Ohren auf für die Kunst

DONNERSTAG, 2. JUNI 2022

#Juli, #Musik Installationen Nürnberg, #Sound

Die Musik Installationen Nürnberg präsentieren vom 7. bis 10. Juli ihre Sound-Interventionen.


„Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. “ Albert Einstein

Treffend war das Zitat, das der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume heute bei seiner Grußrede an das Projekt anführte: Während der Pandemie sind viele alte Gewissheiten im Kulturbereich über Bord gegangen, neue Formate und Denkräume taten und tun Not. Solche wie die Musik Installationen Nürnberg, ein Klangkunstfestival, das im Juli diesen Jahres an ganzen acht weitläufig bekannten Spielstätten in der Stadt zu hören und erleben sein wird: Unter anderem im Neuen Museum, im Ausstellungsraum SB – space between und im Z-Bau, im Borgo Ensemble und im Heizhaus, aber auch in der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände werden die eingeladenen Künstler*innen ihre vielfältigen akustischen Kommentare, Setzungen, Dokumentationen und Erzählungen hörbar und erlebbar machen, wie die beiden Initiator*innen Laure Hiendl und Bastian Zimmermann berichteten: So bespielen zum Beispiel die beiden Kunstschaffenden Göksu Kunak und Astrit Ismaili das Neue Museum im unteren Foyer mit einer Soundarbeit, die kosovarische und türkische Popsongs verarbeitet; das Nürnberger DAF-Kollektiv widmet sich einem leeren Gebäude am Kohlenhof; der New Yorker Improkünstler Lester St. Louis und acht weitere Kunstschaffende kreieren einen fluiden Performanceraum in der Kulturkirche St. Egidien; das polnische Komponisten-Performance-Duo Wojtek Blecharz und Vala T. Foltyn bespielt den Innenhof der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände mit queeren und spirituellen Gesten. Stark verzahnt sind die Initiatoren mit den Orten der freien Nürnberger Szene, für die von den Projektleitern nur Lob zu hören ist ob gedanklicher Vielfalt und zwischenmenschlicher Fairness. Das ist hochverdienter Balsam für die resilienten Nürnberger Akteur*innen, die in den letzten Jahren durch die Coronaverwerfungen und den Wegfall von vielen Atelierräumen nicht nur Auf AEG einige schwierige Sachverhalte zu managen hatten. Projekte wie das nun kommende, durch großzügige staatliche Förderung ermöglicht, schaffen für diese Belange Sichtbarkeit und Öffentlichkeit, und zeigen zum Beispiel in Hinblick auf die queeren Subtexte mancher Arbeiten, welche hochwertigen, künstlerischen und soziokulturellen Setzungen mit einer mutigen, experimentierfreudigen Kulturpolitik möglich sind. Wenn das Vorgehen weiter Schule macht wäre es eine gewaltige Chance für einige freie Kulturprojekte, die in der aktuellen Zeit auf gelassene Verbündete in Staat und Gesellschaft dringend angewiesen sind. Auf die Werke, die im Juli in Nürnberg ans Licht und ans Ohr kommen, kann man derweil gespannt sein. Es wird sicher viel zu diskutieren geben.

7. bis 10. Juli 2022
AN VERSCHIEDENEN ORTEN IN NÜRNBERG
musikinstallationen.com

 




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#Juli, #Musik Installationen Nürnberg, #Sound

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