GERMANISCHES NATIONALMUSEUM. Ein komplett aus Silber gefertigtes, einen Meter hohes Relief, das die Beweinung Christi zeigt, ist die spektakulärste Neuerwerbung des Germanischen Nationalmuseums seit Jahren. Vom 03. März bis 03. Mai wird die Pietá des römischen Goldschmieds Luigi Valadier kostenfrei in einer Interimsausstellung zu sehen sein. Valadier galt in seiner Zeit des Spätbarock als europaweit führender Goldschmied, seine Arbeit zeigt nicht nur die Trauer um den am Kreuz gestorbenen, sondern, mit Engelglorie am Himmel, auch die Hoffnung auf Erlösung. 1786 hatte Papst Pius VI. das Prunkstück der Pfalzgräfin Pfalzgräfin Maria Anna von Pfalz-Zweibrück (Ugroßmutter Sisis) zur Geburt ihres Sohnes, ebenfalls Pius, geschenkt. Als Objekt erzählt das Relief mithin auch eine politische Geschichte: Der Papst wollte sich die Unterstützung der katholischen Wittelsbacher gegen Bestrebungen sichern, seine Macht zu beschneiden. Für das Germanische Nationalmuseum füllt das Relief einerseits eine Lücke im Bestand, andererseits bietet es durch seine Geschichte die Möglichkeit, von einer weiblichen Lebenswelt im 18. Jahrhundert zu erzählen. Mit dem Erwerb geht ein Forschungsvorhaben einher, dass sich den Herstellungstechniken des besonders feinen, detailreichen Reliefs widmen wird. Auch zum Hintergrund der Schenkung und der Rolle Maria Annas sollen Archivquellen befragt werden. 2027 wird die Arbeit in die Dauerausstellung in den Bereich “Kirchliche Kunst im Barock” integriert und im Kontext sakraler Kunstwerke unterschiedlicher Gattungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen sein.

Die Ernst von Siemens Kunststiftung unterstützt den Ankauf mit 1 Million Euro, die Kulturstiftung der Länder mit 700.000,- Euro.


www.gnm.de  >>
TAFELHALLE. Ein Vormittag mit Cello, Klavier und Luftaufnahmen: Das ensemble Kontraste, bekannt und ausgezeichnet für seine besonderen Konzerformate, holt sich für human|nature die Unterstützung von Tom Hegen, Berufsbezeichnung: Aerial Photographer. Heißt: Hegen macht beeindruckende Aufnahmen der Erdoberfläche auf der Luft und dokumentiert damit, wie der Mensch seine Umgebung verändert. Einerseits sind die Bilder in ihrer fast grafischen Wirkung von hohem ästhetischem Wert, andererseits tragen sie in Zeiten des Klimawandels auch eine Mahnung in sich. Die Musiker:innen des ensemble Kontraste verknüpfen diese bildenden Arbeiten mit drei Stücken, die die Ambivalenz des menschlichen Daseins auf Erden unterstreichen: Philip Glass Orbit (2013) für Violoncello solo, Sergej Rachmaninows Sonate für Klavier und Violoncello op. 19, eine emotionale Reise aus der Finsternis ins Licht an deren Ende man mit Arvo Pärts Spiegel im Spiegel (1978) in eine gleißende Unendlichkeit gleitet. Im Anschluss Künstlergespräch. 

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ensemble Kontraste: human|nature
01.03., 11 Uhr, Tafelhalle
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STRAßE DER MENSCHENRECHTE. Der degrin e.V. für Begegnung und Bildung in Vielfalt beteiligt sich an den Nürnberger Wochen gegen Rassismus mit einem besonderen Format: BIS WOHIN … UND NICHT WEITER! ist eine interdisziplinäre, interaktive Stadtführung, die sich mit sichtbaren und unsichtbaren Grenzen auseinndersetzt. An mehreren künstlerisch gestalteten Räumen und in der Öffentlichkeit sollen mit den Mitteln von Tanz, Musik, Wort, Bild und konzeptueller Kunst Fragen nach Haltung und Verantwortung erfahrbar gemacht werden. Inhaltlich werden Ausgrenzung, Menschenrechte und Zivilcourage thematisiert, die Moderation und Begleitung durch Jana Michel und Alisa Leyzerovich lädt die Teilnehmenden dazu ein, über die Beiträge ins Gespräch zu kommen. 

Die aktuell bereits fixierten Beiträge kommen aus den Bereichen Textkunst, Graffiti, Streetdance und Gesang. Noch bis zum 28. Februar könnt ihr euch mit eurer Kunst bewerben und selbst Teil von Bis wohin … und nicht weiter! werden. Gesucht werden speziell Fotografien (1-5 Fotos) und Poetry Slams (5-10 Minuten), die sich mit den Themen Menschenrechte, Zivilcourage, Ausgrenzung, Zuschauen, Schweigen, Handeln auseinandersetzen. Die Leitfragen lauten: Bis wohin schaust du zu … und nicht weiter? Bzw: Bis wohin bleibst du still … und nicht weiter? 

Die Präsentation/Führung findet statt am 28.03., einmal um 13.45 und einmal um 14.45 Uhr, Treffpunkt am Eingangsbogen zur Straße der Menschenrechte

Alle Infos: www.degrin.de

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MAXIMILIANSTRAßE. Schließfächer zu Kunsträumen! Das ist, ganz knapp zusammengefasst, das Prinzip der Modulgalerie, die seit 2021 an wechselnden Orten und sich stetig weiterentwickelnd, Kunstwerke in den öffentlichen Raum bringt. Nach dem Start in der Lorenzkirchenpassage ist die Modulgalerie mit ihren 70er-Jahre-Schließfächern vorübergehend in den U-Bahnhof Maxmilianstraße umgezogen. Am 27.02. eröffnet dort die dritte Ausstellungsrunde, diesmal in Zusammenarbeit mit der Idyllerei, der Künstler:innengruppe aus dem Kunstraum der Lebenshilfe, die in den vergangenen Jahren auch über die Grenzen Nürnbergs hinaus für Aufsehen gesorgt hat. Was frisst eigentlich ein Schachtelschatz? heißt die Idyllerei-Schau in der Modulgalerie. Erstmals haben kasia und Olaf Prusik-Lutz dafür die die inhaltliche und gestalterische Verantwortung an ein externes Team übergeben: bei Nadine Zenker, Lynn Ohrndorf und Elisabeth Popp haben die Werke kuratiert. Das besondere, spielerische Element der Kunst hinter den Schließfachtüren bleibt natürlich erhalten. Im Rahmen der Vernissage wird es unter dem Titel Von Krach und Musik eine performative Auseinandersetzung von Studierenden der Akademie der bildenden Künste zu sehen geben. Die Ausstellung läuft bis 26.06.   >>

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