ARTULIJEN GALLERY. Rund um die Artists 4 Future und den Nürnberger VCD hat sich eine Gruppe von Menschen gefunden, die auf konstruktuvie Art Kritik an den Plänen der Stadt bzgl. Frankenschnellweg übt. Vergangenen Montag luden die Initiativen zur symbolischen Grundsteinlegung für einen Frankenboulevard, parallel läuft eine Unterschriftenaktion, die das Thema erneut in den Stadtrat bringen soll. Die Entwürfe für ein neues Stadtgebiet um den sogenannten Frankenboulevard stammen von der Technischen Hochschule. Der Boulevard wäre wie der Schnellweg eine vierspurige Straße, allerdings keine Stadtautobahn mit teuren Tunnels. So könnte an den Seiten der Straße viel Platz gewonnen, und das Gebiet an sich aufgewertet und begrünt werden. Seit vier Jahren existieren die studentischen Alternativvorschläge, von der Stadt werden sie, so Ulrike Müller-Telschow, Artists 4 Future, jedoch stoisch ignoriert. “Wir fordern den Stadtrat auf, sich die Entwürfe unvoreingenommen anzusehen”, so die Künstlerin. Wer nicht im Stadtrat ist, das ebenfalls tun möchte, besucht Müller-Telschows Galerie artulijen. Jeden Sonntag zwischen 12 und 13 Uhr findet hier eine Matinée zum Frankenboulevard statt.

artulijen Gallery
Bucher Straße 83, Nürnberg
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THEATER MUMMPITZ. Als in St. Leonhard am Mittwoch die Sektkorken knallten, war das wahrscheinlich bis Erlangen zu hören. Im Theater Mummpitz gibt’s was zu feiern und da wir als Medienpartner und Theaterkucker dem Mummpitz schon lange freundschaftlich verbunden sind, freut uns das wahrscheinlich mindestens genauso: Das Theater Mummpitz erhält den mit 10.000 Euro dotierten Kulturpreis der Bayrischen Landesstiftung. Das Kindertheater, das im vergangenen Jahr seinen 40. Geburtstag feierte, gehört zu den ältesten seiner Art in Bayern. Und ist dabei immer mehr als nur das – das Team um Andrea Maria Erl erweitert das Kindertheater um neue Formen, wie zuletzt mit der begehbaren Jubiläuminstallation Gritta vom Dach, unterhält Kinder auf lehrreiche Weise ohne pädagogischen Zeigefinger und hat immer auch den Blick für das Geschehen drumherum und im europäischen Ausland; das Mummpitz ist auch Brutstätte und bis heute Organisator des internationalen Kindertheaterfestivals Panoptikum.
Die Bayrische Landesstiftung zeichnet mit ihren Preisen jedes Jahr hervorragende Leistungen in den Bereichen Kultur, Soziales und Umwelt aus, sie sollen Anerkennung hervorragender Leistungen sein aber auch Ansporn weiterzumachen. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch, Theater Mummpitz!

Theater Mummpitz
Michael-Ende-Str. 17, Nürnberg  >>
KALTSCHER, FüRTH. Auch im Fürther Kaltscher & Rosenrot, Lothar Böhms Galerie für außergewöhnliche Kunst, kehrt das Leben zurück. Wer jetzt auf dem Schlauch steht oder nicht weiß, was er mit der Info anfangen soll, dem sei direkt der Tag der offenen Tür ans Herz gelegt: Am 11.07. besteht von 10 bis 19 Uhr die Möglichkeit, das Kaltscher kennenzulernen. Lothar stellt das Kursproggramm vor und informiert über die Möglichkeiten, den Raum in der Lessingstraße zu mieten – z.B. für Seminare, Vorträge, Vereinstreffen, Feiern (Geburtstag, Jubiläum, Hochzeit, u.v.m. mit Buffet), Tagungen, Happenings, Afterworkmeetings, Workshops, Lesungen, Unplugged-Konzerte, Previews, Tagungen und Ausstellungen. Und für alles andere auch. Außerdem wird der FrauenSchaffen e.V. vor Ort sein und über die Arbeit des Frauen-Business-Netzwerks referieren.

Und apropos nochmal Kurse: Planmäßig ab 18. Juli starten wieder die Intensiv Malkurse für Anfänger und Fortgeschrittene im Kaltscher. Lothar Böhm, vielfach ausstellender Maler, gibt sein Wissen weiter. Das Kursprogramm reicht vom Mischen der Farben über Bildkomposition bis zu Zeichentechniken. Außerdem gibt Lothar Tipps weiter, was man überhaupt an Ausstattung braucht, um auch ein Maler, eine Malerin zu werden und wo man dabei Geld sparen kann. Die Kurse für max. sieben Personen finden an vier Terminen, jeweils vier Stunden, statt und kosten 240 Euro inkl. Material.

