FAU: Junges Gemüse mit Herz für die Kunst

MONTAG, 4. FEBRUAR 2019

#Bildung, #FAU, #Kolumne, #Kunstpalais Erlangen

Bereits 2015 wurde am Kunstpalais in Erlangen „Artyschock – Der junge Freundeskreis“ für Kunstbegeisterte zwischen 18 und 35 Jahren ins Leben gerufen. Stetig mit Leben gefüllt wird er von den jeweiligen Praktikant*innen im Kunstpalais. Im laufenden Semester kümmern sich die beiden FAU-Studentinnen Anna und Louisa um den Freundeskreis – und sie haben sich viel vorgenommen.

Bevor das Praktikum letzten November startete, kannten sich die beiden Studentinnen nicht. Anna studiert im 3. Mastersemester Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Kunst- und Kulturwissenschaften. In einem Seminar erfuhr sie von dem Praktikum. „Im Rahmen des Studiums sind wir verpflichtet, ein Praktikum zu machen“, erzählt Anna, die bereits ihren Bachelor an der FAU absolviert hat. Louisa hingegen ist erst seit Semesterbeginn in der Hugenottenstadt, sie kam zufällig an die FAU: sie hatte sich für einen Studienplatz in Medizin beworben und die Zusage für Erlangen erhalten. Auf der Erstsemesterbegrüßung kam sie mit einer Vertreterin des Kunstpalais ins Gespräch und bewarb sich umgehend um einen Praktikumsplatz. „Kunst ist ein toller Ausgleich zu meinem Studium. Ich beschäftige mich mit einem komplett anderen Thema und gewinne Abstand“, sagt die Medizinstudentin.

Zum ersten Mal trafen sich Anna und Louisa bei der Baustellenführung zur Ausstellung „I‘m Afraid I Must Ask You To Leave“ der Künstler Julius von Bismarck und Julian Charrière, die noch bis Ende Februar in Erlangen zu sehen sein wird. Bei der Führung wurden sie auch den versammelten „Artyschocken“, den Mitgliedern des Freundeskreises, vorgestellt. Bei den Baustellenführungen, die ausschließlich für Artyschock angeboten werden, lässt sich noch vor der offiziellen Eröffnung ein Blick in die jeweils kommende Ausstellung werfen. Häufig sind dann auch die Künstlerinnen und Künstler, die Sammler oder Kuratorinnen vor Ort, mit denen man ins Gespräch kommen kann. Um für den Freundeskreis zu werben, haben die beiden Studentinnen zudem die Social-Media-Kommunikation übernommen. „Neben der bestehenden Facebook-Seite sind wir jetzt auch bei Instagram zu finden“, so Anna. Das Praktikum der beiden läuft studienbegleitend, einen Büro-Arbeitsplatz mit festen Arbeitszeiten haben sie nicht. „Wir treffen uns auch schon mal in der Bib oder fangen unseren Arbeitstag erst nachmittags an“, sagt Anna und Louisa fügt hinzu: „Das so erlernte Zeitmanagement ist auch im Hinblick auf die Zukunft der Arbeit sinnvoll.“

Derzeit planen die beiden das ARTYSCHOCK SPECIAL, das am 15. Februar stattfinden wird. Wild und bunt wird es werden, mehr wird aber zu dem Kunst-Workshop für den Freundeskreis und alle Interessierten noch nicht verraten. Diese exklusiven Events, wie auch die Baustellenführungen oder Führungen außerhalb der Öffnungszeiten, sind in der Mitgliedschaft enthalten. „Eine Jahreskarte mit Benefits, so erkläre ich unseren Freundeskreis gerne“, lacht Anna. Alle Mitglieder können sämtliche Ausstellungen im Kunstpalais beliebig oft besuchen. Und sie dürfen dazu immer auch noch eine Begleitperson mitbringen, die ebenfalls keinen Eintritt bezahlen muss.

