gelernt: Die Feuerwehr wird vor allem dann gebraucht, wenn es Katzen schlecht geht. Das hat mit zwei Gegebenheiten der Welt, in der wir leben, zu tun: Erstens ist die Katze ein selten dummes Tier, dass gerne hoch hinaus will und dann nicht mehr runter kommt. Zwotens brennt es gar nicht so häufig, dass man als Feuerwehrfrau ständig irgendwo was zu löschen hätte.

Wissende Beobachter unserer modernen Welt erkennt man entsprechend daran, dass sie aufs Getöse des Martinshorn eben nicht mit Ah, da brennts, sondern mit Oh, eine Katze auf einem Baum reagieren. Nicht ganz ins Schwarze hätten diese Spaßvögel damit getroffen, wären sie am Mittwoch voriger Woche in Neustadt an der Aisch am Flanieren gewesen. Das Neustadter Kätzchen hatte sich nicht auf einen Baum, sondern in einen Öltank verirrt und allen Gehässigkeiten, die ich zuvor hier loswurde, zum Trotz, sehe ich die Zeilen, die ich nun schreibe nur noch durch einen Tränenschleier! Die arme Katze! Die Feuerwehr musste die Tanköffnung mit einem Rettungsspreizer vergrößern. Nicht aber ihre Herzen, denn die sind bereits groß. Am Ende überstanden die Aktion alle unverletzt. Das Kätzchen musste sich aber noch ein bisschen erholen.
Mich nimmt das mit. Bitte, liebe Leute, wenn ihr schon Katzen haben müsst (was in der Stadt ein großer Unsinn ist, die armen Vögel!), sorgt bitte dafür, dass alle Öltanks in der Umgebung katzensicher sind. Wobei man wahrscheinlich auch nach Neustadt/Aisch reisen muss, um den nächsten so in der Gegend herumstehenden Öltank zu finden. Wie sagt man immer so schön: Na ja.

Nachtkatzen (so geil, ey, Überleitung) und vielleicht auch Naschkatzen haben in Erlangen ab sofort eine neue Anlaufstelle, in den ehemaligen Räumlichkeiten der Bombe (keine Ahnung). Der Club namens Flash jedenfalls richtet sich an ein studentisches Publikum und punktet bei mir persönlich mit der kompletten Abwesenheit einer Cocktail-Karte. Das wollt ich nämlich schon lange mal sagen: Es nervt ein bisschen, Leute. Man steht in einer übervollen Kneipe in Barnähe und gestikuliert verzweifelt nach einem Pils, das man mir einfach als Flasche in die Hand werfen könnte, aber alle Menschen, die hier arbeiten, sind damit beschäftigt Infusionen anzusetzen, Gemüse zu zupfen, braunen Zucker zu flambieren und noch ein Tröpfchen Sirup nicht vergessen und die Deko und bitteschön, achtzehnfuchzich bitte. Ja Cocktaillkönnen ist eine kulturelle Errungenschaft, aber andererseits muss doch echt nicht jede Butze einen Weltmeister stellen, wenn das Zeug am Ende eh überall gleich babbig-süß-sauer nach Klostein mit Basilikum schmeckt. Cocktails sind der Plateauschuh der Getränkekarte: Schaut flashig aus, braucht kein Mensch, schmeckt nicht.  
Also, um das ganz klar zu sagen: Flash, guter Laden, Bier, Longdrinks und gut is. Außerdem gibt’s sogar einen alten Streetfighter-Flipper, man muss also nicht mal unbedingt tanzen. Bis hierhin super. Musik, die alle kennen und Mottopartys hört sich hingegen natürlich furchtbar an, so hält sich das dann die Waage.  

In Sachen N2025 befinden wir uns jetzt, da heiße Phase ja die ganze Zeit schon ist, quasi in einer superheißen Phase. Das Bewerbungsbüro hat das Bid Book abgegeben, das ist quasi so eine Art Bewerbungsmappe. Darin findet sich allerhand schönes Zeug, das geplant wird oder geplant werden würde, wenn… Und vieles davon ist bekannt. Mir hingegen neu: Wenn, wovon man wohl ausgeht, Ljubljana die zweite europäische Kulturhauptstadt 2025 wird, soll es von Nürnberg dorthin einen Direktbus geben. Heißt also: Ljubljana wird’s eh, Nürnberg, na ja mal schaun. Frage: Gibt’s den Bus denn auch, wenn nur Ljubljana und Dresden oder gar Hannover Kulturhauptstadt werden? Ich wäre dafür, denn ich bin der Meinung, man kann gar nicht oft genug nach Slowenien fahren, auch ohne Kultur.

Und damit wollen wir es nun auch wieder bewenden lassen. Das Wochenende steckt dem Schreiber noch arg in den Knochen bzw. Fingern. Es war mal wieder eines dieser Wochenenden, wo man nicht wusste, wohin mit sich, zumindest als Kunstmensch, weil ja überall was war: Ateliertage in Goho, Artweekender in den Galerien, Global Art Festival in der Stadt und auf AEG, RathausArt im Rathaus, wo ein älterer Herr am Suppenstand zufrieden feststellte: Da braucht sich Nürnberg nicht hinter Berlin zu verstecken.
Stimmt natürlich, andererseits aber auch nur so lang, bis man dann etwa von den Ateliertagen in Goho wieder heim will und nicht in Goho wohnt.

In dem Sinne, was haben wir gelernt: Schön is immer, aber perfekt halt nie.

Es kann weitergehen,
Euer Andi




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