shift/walls: urbane Kunst live erleben!
Wenn ihr, sagen wir zum Beispiel mal im Kunsthaus des Künstlerhauses eine Ausstellung anschaut, steht ihr in aller Regel vor fertigen Bildern in passenden Rahmen. Man sieht das Produkt der Arbeit in einem Zustand, der nicht mehr verändert wird. Wie wäre es, statt Kunstwerke dort die Künstler:innen zu treffen und ihren Prozess begleiten zu können? SHIFT/WALLS unternimmt im September zum vierten Mal diesen Versuch – mit noch mehr Fläche als zuvor!
Denn: Neben dem bereits erwähnten Kunsthaus steht bei dieser Ausgabe auch der Festsaal des Künstlerhauses für das innovative und eigentlich auch performative Ausstellungsformat zur Verfügung. Zwei Wochen lang ziehen die Künstler:innen aus den Bereichen Graffiti, Installation, Performance, Klang, Zeichnung und konzeptuelle Kunst in das gemeinsame Atelier. Menschen und Arbeitsweisen treffen aufeinander, reagieren auf den einen, anderen, ungewohnten Raum und entwickeln sich in diesem Austausch in Richtungen, die allein daheim wahrscheinlich gar nicht denkbar gewesen wären. Die Entscheidungen, der Zweifel, der spontane Einfall, all das wird Teil der Ausstellung. Und mit der Kunst verändert sich peu a peu der Raum, in dem Wände bemalt werden und Klänge fließen. Auch die Außenfassade erscheint jeden Tag ein bisschen anders. Man betritt nie zweimal denselben Fluss oder dasselbe shift/walls.
Im Festsaal, der an den Wochenenden zum Community Space wird, besteht für das Publikum die Möglichkeit, mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen. Und so vielleicht selbst den nächsten Stein des Anstoßes ins Rollen zu bringen. Beim Abschlusswochenende verdichten sich die Prozesse dann zu einem Gesamtbild.
shift/walls bringt acht interdisziplinär arbeitende Künstler:innen zusammen, deren Arbeitsweisen unterschiedlicher kaum sein könnten, und die doch eine gemeinsame Haltung verbindet: die Offenheit für Prozess, Austausch und Experiment. Für zwei Wochen wird das Kunsthaus zum gemeinsamen Atelier, in dem Ideen aufeinandertreffen, Arbeitsweisen sich überschneiden und neue Verbindungen entstehen. Ob Graffiti, Installation, Performance, Klang oder konzeptuelle Kunst – die eingeladenen Künstler:innen verstehen den Prozess als Teil ihrer Praxis und reagieren aufeinander ebenso wie auf den Raum. So wächst mit jedem Tag ein Ort, der sich nicht über das fertige Ergebnis definiert, sondern über das, was dazwischen entsteht.
UND WER DARF DA DIESMAL ZWEI WOCHEN WERKELN?
ATE CREW
ATE ist ein Künstlerduo aus Nürnberg und Würzburg, das seine Wurzeln in der Graffiti-Kultur hat. Chris Schlosser und Simon van Riel entwickeln daraus eine eigenständige, farbintensive Bildsprache, die sich zwischen großformatigen Murals, Illustration und zeitgenössischer urbaner Kunst bewegt. Charakteristisch ist ihr gemeinsamer Arbeitsprozess, bei dem zwei individuelle Handschriften zu einer visuellen Sprache verschmelzen und sich im Dialog kontinuierlich weiterentwickeln. Bei shift/walls werden sie den Außenraum des Künstlerhauses bespielen und den offenen Entstehungsprozess ihrer großformatigen Arbeiten unmittelbar erlebbar machen.
PAUL BIESSMANN
Paul Biessmann arbeitet mit Klangkunst, Medienkunst und interaktiven Technologien. Mit Live-Elektronik, generativen Visuals, Sensorik und installativen Formaten schafft er Situationen, in denen Klang, Raum und Bewegung unmittelbar aufeinander reagieren. Seine Arbeiten laden das Publikum dazu ein, Räume nicht nur visuell, sondern auch akustisch und körperlich wahrzunehmen, wobei digitale Technologien nie Selbstzweck, sondern Mittel für neue Erfahrungsräume sind. Für shift/walls eröffnet seine Position eine weitere Dimension des urbanen Raums und erweitert den sichtbaren Prozess um eine vielschichtige klangliche Ebene.
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SERENA LANDRIEL
Serena Landriel arbeitet als Tänzer:in und Choreograf:in an der Schnittstelle von Bewegung, Performance und bildender Kunst. Im Zentrum steht der Körper als Medium – als Träger von Erinnerung, Beziehung und räumlicher Erfahrung. In kollaborativen Arbeiten entstehen Choreografien, die den Dialog mit Architektur, Klang und anderen künstlerischen Positionen suchen. Bei shift/walls erweitert diese performative Praxis den gemeinsamen Arbeitsprozess um eine körperliche Ebene und eröffnet neue Perspektiven auf den Raum.
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ALESSIA PENNAVARIA & JOSEPH LANZINGER
Als Duo entwickeln Alessia Pennavaria und Joseph Lanzinger ortsspezifische Arbeiten an der Schnittstelle von Installation, digitalem Bild und Performance. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie Architektur, Erinnerung und digitale Bildwelten unsere Wahrnehmung von Räumen prägen. Mit präzisen Eingriffen schaffen sie Situationen, die vertraute Orte neu lesbar machen und den Ausstellungsraum selbst zum aktiven Teil ihrer Arbeiten werden lassen. Für shift/walls bringen sie eine Position ein, die den Prozess des gemeinsamen Arbeitens räumlich erweitert und den White Cube als wandelbaren Erfahrungsraum herausfordert.
https://pennavarialanzinger.com
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Nora Lösel
Nora Lösel verbindet Installation, Objekt, Malerei und zunehmend auch Text zu vielschichtigen Arbeiten, in denen Material, Sprache und Körper miteinander in Beziehung treten. Organische Materialien, Fundstücke und skulpturale Elemente schaffen Situationen zwischen Vertrautem und Irritation. Ihre Projekte entstehen häufig ortsbezogen und entwickeln ihre Wirkung im Zusammenspiel mit Architektur und Publikum. Im Rahmen von shift/walls trifft diese offene Arbeitsweise auf einen Prozess, in dem Material, Sprache und Raum fortwährend neu verhandelt werden.
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LOLA VORLÄUFER
Lola Vorläufer bedient sich Konzeptkunst, Installation und Performance. Ihre Projekte entstehen häufig aus konkreten Orten und Begegnungen und untersuchen, wie gesellschaftliche Strukturen, feministische Fragestellungen und kollektive Erfahrungen Räume prägen. Mit dem feministischen Kollektiv who___we___are entwickelte sie Formate, in denen Austausch und gemeinsames Handeln selbst zum künstlerischen Material werden. Bei shift/walls erweitert sie den offenen Arbeitsprozess um eine Praxis, die den Dialog als Ausgangspunkt künstlerischen Handelns versteht.
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shift/walls
VOm 11.09. bis 27.09. im Künstlerhaus
Live zu verfolgen bei Instagram: @kunsthausnuernberg und @kuenstlerhaus_nbg
www.kunstkulturquartier.de/kuenstlerhaus