Am 13. Februar, wie an jedem zweiten Mittwoch im Monat, findet das nächste Treffen der Artyschocken statt. Wie immer in einer Kneipe in Erlangen. Wo genau, werden die beiden rechtzeitig bekannt geben. Dann wollen sie mit allen über die nächste gemeinsame Fahrt sprechen: ein Besuch der Kunsthalle in München ist im Frühjahr geplant. Und auch die Blaue Nacht in Nürnberg will man zusammen besuchen. Wer mal unverbindlich reinschnuppern will, ist herzlich zum Kneipenabend oder einer Führung eingeladen. Einfach auf Facebook (www.facebook.com/artyschock) oder Instagram (www.instagram.com/artyschock_kunstpalais) eine Nachricht hinterlassen oder eine Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst schreiben.

 




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HERSBRUCK. Bahnhof FÜRTH

Auf der blauen Himmelsleinwand über dem sandsteinernen Bahnhofsgebäude wurde ein Pinsel mit weißer Tünche immer wieder über die ganze Fläche abgestreift, um die Farbe aus den Borsten zu bekommen. Daneben im grauen Hochhausklotz glotzten die hundert schmalen Fensteraugen in müder Verschlagenheit. Auf den Bahnsteigen hingen blau gerahmte Displays in der Luft und zeigten den Reisenden die nächsten und übernächsten Anschlüsse hin zu anderen Bahnsteigen. Ein Mädchen mit weißen Steinchen im Ohr bewegte die kreidebleichen Turnschuhe mit ihren munter wiegenden Füßen und sprach und lachte mit einer Person an einem anderen Ort. Sanft griff sie in eine lange Strähne und zwirbelte das blonde Haar. Der Mann daneben löste seine Maske vom Ohr und trank vorsichtig aus der Mineralwasserflasche. Ein anderer hielt sich fast klammernd am Riemen der Tasche.

Eine Bahn fuhr heran. Seine Beine liefen zu den sich öffnenden Türen. Er verschwand. Die Türen schlossen sich. Die Bahn fuhr davon. Eine Frau mit gradem schwarzen Scheitel ließ eine Tasche unter dem Hintern nach vorne und hinten baumeln. Sie trug noch einen Beutel über der Brust und einen Rucksack am Rücken, als wolle sie sich von allen Seiten beschweren, um der Gefahr zu entgehen davonzufliegen wie der fliegende Robert. Dann pfiff hinten eine braune Lok, die sogleich geschäftig vorbeirollte, als habe sie im Lotto gewonnen. Dem geduldigen Postgebäude zur linken war ein Lederdach aufgesetzt worden. Wie braune Kappen auf den Köpfen von Knechten die im Viereck, Schulter an Schulter stumpf mit gestrecktem Rücken nebeneinender harren, stand es da und wartete auf Befehle. Direkt davor hatte man schwarze und gelbe Tonnen in einen engmaschigen Zwinger gesperrt. Die Quer- und Längsverstrebungen eines grünen Metallmasten überkreuzten sich im Blick darauf. Mit einer daran befestigten grauen Stangenkonstruktion wurde die elektrische Oberleitung recht aufwendig in die Luft gehalten. Weiße parallele Streifen flankierten im Sonnenlicht die Bahnsteigkante. Der Kabarettist stieg in die nächste Bahn nach Hersbruck ein und setzte sich zum Grafiker, der schon  im Waggon saß.
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NüRNBERG & FüRTH. Nun, wo wir alle wieder durften, waren wir auf Konzerten, Festivals, Lesungen, Poetry Slams. Bei der Blauen Nacht, Bardentreffen, Klassik im Park ... Ganz anders, weil geführte Gruppen, funktionieren die wunderbaren Stadt(ver)führungen: Hier geht´s um Bildung, ums kuratierte Flanieren, ums Entdecken, Staunen und natürlich auch ums Spaßhaben.
1 Wochenende, 1.144 Führungen, 539 Führungsthemen,1 Ticket, 1 Wahnsinn. curt hat selbst eine Verwandlungsführung!  >>
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