Kaltscher & Rosenrot
Galerie und malschule von Lothar Bähm
Lessingstraße 4, Fürth.  >>
NüRNBERG HAUPTBAHNHOF. Seit seinem 69. hat der Geburtstag von Horst Seehofer immer einen miesen Beigeschmack. Der Bundesinnenminister scherzte vor drei Jahren, ausgerechnet an diesem Tag seien ausgerechnet 69 Afghanen abgeschoben worden. Die politisch-aktionskünstlerischen Gruppen Dies Irae und Polizeiproblem haben den 04.07. nun zum Anlass genommen, um in einigen bayrischen Städten kritische Fake-Werbung zu platzieren. In Nürnberg traf es Plakatkästen am Hauptbahnhof. Insgesamt waren es bayernweit ausgerechnet 72 Plakate, ausgerechnet zu Seehofers 72. Geburtstag. Sie thematisieren Seehofers Säumigkeit im Umgang mit Rechtsextremismus bei der Polizei.
Die Guerilla-Aktion bedient sich eindeutig wiedererkennbarer werblicher Ästhetiken, weshalb sie nicht im allerersten Moment als politisches Statement erkennbar ist. So zitiert das Plakat “Alle 17 Minuten ruft ein Polizist Daten von Helene Fischer ab” die Aufmachung der bekannten Parship-Werbung. Sie bezieht sich auf eine Zufallsunterusuchung in Frankfurt, wo Polizeibeamte in einer Nacht
83 Mal auf private Informationen der Schlagersängerin zugriffen. Solche Datenabfragen wurden auch im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den NSU 2.0 bekannt. Auch auf Infos der NSU-Opferanwältin Seda Başay-Yıldız, die Drohbriefe erhielt, wurde von einem Dienstcomputer in Frankfurt zugegriffen. 
Das zweite Plakat der Aktion zeigt Horst Seehofer selbst – mit einer Augenklappe, die er, natürlich, über dem rechten Auge trägt. Der Innenminister selbst “empfiehlt” dieses Accessoire “Korpsgeist”, das eine Studie über Rechtsextremismus in der Polizei sofort überflüssig mache (Seehofer hat eine solche Studie mittlerweile in der Tat in Auftrag gegeben). “Behörden-Versagen beim Lübcke-Mord und dem Terror von Hanau, ständig neue Einzelfälle von Polizisten mit rechtsextremer Gesinnung, 100 verschwundene Waffen aus der Asservaten-Kammer in Frankfurt, Totalversagen im Umgang mit Querdenken-Protesten. Bundesinnenminister Horst Seehofer liebt dieses Produkt“, sagt Clara Poster von der Adbusting-Gruppe Dies Irae.
Die Plakate sind mittlerweile wieder entfernt. Die Aktionsgruppen teilen mit, es sei im Rahmen der Anbringung kein Sachschaden entstanden.  >>
TAFELHALLE. Die Streamingexpert*innen von der Tafelhalle sind im richtigen Leben gar keine Streamingexpert*innen, sondern viel mehr Tanz- und Theater- und Tanztheaterexpert*innen – und kehren nun zum ihrem Kerngeschäft zurück. Das ist fein, denn wir freuen uns auf neue Premieren und Aufführungen im Tafelhallen-Kalender.

Zum Beispiel am 30.06.: Manuela Neudeggers
Berührt euch! ist, so heißt das im Ankündigungstext, eine sinnlich ästhetische Aufklärungsshow. Ui, ui, ui. Die Performer*innen nähern sich darin Fragen wie: Wie funktioniert eigentlich mein Körper? Und: Was macht eigentlich Sexualität aus? Zum Glück hat man im Tanztheater die Möglichkeit, alles, was nicht so richtig frei heraus gesagt werden kann, zu tanzen. Das klingt pikant, ist aber eigentlich eine wertvolle Herangehensweise an das wichtigste Thema überhaupt, geeignet für Menschen ab 14.Weitere Termine: 01. und 02.07. Am 01.07. findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch statt.

Am 09.07. feiert dann Henrik Kaalunds The Matter of Fact Premiere (vor Ort und gleichzeitig im Stream, also an allen Orten überhaupt). Diese Performance will deutlich mehr sein als nur eine Performance, sondern vielmehr noch eine interaktiv erfahrbare Projektions- & Reflektionsfläche, auf der wir die Fake News und die echten News hin und her schieben. Das Stream-Publikum hat dabei den Vorteil, die Performance via Chat mit steuern zu können. Die tänzerische Performance bezieht sich direkt auf Nachrichten aus der Zeit der Pandemie. zweite Aufführung am 10.07.

