Kulturpreise der Stadt Nürnberg: Kammerorchester, Filmkunst, Jazzbar

MONTAG, 10. NOVEMBER 2025, NüRNBERG

#Hilde Pohl, #Johannes Felder, #Literaturhaus, #Nürnberger Kulturpreise, #Orchester Ventuno, #Tafelhalle, #Tante Betty Bar

Für uns Kulturfreaks ist es eine der spannendsten Entscheidungen des Jahres: Wem verleiht die Stadt in diesem Jahr ihre Kulturpreise? Mit jeweils 4.000 Euro honoriert Nürnberg künstlerische und soziokulturelle Arbeiten, die neue Akzente setzen und gibt damit auch eine Art Statement ab: Wer prägt die Kultur der Stadt in den 20er-Jahren? Wer immer fleißig curt liest, dem sind diese Personen und Institutionen ohnehin wohl bekannt. Wir gratulieren! 

Orchester Ventuno
Da beweist Nürnberg einmal mehr, dass es bereit ist, über den Tellerrand zu schauen: Das Orchester Ventuno, 2014 gegründet als freies Kammerorchester, ist mittlerweile Resident im Kulturforum Fürth. Kein Hinderungsgrund! Verdient hat sich das Orchester die Auszeichnung durch einerseits klassische Konzertformate auf höchstem Niveau und andererseits die innovativen, neuen Ideen, um ein breiteres, jüngeres Publikum zu erschließen. Zuletzt u.a. in Form von Zusammenarbeiten mit dem SEtanztheater und dem nö theater Köln, teils mit gesellschaftspolitischer Dimension. Ventuno spielt an ungewöhnlichen Orten wie den Pegnitzauen und hat ein eigenes Education Programm ins Leben gerufen. Not your normal orchestra!

Johannes Felder
Er war Meisterschüler an der Akademie, Preisträger beim Blaue-Nacht-Wettbewerb, Preisträger beim Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten, da scheint der Kulturpreis nur noch logische Konsequenz. Johannes Felder reflektiert in seiner Kunst auf innovative, neue Weise über das Thema Landschaft als kulturelles Konzept und psychischem Zustand, indem er abstrakte Malerei mit Filmkunst verbindet. Zuletzt wurde Dating Planet A, ein Live-Film-Konzert und kollaboratives Projekt, aufgeführt. 

Literaturhaus Nürnberg e.V. 
Wenn man die wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur, aber auch Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft hautnah erleben will, geht man selbstverständlich ins Literaturhaus, das auch auf unseren Lesungs-Seiten immer den meisten Platz einnimmt. Auch für regionale Autor:innen gewinnt der Ort mit der Made in Franken-Reihe zunehmend an Bedeutung. Das Engagement geht aber über die Veranstaltungsorganisation weit hinaus, zum Beispiel in Form des Gisela-Elsner-Literaturpreises. Als Verein ist das Literaturhaus dabei existentiell auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen. Nicht zu vergessen: Gut essen in äußerst angenehmer Atmosphäre kann man hier auch! 

Tante Betty Bar
Hier durfte Andis SuppKultur ihre ersten Nürnberg-Schritte machen! Aber das ist nicht das Entscheidende. Die Tante Betty Bar in der Nordstadt ist ein Ort, der viele wichtige Dinge miteinander verbindet: a) Man fühlt sich beim Betreten oder beim Niederlassen im Mikro-Biergarten vor der Tür sofort wie zu Hause, b) auf ihrer kleinen, feinen Bühne finden rund 50 Konzerte im Jahr statt. Weil Chef Matthias Rosenbauer selbst Jazzdrummer und -dozent ist, besteht ein extrem gutes Netzwerk, das die kleine Kneipe zu einem wichtigen Treffpunkt der europäischen Jazzszene gemacht hat. Schon zwei Mal wurde sie für ihr herausragendes Programm mit dem Applaus-Preis ausgezeichnet. Geht rein, auch wenn ihr die Band des Abends nicht kennt, es ist ein magischer Ort. 

Hildegard Pohl
Sie gilt als Frankens einzige Swingpianistin, ist im Klassikbereich aber mindestens ebenso versiert und hat aus der Verbindung beider Welten ihr Markenzeichen gemacht. Dafür nimmt sie sich die Werke von Komponisten wie Mozart oder Beethoven und gibt sie als mitreißende Crossover im Hilde-Style wieder. Hinzu kommen spontane Improvisationen, die charmante Interaktion mit dem Publikum und Geschichten aus dem Leben der Komponisten – das alles macht Konzerte von Hilde Pohl so besonders und sie zu einer der gefragtesten Pianistinnen weit über die Grenzen der Region hinaus. Mit dem Hilde Pohl Trio hat sie bislang 14 CDs veröffentlicht, seit über 20 Jahren widmet sie sich der Stummfilmvertonung.  

