Eine reisende Stele fürs Gelände: Das Regenbogen-Präludium und die Kuratorische Variable

FREITAG, 1. OKTOBER 2021, NüRNBERG

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Bald ist es schon wieder ein Jahr her, dass ein anonymes Künstler*innenkollektiv die Zeppelingtribüne am Reichsparteitagsgelände in einer nächtlichen, subversiven Aktion in den Farben des Regenbogens bemalte. Ausgerechnet in der Nacht, bevor Nürnberg nicht Kulturhauptstadt wurde. Ausgerechnet dieser neuralgische Ort. Die Stadt reagierte mit umgehender Reinigung, die Stadtgesellschaft mit lebhafter Diskussion. Die anonymen Künstler*innen, genannt mittlerweile Arquus, haben sich seither nicht in die Untätigkeit verabschiedet.  

Im Rahmen der RathausArt präsentierte das Kollektiv auf der Fläche der Bode-Galerie die Kuratorische Variable. Dabei handelt es sich um eine Skulptur, die den Stelen des Geländeinformationssystems am Reichsparteitagsgelände eins zu eins nachempfunden ist. Das Display der Stele allerdings zeigt Kunst oder weist auf Kunst hin, kündigt weitere Aktionen an … 

”Für den Umgang mit dem Gelände gibt es keine Handlungsanweisung, keine Blaupause, keine Musterlösung und keine Einzellösung. Es braucht den Versuch. Wieder und wieder: versuchen, nochmal neu versuchen und wieder anders machen. Die Versuche dürfen übend sein, strauchelnd sein. Dürfen sich finden und wieder verlieren. Es müssen viele sein. Es muss permanente Unruhe auf dem Gelände gestiftet und praktiziert werden. Einer dieser Versuche wird im Frühjahr das Aufstellen der kuratorischen Variable auf dem Gelände sein”, schreibt Arquus. Skizzen, Ideen und Vorschläge für die Stele können von jedem und jeder eingereicht werden, via Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

Zunächst geht die Kuratorische Variable aber auf Tour. Im Rahmen des Global Art Festivals im November wird sie auf dem Kornmarkt platziert sein und aus dem Germanischen Nationalmuseum heraus bespielt werden. Danach tritt sie die weite Reise zur Völklinger Hütte an, wo sie im Zuge des Future Labs auftauchen wird. Die Einladung steht im Zusammenhang mit der vom Kollektiv angeregten Forschungsarbeit zum Komplex einer demokratischen und künstlerischen Erinnerungskultur in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Fabian Schäfer und dessen DFG-Projekt „Reeducation Revisited“. 

Im Februar kehrt die Stele dann noch einmal in der Bode Galerie ein, bevor der letzte Umzug ansteht, aufs Gelände, wo sie, angereichert mit neuen Inhalten, ihre volle Wikrung entfalten soll. Und auch im Rahmen der Ausstellung In Situ in der Kunsthalle und auf der documenta im kommenden Jahr wird vom Regenbogen-Präludium die Rede sein. Weitere Details folgen, natürlich auch hier. Am aktuellsten lässt sich das Geschehen rund um Arquus auf dessen Insta-Kanal verfolgen: www.instagram.com/rainbowprelude 

 




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NüRNBERG. Wenn es so etwas wie einen Günther-Jauch-mäßigen Jahresrückblick auf Nürnberg 2020 gäbe, das eine Bild, das keinesfalls fehlen dürfte, ist allen klar: Das Regenbogenpräludium hat sich, nicht nur wegen der Farbe an der Zeppelintribüne, sondern auch wegen der daran anschließenden Diskussion über Intervention und Kunst im öffentlichen Raum und den Umgang mit dem Reichsparteitagsgelände, ins kollektive Regionalgedächtnis eingebrannt. Bald zwei Monate später ist die Auseinandersetzung wieder etwas abgekühlt, hinter den Kulissen werkeln die Künstler*innen aber weiter. An ihrer Vision und der Zukunft der Gruppe. Jetzt hat das Regenbogen-Präludium sein Regenbogen-Intermezzo verfasst, ein Thesenpapier, ein Manifest, mit konkreten Vorschlägen, wie es jetzt weitergehen könnte, erstveröffentlicht hier, bei curt.
Im Intermezzo beschreibt die Gruppe ihre erste Arbeit als ein längst überfälliges Gegendenkmal, das ein Vakuum fülle: die von der Stadt festgelegten Leitlinien zum Umgang mit dem Gelände seien in 16 Jahren weder mit finanziellen Mitteln noch mit konkreten Konzepten ausgestattet worden. Als eigentliches Werk sei jedoch nicht der Regenbogen, sondern der daran geknüpfte Diskurs zu verstehen, der in Auseinandersetzung mit dem Gelände immer neue Ausdrucksformen findet. Um zu diesen Ausdrucksformen zu gelangen, fordert das Kollektiv jetzt die Schaffung einer Sozialen Plastik in Form eines selbstverwalteten Künstler*innenhauses in direkter Umgebung des Reichsparteitagsgeländes. Auch ein Finanzierungsvorschlag ist im Manifest enthalt. Das gesamte Regenbogen-Intermezzo im Wortlaut:  >>
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