Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen

27. OKTOBER 2017 - 18. FEBRUAR 2018, NEUES MUSEUM

#Ausstellung, #CURT präsentiert, #Design, #Kunst, #Neues Museum

Bis in den Februar nimmt das Neue Museum in Nürnberg seine Besucher mit auf eine Reise in die Welt der japanischen Ästhetik: In sieben thematischen Etappen geht es durch die japanische Architektur, Kunst, Fotografie, Design und Handwerk. Am Anfang des Weges steht das japanische Teehaus.

Lange vor Manga oder Godzilla entdeckten Künstler Japan als Welt entrückter Schönheit und Ästhetik. Die Lack-, Töpfer-, Metall- und Bambusarbeiten des 16. und 17. Jahrhunderts, Bilder- und Formensprache und der Zustrom von Kunst- und Kulturgegenständen nach dem Öffnen der japanischen Landesgrenzen im 19. Jahrhundert waren schon Quelle der Inspiration für den Impressionismus, den Jugendstil, die Wiener Secession und auch viele Künstler des Expressionismus. Die japanischer Architektur beeinflusste die Funktionalisten zwischen den beiden Weltkriegen bis hin zur heutigen Zeit, genauso wie die zeitgenössischen und traditionellen Weltanschauungen Kreative weltweit.

Ausgangspunkt der Ausstellung „Über die Kunst, ein Teehaus zu bauen” und für irgendwie alles ist das japanische Teehaus. In schlichter, nüchterner Architektur und Einrichtung wird im Teehaus die japanische Teezeremonie („Sado“) abgehalten. Für viele Anhänger ist deren korrekte Übersetzung Teeweg, und wäre „Der Weg ist das Ziel“ nicht schon dem Chinesen Konzifzius zugeordnet worden, hätte der Spruch auch vom berühmten japanischen Teemeister Rikyû (1522–1591) stammen können. Sein Weg von Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille, sein außergewöhnlicher Sinn für Schönheit und der schlichte Aufbau des Teehauses prägten das japanische Verständnis von Ästhetik, Kultur, Design, Kunst und Architektur in den letzten 500 Jahren bis heute.

Die Kuratoren Dr. Murielle Hladik und Prof. Axel Sowa vom Lehrstuhl für Architekturtheorie an der RWTH Aachen haben die Ausstellung in sieben Bereiche mit Werken aus Kunst, Architektur, Design und Fotografie unterteilt. Der Bereich Flüchtigkeit und Impermanenz geht den buddhistischen Wurzeln der japanischen Ästhetik, in der die Vergänglichkeit von Dingen Teil ihrer Schönheit ist, auf den Grund. Rekonstruktion und Dekonstruktion dreht sich um zyklische Prozesse, geprägt durch Zerstörung, Formverlust und Wiederaufbau. Die Darstellung von Stofflichkeit an der Grenze des Wahrnehmbaren ist Thema in Fließende Grenzen. Der Bereich Natur und Artefakt vereint Werke, die ihren ästhetischen Reiz aus dem Sichtbarmachen natürlicher Prozesse beziehen, Neues Handwerk versammelt Objekte, in denen Handwerkstraditionen von Jahrhunderte altem Bestand eine zeitgenössische Würdigung und Erneuerung erfahren, Der Wert der Unvollkommenheit zeigt herausragende Arbeiten aus dem breiten Spektrum der zeitgenössischen japanischen Keramik und Schnitt und Kontinuität Werke textiler Kunst.

Begleitend werden Führungen, Kurzführungen, Ferien-Workshops für Kinder, Workshops für Erwachsene und Vorträge angeboten. Am 19. November wird im Auditorium des Museums der Dokumentarfilm „Ama-San“ über die Taucherinnen vor der Halbinsel Izu, die ohne Furcht und Sauerstoffflaschen das Einkommen ihrer Familien sichern, gezeigt. Der Film ist gleichzeitig der Abschlussfilm des Japan-Filmwochenendes im Kino Casablanca. Parallel zur Ausstellung ist auch die Sammlungspräsentation „Ikko Tanaka. Plakate aus Japan“ zu sehen.

VON DER KUNST, EIN TEEHAUS ZU BAUEN.
Von Freitag, 27. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018.
 

Beteiligte Künstler sind unter anderem: Atelier Bow Wow (Architektur), Chanto (Kunsthandwerk), Naoya Hatakeyama (Fotografie), Hosoo (Textile Kunst), Intermediatheque / The University Museum, the University of Tokyo (Installation), Kaikado (Kunsthandwerk), Kamisoe (Kunsthandwerk), Wajirō Kon (Architektur, Archives of Aoyama Gakuin University), Takahiro Kondo (Keramik), Kengo Kuma (Architektur), Issey Miyake (Mode), Nosigner (Design), Makoto Ofune (Malerei / Installation), Yasuaki Onishi (Installation), Hiroshi Sugimoto (Fotografie), Takano Bamboo (Kunsthandwerk), Reijiro Wada (Skulptur / Installation).


NEUES MUSEUM NÜRNBERG
Klarissenplatz. Luitpoldstraße 5, Nbg.
nmn.de
 




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