Infos und Tickets und alles
tafelhalle.de  >>
KATHARINENRUINE. Das Abseitige und Absurde, Trash und Kunst, die Perlen, die auf den ersten Blick nicht wie solche aussehen – all das hat in Nürnberg, filmseitig, seinen Platz im KommKino, dem Ein-Saal-Kino im Künstlerhaus. Um sich entsprechend lautstark und publikumswirksam zurückzumelden, zeigt das KommKino als ersten Film nach der Zwangspause den Berlinale-Gewinner des Jahres und zwar Open air in der Katharinenruine: Bad Luck Banging Or Loony Porn gewann einen Goldenen Bären und wird seither als zügelloses, gnadenloses, satirisches, überwältigendes Meisterwerk abgefeiert. Der Film des rumänischen Regisseurs Radu Jude handelt von Emi, die ein ausschweifendes Sexleben mit ihrem Mann genießt, zu dem auch die ein oder andere private Videoaufnahme gehört. Blöd, dass ein solches Video ins Netz gerät. Saublöd, dass Emi Lehrerin ist. Megasaublöd, dass der Elternabend vor der Tür steht und sich die Menschen, natürlich, bereits ihre Mäuler zerreißen. Emi steht ein schirller Abend zwischen archaischen Affekten und manischem Meinungsfuror bevor.

BAD LUCK BANGING OR LOONY PORN
läuft am 29.06., 21 Uhr in der Vorab-Preview in der Katharinenruine
Tickets: 10 Euro, nur Abendkasse.

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KATHARINENRUINE. Schöne Musik in schönster Kulisse: Das Slow Down Festival gehört zu den Nürnberger Jahreshighlights. Club Stereo und st. katharina open air kooperieren für einen Abend und holen regionale und überregionale KünstlerInnen und Bands in die Ruine mit der gerühmten und berühmten Akustik. Hört sich toll an, aber nicht zu früh gefreut: In 2020 wird es kein Slow Down Festival geben. Dafür steht das Line-up fürs kommende Jahr. Dem Club Stereo ist es gelungen, alle bereits gebuchten KünstlerInnen davon zu überzeugen, in 2021 dabei zu sein, wenn Corona, hoffentlich, nur noch eine seltsame Erinnerung ist. Line-up bleibt also gleich, neuer Termin: 26. Juni 2021.

Mit dabei sind:
Sons Of The East, die Australier mit Indiefolk-Hymnen im Gepäck.
Sean Koch, der südafrikanische Gitarrist mit Surfer-Boy-attitude.
We Brought A Penguin, die gewieften Indie-Pop-Lokalhelden.
Lienne, die junge Augsburgerin des opulenten Electro-Pops.

Wir sind also trotzdem voller Vorfreude, die eben etwas länger währt.
Alle Infos zum Festival: https://www.club-stereo.net/konzert/slow-down-festival-2021/  >>
AUF AEG. It’s the end of the Zwischennutzung as we know it, also zumindest auf AEG. Bis Ende Juni müssen rund 80 Künstlerinnen und Künstler raus aus ihren Ateliers in den ehemaligen Fabrikräumen in Muggenhof. So ist das dann, wusste man ja auch – Problem: Nürnberg scheint auf den Raumbedarf, der dadurch entsteht nicht richtig vorbereitet. Die Kunst- und Kulturszene befürchtet einen, wenn man so will, creative drain: Abwanderung der Künstler*innen dorthin, wo sie ein Atelier finden. Die Medienwerkstatt. in Person von Bastian Schulze und Valeska Rehm, hat eine Abschieds-Doku gedreht, bei der Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen, aber auch die Skater vom Fuzzi Collective, Bertram Schultze, Projektentwickler auf AEG von der MIB Immobilien und Beteiligungen und Hans-Joachim Wagner. Freiräume auf Zeit ist ein spannender und wichtiger Film, der verschiedene Perspektiven auf das Thema präsentiert – und vor allem noch einmal die drängendste Frage aufwirft, die nicht vergessen werden darf: Und jetzt?

Läuft am Sonntag, 23.05., 19, 21 und 23 Uhr im Franken Fernsehen.
Oder jederzeit in der Mediathek der Medienwerkstatt.
Oder zum Nachlesen:
Das Interview mit Eva Nüsslein, Marian Wild und Julian Mack.  >>
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