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Kulturpreise der Stadt Nürnberg
Verleihung am Mo., 08.11. in der Tafelhalle
 




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TAFELHALLE. Jemand musste Josef K. verleumdet haben, damals, und noch heute sprechen und rätseln wir über seinen Fall und vielmehr noch – inszenieren ihn live auf der Bühne. Choreograf Sebastian Eilers (SETanztheater) bringt in Zusammenarbeit mit der Komponistin Friederike Bernhardt Kafas Der Process auf die Bühne der Tafelhalle und macht aus diesem so faszinierend rätselhaften Roman einen Abend intensiven Tanztheaters. Premiere am 02.03.  >>
TAFELHALLE. Ein Vormittag mit Cello, Klavier und Luftaufnahmen: Das ensemble Kontraste, bekannt und ausgezeichnet für seine besonderen Konzerformate, holt sich für human|nature die Unterstützung von Tom Hegen, Berufsbezeichnung: Aerial Photographer. Heißt: Hegen macht beeindruckende Aufnahmen der Erdoberfläche auf der Luft und dokumentiert damit, wie der Mensch seine Umgebung verändert. Einerseits sind die Bilder in ihrer fast grafischen Wirkung von hohem ästhetischem Wert, andererseits tragen sie in Zeiten des Klimawandels auch eine Mahnung in sich. Die Musiker:innen des ensemble Kontraste verknüpfen diese bildenden Arbeiten mit drei Stücken, die die Ambivalenz des menschlichen Daseins auf Erden unterstreichen: Philip Glass Orbit (2013) für Violoncello solo, Sergej Rachmaninows Sonate für Klavier und Violoncello op. 19, eine emotionale Reise aus der Finsternis ins Licht an deren Ende man mit Arvo Pärts Spiegel im Spiegel (1978) in eine gleißende Unendlichkeit gleitet. Im Anschluss Künstlergespräch. 

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ensemble Kontraste: human|nature
01.03., 11 Uhr, Tafelhalle
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TAFELHALLE. Es gibt ein neues Kunstkollektiv in Town, das einen tatsächlich sehr radikal eigenen Ansatz der Performance wählt: roams (wohl bekannt aus der Nürnberger Szene: Harald Kienle, Michaela Pereira Lima, Veith von Tsotzhousn und Maria Trunk) verbinden bildende und darstellende Kunst in einem drei Tage andauernden Tanz ums Holz.

Konkret handelt sich bei der Aufführung roams: adventures um ein Bühnenstück mit einem wachsenden Bühnenbild, das selbst Kunstwerk und Protagonist ist. Dieses Bühnenbild von Harald Kienle wiederum setzt sich aus Klanghölzern zusammen, die von Veith Michel bespielt werden, gibt also auch einen Sound ab und verändert sich unterm Einfluss der Choreografie der Performenden Pereira Lima, Markl und Bess. Inhaltlich dreht sich das experimentelle Stück um das Ursprüngliche, das die Gesellschaft zusammenhält, symbolisch verbildlicht im Holz. Das Spiel drum herum ist auch eines mit dem Risiko, die Performenden setzen ihr eigenes Bühnenbild aufs Spiel: Wird es zusammenkrachen wie ein Jenga-Turm? “Das Fallen, das Zusammenkrachen, das Ungeplante ist stets Teil des Prozesses”, sagt Maria Trunk aus dem Produktionsteam. 

Die drei Aufführungen von roams_adventures bauen aufeinander auf und funktionieren jeweils für sich. Sie sind sind in allen Sprachen, Kulturen und Generationen verstehbar. Das Publikum wird Teil eines skuplturalen Erlebens und eines Dialogs zwischen Raumkörpern, Menschen, Hölzern und Klängen. 

Spannendes Projekt, alle Infos hier:

