Mach´s gut, Babis!
#Babis Panagiotidis, #Nachruf
03.11.1963 – 05.01.2026
Ein Nachruf von Tanja & arMin
Geboren am 03. November 1963 im Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg, begann Babis Leben zwischen Welten. Seine frühe Kindheit verbrachte er wild und frei in einem Bergdorf nahe Kastoria in Griechenland, bei den Großeltern, umgeben von Tieren, Landschaft und einer Selbstverständlichkeit von Leben, die ihn nie wieder loslassen sollte. Mit sieben Jahren kehrte er nach Nürnberg zurück – zu seinen Eltern, seinem vier Jahre jüngeren Bruder Xristo und später seiner Schwester Eirini. Die Familie lebte in einer ehemaligen Tankstelle. Babis musste Deutsch lernen, sich neu erfinden, sich einfügen – und tat es auf seine ganz eigene Weise.
Es gibt Menschen, die einen Raum betreten
– und etwas verändert sich.
Babis Panagiotidis war so jemand.
Sein Abitur machte er wieder in Griechenland. Nach dem frühen Tod des Vaters kehrte die Familie endgültig dorthin zurück. Mit 20 begann Babis in Erlangen ein Studium zum Chemieingenieur. Schon damals organisierte er Kunstaktionen im privaten Rahmen – keine Events, sondern Zustände. Er beeinflusste Menschen, veränderte Denkweisen, setzte etwas in Gang.
Er brach sein Ingenieurstudium ab und wechselte an die FH Nürnberg, um Grafikdesign zu studieren. Es folgten Jahre als Art Director in einer Werbeagentur, mit einem Höhepunkt als Gestalter für die Olympischen Spiele in Athen. In Griechenland wurde er auch zum Militärdienst eingezogen. Danach kehrte er erneut nach Deutschland zurück – und blieb.
Seine Arbeit verlagerte sich zunehmend in Richtung freier Kunst. Für das Palindrome Tanztheater arbeitete er intensiv, gestaltete Bühnenräume, Kostüme und visuelle Konzepte, u.a. für die Medienoper „Jenseits der Schatten“ am Theater Bonn. Eigene Produktionen folgten: „Wellenschreiber“ in Griechenland, bei dem ein Fischerboot mithilfe einer Konstruktion die Bewegung der Wellen auf Papier übertrug. „ChoreOdysse“ mit Frieder Weiss in der Tafelhalle.
Parallel war da immer die Musik. Seit Erlanger Tagen legte er als DJ auf – im Transfer, in zahllosen Clubs, oft mit Roberto. 1994 gründete er mit Freunden Bellycloud. Was folgte, waren Jahrzehnte von Veranstaltungen, Begegnungen, Nächten, die für viele zu Erinnerungen fürs Leben wurden. Die letzte Bellycloud-Party fand an Weihnachten 2025 statt.
Auch seine bildkünstlerische Arbeit war umfangreich und kompromisslos. Werke wie „Hedonism (is my) Trojan“ für den NN-Kunstpreis, der „Apparadürer“ für Global Art im Germanischen Nationalmuseum, „Fahnenwaschung“ am ehemaligen Reichsparteitagsgelände, „NIE WIEDER“ am Zeppelinfeld oder „Wir sitzen alle in einem Boot“ am Lorenzer Platz prägten den öffentlichen Raum Nürnbergs. Dazu kamen Aktionen wie die „Regenbogensäulen“ auf der Zeppelintribüne, die von ihm initiierte und kuratierte Ausstellung „EXXistentialismus“ in der Kongresshalle, sowie zahlreiche Ausstellungen mit dem Borgo Ensemble, Global Art und der Galerie Laurentiu Feller.
Was all das verband, war seine Haltung. Babis arbeitete immer mit mehr als 100 Prozent – oft ohne Honorar. Aber nie ohne Verantwortung. Eine Woche vor seinem Tod legte er noch auf, trotz extremer Schwäche durch seine Krebserkrankung.
Für 2026 waren zahlreiche Projekte geplant: eine Umweltoper in der Kongresshalle, ein Ikarus-Flügel auf der Insel Ikaria, neue Aktionen, neue Räume. Vieles davon ist ohne ihn nicht umsetzbar. Vor allem fehlt seine vielleicht größte Gabe: Menschen für Visionen zu begeistern, sie mitzunehmen, zu Beteiligten zu machen. So entstanden Werke und Veranstaltungen, die es ohne ihn nie gegeben hätte.
Er bewahrte sich eine reine, kindliche Seele – und einen kompromisslosen ethischen Anspruch an sich selbst und sein Umfeld. Kinder und junge Menschen liebten ihn sofort. Bis heute erzählen mir viele, wie sehr Babis ihr Leben geprägt hat. Es sind Tausende.
Babis war ein Superspreader – im besten Sinne.
Und er wird bleiben.
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Babis – die abschiedsparty am 05.02.2026
Ab 14 Uhr wird von seinen engsten Freunden in den Z-Bau eingeladen, um Babis inmitten seiner Kunst zu gedenken.
Gemeinsam mit BellyCloud, Z-Bau, dem Kunstverein und dem
Nordgarten e.V. entsteht ein Raum der Begegnung.
BELLYCOUD
Die Geschichte, Flyer und Spuren davon finden sich auf
https://www.bellycloud.club
#Babis Panagiotidis, #Nachruf















