Telmo Miel: Zwei Artists aus Rotterdam, ein Mural für Nürnberg

FREITAG, 1. OKTOBER 2021, NORDOSTBAHNHOF NüRNBERG

#Bank, #Jubiläum, #Kid Crow, #Mural, #Rotterdam, #Sparkasse Nürnberg, #Sprayart, #Telmomiel

Man muss zugeben, hier wurde ordentlich rangeklotzt. Doch die Sparkasse feiert ja nicht jedes Jahr ihren 200. Geburtstag! Da darf es dann auch mal ein bisschen mehr sein. Mehr Wand, mehr Kunst, mehr Kunst auf der Wand: das Bankgebäude am Nordostbahnhof, auf der direkten Achse zwischen Flughafen und Hauptbahnhof, ziert seit wenigen Wochen ein Mural – ein Wandgemälde – das vom Künstler-Duo TELMO MIEL aus Rotterdam geschaffen wurde. Die Herren haben bereits Murals in Metropolen wie L.A, London, New York, Berlin oder Amsterdam gestaltet. Nürnberg war quasi logischerweise die nächste Station. Zu verdanken haben sie den Auftrag zur Gestaltung dieser Fläche ihrer herausragenden Bewerbung, sowie der Kuration durch Carlos Lorente aka KID CROW, Betreiber der Graffiti Akademie STYLE SCOUTS. Und natürlich dem Geburtstagskind.

Carlos, es gab eine Ausschreibung, du hast das Ganze kuratiert. Wie kam es dazu, wie waren die Abläufe?
Die Sparkasse Nürnberg ist bereits seit ein paar Jahren Partner der Graffiti Akademie. Zusammen haben wir unter anderem den Urban Art Fonds etabliert, der Projekte im öffentlichen Raum fördert. Da ich als Kurator und Organisator bereits etliche Aktionen begleitete – beispielsweise als künstlerischer Leiter beim Betonliebe Festival), hatten mich die Verantwortlichen der Sparkasse auf dem Schirm. Gemeinsam entwickelten wir dann bereits 2019 eine Konzeption, wie das Mural-Projekt ablaufen könnte. Der zentrale Wunsch war es, zum Bank-Jubiläum einen internationalen Gastbeitrag für urbane Kunst zu stiften.
Warum hat genau dieser Entwurf überzeugt?
Die Auswahl des Künstlerteams übernahm eine Jury der Sparkasse Nürnberg. Neben Telmomiel gab es noch weitere, tolle Entwürfe von internationalen Stars der Mural-Art-Szene. Ich denke, am Ende war es die Vielschichtigkeit des Konzepts, der Generationen-übergreifende Aspekt der Bildaussage und die interessante Farbgebung, die überzeugt haben.
Welche Botschaft hat das Bild?
Das Motiv „Frau mit Kind und Chrysantheme“, welches die Künstler frei bestimmen konnten, soll die Verbundenheit und Nähe über Generationen hinweg zum Ausdruck bringen. Oder, wie Telmo Miel es erklären:  „Die Chrysantheme, für viele Menschen ein Zeichen der Hoffnung, steht im Mittelpunkt des Bildes. Ein kleiner Junge und eine ältere Frau, die seine Mutter oder Nachbarin sein könnte, begegnen sich in einem imaginären Garten. Das Motiv soll eine Metapher für die Inspiration der Jugend, die Verbindung zwischen Generationen und die respektvolle und hoffnungsvolle Begegnung innerhalb einer Gemeinschaft sein.“
Wie lange dauerte der Schaffensprozess?
Das waren fünf Tage vor Ort, aber mehrere Wochen Vorbereitung.
Du hast die beiden Artists während dieser Zeit betreut. Wie sah euer Programm aus?
Aufgrund des knappen Zeitrahmens war leider nicht viel Rahmenprogramm möglich. Immerhin hatten wir eine kleine Stadtrundfahrt und ich konnte den Jungs die üblichen Orte zeigen, die man unbedingt mal gesehen haben sollte. Interessanterweise war der Burger King in der Nähe des Reichsparteitagsgeländes inklusiv NS-Adler-Relikt aufgrund seiner Skurrilität ein besonderes Highlight. Fränkisches Essen und ein Rundgang durch die Altstadt – mit Zwickl am Wanderer – waren natürlich auch Pflicht.
Kannteste du Miel und Telmo bereits?
Über gute Freunde bestand schon eine indirekte Verbindung – im Prinzip kennen sich die meisten Artists über zwei, drei Ecken. Ich hab´ mich natürlich sehr gefreut, dass die beiden dann so professionell, cool und umgänglich waren. Für das nächste Jahr steht auch eine Einladung nach Rotterdam an - dafür wollen die beiden ihre Graffiti-Skills reaktivieren und mit mir eine Wand bemalen.
Was sind eure nächsten Projekte?
Telmo Miel sind bereits für die nächsten Projekte gebucht und dadurch viele Monate im Jahr auf Achse. Am besten verfolgt man ihre Aktivitäten auf Instagram.
Bei mir wird es bis spät in den Herbst hinein noch einige Projekte im öffentlichen Raum geben. Dafür verschlägt es mich u.a. nach Potsdam und Berlin. Ich hoffe außerdem sehr, dass wir im kommenden Jahr mit der Graffiti Academy wieder mehr Workshops anbieten können. Das wäre ein Traum.
 




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