Kunst betrachtet von Natalie de Ligt #45

FREITAG, 1. FEBRUAR 2019

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Bis 10./17./24. Februar 2019
5. BIENNALE DER ZEICHNUNG
Die heuer an sieben Orten stattfindende Biennale der Zeichnung wird, wie im Begleitheft angemerkt, erneut dem eigenen Anspruch gerecht und zeigt die enorme Bandbreite des Mediums und dass es «von der altmeisterlich anmutenden bis zur konzeptuellen Zeichnung reicht, vom Storyboard bis hin zu Grenzfällen zu Malerei oder Rauminstallation und Plastik, von Fotografie und Video und Film als linear aufgebaute Geschehnisse bis zum Metaprojekt Museum für Zeichnung». Die renommierteste und zugleich eher klassische und doch randständige Position konnte die kunst galerie fürth mit dem niederländischen Künstler Marcel van Eeden (*1965) gewinnen. Sogenannte Grenzfälle des Mediums sind hingegen im Kunstmuseum Erlangen mit Birgit Bellmann (*1973) und Ursula Kreutz (*1969) vertreten. Hier wird die Zeichnung in den Raum und ins Dreidimensionale erweitert. Birgit Bellmann etwa nutzt u.a. einen ausgedienten bronzierten Gipsguss als Zeichengrund für ein Sgraffito, in dem sie die Figur mit einem dichten Netz aus geritzten Linien überzieht. Eine andere, großformatige Tuschezeichnung auf Textil hängt sie wie ein schwer passierbares Hindernis quer in den Raum. Diese installative Störung ist insofern konsequent, da die Zeichnung ein unwirtliches Geröllfeld zeigt. Sie geht auf eine ältere Fotografie jener südafrikanischen Diamantmine zurück, in der 1905 der bisher größte Diamant gefunden wurde. Weitere Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern sind auf den jeweiligen Websites.

ALLE ORTE UND ALLE BETEILIGTEN:

Bis 10. Februar 2019
KAI KLAHRE
KUNSTVEREIN ERLANGEN
Hauptstraße 72, Erlangen
Di, Mi und Fr 15-18 Uhr, Do 15-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr
kunstverein-erlangen.de

PETER KÖNIG
STÄDTISCHE GALERIE SCHWABACH
Königsplatz 29a, Schwabach
Do/Fr 11-18, Sa 10-13, So/Feiertag 13-16 Uhr
kuenstlerbund-schwabach.de

Bis 17. Februar 2019
BIRGIT BELLMANN, URSULA KREUTZ, ANDREAS OEHLERT
KUNSTMUSEUM ERLANGEN
Loewenichsches Palais
Nürnberger Str. 9, Erlangen
Di-Fr 11-18 Uhr, Sa/So/Feiertag 11-16 Uhr
erlangen.de/kunstmuseum

Bis 24. Februar 2019
MARIA BUSSMANN, PETER ENGEL, WOLF SAKOWSKI
GALERIE BERNSTEINZIMMER
Großweidenmühlstraße 11, Nbg
Sa/So 15-19 Uhr
galerie-bernsteinzimmer.de

RENATA JAWORSKA
GALERIEHAUS NORD
Wurzelbauerstr. 29, Nbg
Di/Mi 11-16 Uhr, Do/Fr 11-13 Uhr, So 11-16 Uhr
galeriehaus-nuernberg-nord.de

MARCEL VAN EEDEN
KUNST GALERIE FÜRTH
Königsplatz 1, Fürth
Mi-Sa 13-18 Uhr, So/Feiertage 11-17 Uhr
kunst-galerie-fuerth.de

DORIS ERBACHER
MUK - KUNSTVEREIN ZIRNDORF
Galerie Pinder Park
Im Pinderpark 7, Zirndorf
Do/Fr 15-18 Uhr
kunstverein-zirndorf.de
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Bis 24. Februar 2019
JULIAN CHARRIÈRE, JULIUS VON BISMARCK: I'M AFRAID I MUST ASK YOU TO LEAVE
Zu dieser Ausstellung gibt es eine Einzelbesprechung hier auf der Website.