roams: adventures
20.-22.11., Tafelhalle


Konzept, künstlerische Leitung & Produktionsleitung: Michaela Pereira Lima & Harald Kienle
Regie: Nicole Schymiczek
Soundkunst: Veith von Tsotzhousn
Performance: Michaela Pereira Lima, Miriam Markel, Barbara Bess
Video: Linda Havenstein
Lichtdesign: Gunnar Tippmann und Saša Batnozic
Grafik: Steffi Probst
Klangstapler:innen: Moritz Kienle, Natacha Cayrol, Chan Bess, Lola Pereira Lima
Ground Control: Maria Trunk
Coaching: Katharina Tyllack
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Kultur  11.10.-23.11.2025
TAFELHALLE. Zwei Mal Heiß, zwei Mal Blumenroth. Hä? Das musikalisch-literarisch-geistreiche ensemble Kontraste hat nach 30 Jahren erstmals eine neue Leitung! Namentlich: Luise Heiß (Gesang), Philipp Heiß (Klavier), Jeany Park-Blumenroth (Violine) und Hendrik Blumenroth (Cello). Das Konzept heißt natürlich weiterhin Kammermusik und genreübergreifende Formate, dafür gab es 2020 den großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Innerhalb dieser Idee hat sich die neue Leitung vorgenommen, auch neue Akzente zu setzen und relevante Gegenwartsthemen mit den Mitteln der klassischen Musik aufzugreifen. Das eK-Spielzeitmotto Upon Weightless Wings verspricht eine gewisse Leichtigkeit und Vogelperspektive. Los geht's für das eK am 11.10. mit dem Anstoß: Wir hören zwei Oktette, einmal, inspiriert vom Südtiroler Weingut Lageder, von Gregor A. Mayrhofer, einmal romantisch und geheimnisvoll von Franz Schubert. Im Anschluss wird stilecht mit Lageder-Wein angestoßen. Am 19.10. wird die beliebte eK-Reihe Dichtercafé fortgesetzt: Der Österreichische Autor, Schauspieler und Regisseur Oliver Karbus liest Robert Seethalers Ein ganzes Leben. Eine Geschichte vom Überleben im Bergdorf. Dazu Musik von Alfred Schnittke und dem in Auschwitz ermordeten jüdischen Komponisten Viktor Ullmann. Am 16.11. folgt dann ein Kammermusik-Abend als epische Klangreise: Nikolai Kapustin löst mit seinem Klavierquintett die Grenzen zwischen Jazz und Klassik auf, Erich Wolfgang Korngold, zwei Mal Oscar-prämiert, erweist sich in seinem frühen Klavierquintett als farbintensiver Romantiker und Johannes Brahms zeigt mit seinem Klavierquartett, was komplexe Tonkunst ist. Leidenschaft! Pathos! Rhythmus! heißt das Programm. 

Den Kulturpreis, wie gesagt, hat das ensemble Kontraste schon. Am 10.11. holen die diesjährig Ausgezeichneten ihre Preise im Rahmen der großen Kulturpreis-Gala in der Tafelhalle ab, Unter anderem mit dem Orchester Ventuno und dem Literaturhaus. Spektakulär kündigt sich das dreitägige, experimentell-theatrale Projekt roams_adventures von Michaela Pereira Lima, Harald Kienle und Nicole Schymiczek an. Ab 20.11. entsteht ein Bühnenbild aus Holz, dem von Michael Veith Töne abgerungen werden, die von Tänzeri:innen wiederum in Bewegung übersetzt werden. Die Zuschauenden können ihre Perspektive und die Dauer ihres Zuschauens selbst wählen. 

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Tafelhalle  
   

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TAFELHALLE. Wir haben Tim Steinheimer schon in vielen Rollen gesehen: Als Moderator, als Quizmaster, als curt-Außenreporter, als Musiker. Überall ist er top, in einer Sache, nach Selbstaussage, hingegen mittel: als Gamer. Jetzt wagt er sich in genau dieser Rolle im Kontext von The Showmasters auf die Bühne der Tafelhalle.

Let's Play Showmasters ist ein ausgefuchstes theatrales Konzept mit Fun-Garantie. Die Moderatorin und Gamemasterin Greta Calinescu begleitet ihren unwissenden Kandidaten Tim in ihm bislang unbekannte Gaming-Welten. Die Redaktion wählt im Vorfeld Spiele bzw. Spielabschnitte aus, die sich durch kreatives Gameplay, visuelle Ästhetik oder erzählerische Raffinesse auszeichnen. Während Tim sich also mit irgendwelchen grauenerregenden Viechern rumärgert oder halsbrecherische Rennen fährt, wird das Geschehen live von Greta kommentiert. Dazu improvisiert die Liveband, bestehend aus Julia Fischer, Ferdinand Roscher, Dominik Back und Luna Burkert, den Soundtrack zum Game. Das Publikum wird in Entscheidungen, die Tim treffen muss, mit einbezogen und darf sich lautstark mit Tipps und Fachwissen einmischen. Gäste, Studiospiele, Sketche und Albernheiten machen dieses Late-Night-Let’s-Play-Show-Spektakel komplett. Das ist ein Konzept, das einen wilden und ziemlich unterhaltsamen Abend verspricht.

Das Showmasters-Kollektiv arbeitet seit 2017 an der Schnittstelle zwischen Theater, Medien und Gaming und wurde 2019 mit dem Deutschen Multimediapreis ausgezeichnet. Die DATEV ermöglicht Let's Play Shomasters mit einem exklusiven Titel-Sponsoring.

Let's Play Showmasters
am 15. (FSK 12) und 16. (FSK 16) Mai in der Tafelhalle

Achtung: curt vergibt 3x2 Tickets online und via Insta! Schreibt eine Mail Stichwort Show Me Showmasters! an gewinnen@curt.de!  >>
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