DONNERSTAG, 05.02.2026 / 19.00 Uhr
Multimediales Tanz/Performance Projekt

Populistische Parteien und antidemokratische Strömungen weltweit versprechen in ihren Zukunftserzählungen Idyllen, in denen perfekte Bedingungen für ausgesuchte Gemeinschaften herrschen.Das Tanz/Performance Projekt „So forsch, so furchtlos“ möchte den Themenkomplex der Idylle in der Kongresshalle des Reichsparteitagsgeländes untersuchen und künstlerisch bearbeiten. In der Wahl dieses Ortes stellt es sich damit diesem Relikt nationalsozialistischer Herrschaftsarchitektur und zieht einen größtmöglichen Kontrast zu üblichen Vorstellungen von Idylle.In einer Welt, die von verstörenden Veränderungen geprägt ist, wird nach Orten der Zugehörigkeit und Gemeinschaft gesucht, nach Orten der Idylle. Diese bieten Raum für Identifikation, für Erfüllung und Orientierung. Sie sind Rückzugsorte um ein neues Selbstwertgefühl zu entfalten, aber auch um Gemeinschaft zu erleben. Diese Sehnsucht nach Idylle wird seit einiger Zeit von rechtspopulistischen Strömungen vertreten und bespielt, wobei sie oft einer tiefen Unzufriedenheit mit der Realität entspringt.Beispielhaft hierfür sind die Pläne von „free private cities“, die sowohl an Land in speziellen Sonderwirtschaftszonen, wie auch auf See auf schwimmenden Inseln etabliert werden sollen. Als Ideal einer kapitalistischen Idylle soll hier für Auserwählte ein Leben ohne jegliche staatliche Regulierung und Besteuerung stattfinden. Diese Vorstellungen gehen noch weiter hin zu Weltraum-Kolonien, die von perfektionierten Menschen besiedelt werden sollen. Der Rest der Menschheit soll von diesen Vorhaben ausgeschlossen werden.Doch hinter der idyllischen Fassade lauern Reibung und Widerspruch. Was muss alles getan werden, um idyllische Zustände zu erreichen? Was muss abgeschafft und aus dem Weg geräumt werden - Andersdenkende, Migranten - , um zur vermeintlichen Harmonie zu gelangen? Was geschieht, wenn das durch die Vorstellung der Idylle geprägten Selbstwertgefühl in Größenwahn umschlägt?So verbirgt sich hinter der Fassade der Idealvorstellung einer Idylle eine tiefere Täuschung von Unterdrückung und Verdrängung. Und immer wieder gibt es Enttäuschte, die den Schleier wegziehen und die inneren Konflikte und Widersprüche einer vermeintlichen Harmonie aufzeigen.Co>labs entwickelt gemeinsam mit bildenden Künstler:innen der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg für das Performance-Projekt „So forsch, so furchtlos“ begehbare Stationen, die mit Audio- und Videoinstallationen, 4 Tänzer:innen, Choreographien und bildhaften Elementen, Mitgliedern des StadtNsembles, einer Opernsängerin, einem DJ und einer Reiterin mit Pferd das Spannungsfeld von Idylle, Größenwahn und Desillusionierung für das Publikum erlebbar machen.

https://www.nuernberg.de/internet/nuernbergkultur/nbg_veranstaltungen.html?vid=391358_2026-02-05T19:00&customuser=nuernberg 


KONGRESSHALLE

Bayernstr. 100
90478 Nürnberg






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