KUNSTPALAIS ERLANGEN
Palais Stutterheim
Marktplatz 1, Erlangen
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstpalais.de


Bis Anfang März 2019
CHRISTIAN VITTINGHOFF: FLECKEN DER VORSTELLUNG
Ab und an lassen sich auch an Orten wie einer Theaterkneipe, die nicht explizit dem Ausstellen von Kunst gewidmet sind, Entdeckungen machen. Vor einigen Monaten konnte man im Loft, der Kneipe des Gostner Hoftheaters, vorzügliche Zeichnungen bewundern. Ebenso vielversprechend ist die derzeitige Ausstellung von Christian Vittinghoff. Zu sehen sind Zeichnungen oder, wie es auf der Website heißt, «Nicht-Entschlüsseltes: Chiffren, heimliche Botschaften und nebulöse Wirklichkeiten, mehr aus der Hand als vom Kopf gesteuert. Gibt der Künstler etwas preis oder tut er nur so als ob?» Das können Interessierte bis mindestens 1. März versuchen herauszufinden.

LOFT IM GOSTNER HOFTHEATER
Austraße 70, Nbg
Mi-Sa ab 19 Uhr
gostner.de


Eröffnung: Freitag, 1. Februar 2019, 19.30 Uhr
2. bis 24. Februar 2019
GRUPPENAUSSTELLUNG
Mit Arbeiten von Sejin Kim, Katharina Kiupel, Anneliese Kraft, Wicky Reindl, Josefa Schundau, Sandra Vollbrecht. Die Ausstellung wird kuratiert von Carlos Cortizo, dem Organisator des Projektraums.

PROJEKTRAUM ORFFDREI
Orffstraße 3, Nbg
Sa-So 14:30-18 Uhr
orffdrei.de


Eröffnung: 1. Februar 2019, 19 Uhr
2./3. Februar 2019, jeweils 11-16 Uhr
NUREMBERG ART SYNDICATE: GALERIE(N)-OPENING
Die Worte des Newsletters zu dieser Veranstaltung haben den bei mir größtmöglichen Mundoffenstand seit langem verursacht. Mein Mann musste an die Werkzeuge, um meinen Kiefer wieder einzukugeln. Danach verbot er mir, diese Ankündigung ein zweites Mal durchzulesen. Aber die Versuchung war zu groß. Immerhin heißt es da – wie auch auf der Website nachzulesen ist – «das Nuremberg Art Syndicate schlägt zu» und «Die drei lässigsten Galerien der Stadt dealen für Sie das ganz heiße Zeug!» Damit meinen sich die Galerien Bunsen Goetz, Hafenrichter und Raum für Zeitgenössische Kunst.Laurentiu Feller selbst und mit dem heißen Zeug offensichtlich Kunst. Sie laden zum «Schwarzmarkt» und fordern uns auf «Become part of the gang and join us: Die leckerste Kunst 2019 in einer exklusiven Preview (...)» Vielleicht sind mit dem heißen Zeug ja auch sehr warme Speisen gemeint – oder essbare Artefakte. Oder aber doch ganz normale zeitgenössische Kunst. Und dann ist es vielleicht so gewesen, dass sich die lässigen Drei im Januar einen neuen Medienberater für ihr Syndikat gegönnt haben, der aber – und das wurde beim Bewerbungsgespräch übersehen – bis vor Kurzem noch ein feuriger Losverkäufer auf dem Volksfest war und in seiner Freizeit einfach zu viele Motto-Parties organisiert und US-Drogenboss-Serien schaut.
Sei’s drum: Mit diesem Wording wird dem fränkischen Understatement einmal ordentlich die Uhr gestellt.

BUNSEN GOETZ GALERIE
White Cube
Kressenstr. 11, Nbg
bunsengoetz.de, galeriehafenrichter.com, rfzk-feller.de


Eröffnung: Dienstag, 5. Februar 2019, 18 Uhr
6. Februar bis auf Weiteres
BÖHLER & ORENDT: GIVE US, DEAR
Eine der aktuellen Sammlungspräsentationen ist dem in Nürnberg ansässigen Künstlerduo Böhler & Orendt zugedacht. Genauer gesagt, einer ihrer Schöpfungen. «Give us, Dear» ist ein mehrere Meter langes, behaartes, hybrides Wesen, das an eine Mischung aus Mensch und Affe denken lässt. Schlafend oder doch eher bewusstlos liegt die Kreatur am Boden und wird derweil von einer Heerschar winziger Figuren als Quelle für unterschiedliche Wert- und Verwertungsstoffe genutzt. Sie betreiben Tagebau, Raubbau und Ausbeutung am lebenden, wehrlosen Objekt. Verstörend ist hier nicht allein die Bildhaftigkeit und der Symptomgehalt, der sich jäh erschließt, sondern dass dieses monströse Spiegelbild unserer Gegenwart, das heißt, der eigenen Spezies, von den Künstlern ein so reizvolles Äußeres bekommen hat – mit Liebe zu den verwendeten Materialien und mit großer Hingabe ans Detail. Die wenig handliche Arbeit «Give us, Dear» wird im Rahmen einer Kooperation des Neuen Museums mit Elke Schloter und Volker Koch gezeigt. Beide sind für ihre langjährige lokale Kunstfördertätigkeit bekannt und haben das Kunstwerk von Böhler & Orendt nun als Dauerleihgabe dem Museum übergeben. In einer weiteren Sammlungspräsentation, zu sehen ab 5. Februar, zeigt der in London lebende Künstler Paul Maheke die als 3-Kanal-Videoinstallation konzipierte Arbeit
«I Lost Track of the Swarm» (2016). Die Monitore zeigen den Künstler selbst, wie er teils choreografierte, teils improvisierte Tanzbewegungen in einem dämmrigen Raum vollführt. Für Maheke fungiert «der Tanz und die Erkundung des Körpers als Schlüssel zur Identitätssuche» (Pressetext).

NEUES MUSEUM NÜRNBERG
Klarissenplatz, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
nmn.de


Eröffnung: Mittwoch, 13. Feb. 2019, 19 Uhr
14. Februar bis 7. April 2019
FABIAN TREIBER: A MINIBAR IN A LARGE SCALE ROOM
Der Titel, den der aktuelle Inhaber des Nürnberger Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums seiner Ausstellung gegeben hat, verrät bereits etwas über das bevorzugte Genre des Künstlers. Florian Treiber, 1986 geboren, malt vor allem Interieurs. Die wie prozesshaft wirkende Ausgestaltung ihres Innenlebens ist das, worin Treiber malerisch aufzugehen und aufzublühen scheint. Die bisweilen seltsam und zugleich reizvoll in die Fläche geklappten Räume, in denen sich Gegenstände wie Tisch, Stuhl, Blumentopf u.v.m. gleichsam wie in die Fläche gedrängte Elemente stapeln und überschneiden, wirken wie Samples oder wie collagiert. Darüber hinaus sind die Dinge oft so stilisiert oder abstrahiert, dass sich die Frage stellt «Wo verläuft die Demarkationslinie, an der eine abstrakt-geometrische Form zu einem vertrauten Objekt wird?» (Pressetext). Verwirrend für das Auge ist zudem, dass Treiber seine Gegenstände mal hart kantiert und klar umreißt, dann wieder ihre Konturen mittels Sprühoptik weich und diffus werden lässt. Er gaukelt so die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Schärfen bzw. Unschärfen vor. Bei genauer Betrachtung bleibt eigentlich alles im Unklaren, nichts passt oder fügt sich wahrnehmungsmäßig zu einem stimmigen Ganzen, das als solches erfassbar wäre, zusammen. Auch wenn der Künstler immer wieder den Innenraum oder im weiteren Sinn das Stillleben als Motiv wählt, geht es offensichtlich um viel mehr, als um das Abarbeiten an diesem Genre.

KUNSTHAUS
Königstr. 93, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstkulturquartier.de/kunsthaus


Eröffnung: Samstag, 16. Feb. 2019, 19 Uhr
17. Februar bis 10. März 2019
SCHÖN
Die Fotoszene Nürnberg e.V., ein Forum freier Fotografen mit 21 Mitgliedern, hat sich im vergangenen Jahr programmatisch neu aufgestellt. Sichtbar wird das vor allem an der intensivierten Ausstellungstätigkeit und einer Vielzahl neuer Namen – also Nicht-Fotoszene-Mitglieder –, die nun verstärkt in die Ausstellungsprojekte integriert werden. In der neuen Gruppenschau unter der Überschrift «schön» werden neue Arbeiten von Steffen Kirschner, Katharina Pflug, Julia Puder und Jens Wegener gezeigt. Bis zum 10. Februar ist die Ausstellung «Cyclone» von Laila Auburger und Hannah Gebauer zu sehen. Beide haben an Nürnberger Kunstakademie studiert. Auburgers «Arbeitsweise zeichnet sich vor allem durch den Gebrauch und die Ästhetik analoger schwarz-weiß-
Fotografie aus» und bei Gebauer, die bei Jürgen Teller studierte, liegt der Fokus ihrer fotografischen Arbeit «unter anderem auf der Publikation als künstlerischem Medium» (Ankündigung).

FOTOSZENE NÜRNBERG
im Atelier- und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg. Sa/So 12–15 Uhr u.n.V.
die-fotoszene.de


Eröffnung: Dienstag, 19. Feb. 2019, 19-21 Uhr
20. Februar bis 13. April 2019
LUTZ BRAUN: POST GHOST
Je mehr wir uns digitalisieren und in die fluffigen, verheißungsvollen Kissen alles nicht Analogen sinken, desto erstaunlicher können einem da die Bilder von Lutz Braun erscheinen – allein auf Grund der Tatsache, dass sie Malerei sind. Erstaunlich deshalb, weil Lutz Brauns Bilder unter anderem verdeutlichen, dass mit den Mitteln der Malerei durchaus etwas über die Themen und die Zustände, die uns und die moderne Gesellschaft beschäftigen, zu sagen ist, und dass es dazu nicht einer wie vielerorts zum Trend gewordenen Referenz- und Spezialwissen-Beschwerung bedarf. Der 1976 in Schleswig geborene Lutz Braun – er lebt heute in Berlin – entwirft meist landschaftsähnliche Szenarios mit gedeckter Farbpallette. Die Dinge können auch mal lose umeinander angeordnet sein. Sie sind auch weniger auf einen leckeren Illusionismus angelegt, vielmehr scheint der antinaturalistische Strich zuerst das Symbolhafte hervorheben zu wollen. Gleichwohl sind die meisten Bilder atmosphärisch zu nennen, aber die Atmosphäre weist, mit Anklängen an die skandinavischen Maler der vorletzten Jahrhundertwende, eher ins Dystopische und bisweilen in einen Humor, der mit Ironie und etwas Bitterstoffen angereichert ist. Bis 13. Februar ist die Ausstellung «Bill» von Claudia Kugler zu sehen.

GALERIE SIMA
Hochstraße 33, Nbg
Di-Mi 17-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr u.n.V.
sima-projects.de


Eröffnung: Freitag, 22. Feb. 2019, 19 Uhr
27. Februar bis 11. April 2019
LENA MILLER: AUF EINEM ANDEREN PLANETEN VIELLEICHT

BBK NÜRNBERG
Projektraum Hirtengasse
Hirtengasse 3, Nbg
Mi/Do 13-18 Uhr
bbk-nuernberg.de


Eröffnung: Donnerstag, 28. Feb. 2019, 19 Uhr
1. März bis 5. Mai 2019
JASON HIRATA
Am letzten Tag des Monats eröffnet die Einzelschau mit dem US-amerikanischen Künstler Jason Hirata (*1986). Auf der Website seiner Galerie heißt es sinngemäß übersetzt, der zeitgenössische Multimedia-Künstler beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Technologie, Sprache und den sozialen und kulturellen Themen der heutigen Welt.

KUNSTVEREIN NÜRNBERG - ALBRECHT DÜRER GESELLSCHAFT
Milchhof
Kressengartenstr. 2, Nbg
Di-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 13-18 Uhr u.n.V.
kunstvereinnuernberg.de




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