DONNERSTAG, 05.12.2019 / 20.00 Uhr
Ein Anti-Heimatabend von und mit Thomas Ebermann und Thorsten Mense.

Pressetext:

Mit ihr wird für Zahnpasta und Banken geworben, der Trachtenhandel erzielt Umsatzrekorde und das provinzielle Kostüm enthemmt seine Träger/innen. Ein »Volks-Rock´n´Roller« füllt große Arenen mit jungem Publikum, die Bild-Zeitung ehrt sie mit einer kostenlosen Sonderausgabe, die Qualitätsmedien mit Features und Debatten-Serien. Zeitschriften, die das richtige Anlegen von Rosenbeeten lehren, sind der Renner auf dem Medienmarkt.
Grüne plakatieren ihr zur Ehre, Sozialdemokraten melden ältere Besitzansprüche an, und beneiden die Christdemokraten um die Idee mit dem Ministerium. Nazis verkünden, die Liebe zur ihr sei kein Verbrechen, und wer sie nicht liebe, sei aus ihr zu entfernen. Linke kontern knallhart: ihre Liebe zu Region und Gebietskörperschaft sei noch viel tiefer, echter und unverbrüchlicher.
Die staatlichen Programme zur Förderung solcher Gefühle sind satt budgetiert, und je trostloser das Kaff, desto hymnischer hat der Song zu sein, der seinen Liebreiz besingt. Der deutsche Pop folgt diesem Credo, unsubventioniert und in Privatinitiative. Hauptsache es wird gefühlt. Und das heißt immer: Allem zersetzenden Denken und kritischer Reflexion wird die Stirn geboten.
So fühlt man sich schonmal wie ein Baum, also tief verwurzelt und unumtopfbar, weil sonst Psyche und Identität Schaden erlitten. Manche schnuppern auch an Bratwürsten und behaupten, dann spürten sie Heimat. Vor allem rein und unbefleckt soll sie sein, von ihren Männern beschützt und verteidigt.
Im Namen von Idyll, Harmonie, Tradition, Brauchtum, Familie und weiterer Höllen wird gegen die Fremden und das Fremde zu Felde gezogen. Was man bereits ohne Meinungsforschung erkennen konnte, wurde mittlerweile auch empirisch belegt: Je mehr Heimatliebe, desto ausgeprägter die rassistische Gesinnung.
Unbeeindruckt davon, stets dem Konstruktiven verpflichtet, bastelt die Zivilgesellschaft an ,alternativen‘ Heimatbegriffen. Und wo noch ein Restwissen oder eine Ahnung vorhanden ist, über die Geschichte dieses rechten Kampfbegriffs, der oft nur ein anderes Wort für ,Blut und Boden‘ war, zitiert man das letzte Wort aus »Prinzip Hoffnung« des marxistischen Philosophen Ernst Bloch: »Heimat« – und verschafft sich so gutes Gewissen.
Das und vieles mehr – das Absurde und das Gefährliche – wird an diesem Abend auf Bühne und Leinwand besichtigt und vorgeführt, nachgespielt und kommentiert, analysiert und in die Tonne getreten. Stets parteiisch auf der Seite der historischen und zukünftigen Opfer der Heimat.


DESI

Brückenstraße 23
90419 Nürnberg

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KARTE

FREITAG, 26.06.2020, VILLA LEON
Künstlerinnen und Künstler kommen auf den Teppich. So macht das die Villa Leon, die sich mit ihrem sommerlichen Programm Villa.Kultur.Teppich zurückmeldet. Auf besagtes Bodentextil passt prinzipiell alles, was Freude macht, sei es Musik oder Kunst, Spiel oder Text. Im Grunde handelt es sich aber um Konzerte. Der Platz drum herum ist, ihr kennt das mittlerweile, begrenzt. Wer dabei sein möchte, melde sich an unter: 0911/231 7400.

Folgende Veranstaltungen stehen an:

26.6. um 20 und um 21 Uhr:
NapoliLatina

Italienische Popmusik aber aus Nürnberg, dem vielleicht doch nördlichsten Zipfel des Mittelmeerstiefels. NapoliLatina mischen ihren Italo-Hits allerdings noch ein paar Latino-Rhythmen bei. Für professionelle wie amateurhafte Hüftwackler geeignet.
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27.6. um 21 Uhr: Musti Nuri & Frederik Dahte

Kurdisch-Türkische Impression
Der Gitarrist Mustafa Nuri entführt uns stimmgewaltig in die Welt der kurdisch-türkischen Musik. Unterstützt wird er dabei von Frederick Dahte am Kontrabass.
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3.7. um 20 und um 21 Uhr: Galataband

Die Galataband aus Halle bezeichnet sich selbst als Multikulti-Band. Das Repertoire besteht aus rockigen bis funky Hits, die Sprache der Musik ist universell, die Sprachen der Galataband sind Englisch, Spanisch, Türkisch und Deutsch. 
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10.7. um 20 und 21 Uhr: Hamavayan

Die Musik von Hamavayan wurzelt in der klassischen persischen Musik durch frische Einflüsse aus dem Iran und aller Welt entsteht eine neue Version der traditionellen Spielart.
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17.7. um 20 und 21 Uhr: Ägäis Connetion
Ägäis Connection

In der Region Izmir trifft seit jeher die traditionelle Musik der Türkei auf die des Nachbarn Griechenland. Die Ägäis Connection hat sich insbesondere dem Rembetiko verschrieben, dem ägäischen Blues der 20er-Jahre.
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24.7. um 20 und 21 Uhr: Argile

Der Nürnberger Flötist, Perkussionist und Komponist Dieter Weberpals hat ein Ensemble zusammengestellt, das eine europäisch-afrikanische Fusion spielt, die ihre Zuhörerschaft mit Calebasse, Handpans und Flöten in eine traumtänzerische Trance versetzt.
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Wer sich einen Eindruck vom Teppich verschaffen möchte, kann sich diesen Film ansehen, der im Rahmen von Back to live entstanden ist:
https://youtu.be/vd8Gtmutd7k

Auch am 20. und 27. Juni ist der Teppich wieder auf Tour.

Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg 1, Nürnberg.
kuf-kultur.de/villa



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SAMSTAG, 26.06.2021, KATHARINENRUINE
Schöne Musik in schönster Kulisse: Das Slow Down Festival gehört zu den Nürnberger Jahreshighlights. Club Stereo und st. katharina open air kooperieren für einen Abend und holen regionale und überregionale KünstlerInnen und Bands in die Ruine mit der gerühmten und berühmten Akustik. Hört sich toll an, aber nicht zu früh gefreut: In 2020 wird es kein Slow Down Festival geben. Dafür steht das Line-up fürs kommende Jahr. Dem Club Stereo ist es gelungen, alle bereits gebuchten KünstlerInnen davon zu überzeugen, in 2021 dabei zu sein, wenn Corona, hoffentlich, nur noch eine seltsame Erinnerung ist. Line-up bleibt also gleich, neuer Termin: 26. Juni 2021.

Mit dabei sind:
Sons Of The East, die Australier mit Indiefolk-Hymnen im Gepäck.
Sean Koch, der südafrikanische Gitarrist mit Surfer-Boy-attitude.
We Brought A Penguin, die gewieften Indie-Pop-Lokalhelden.
Lienne, die junge Augsburgerin des opulenten Electro-Pops.

Wir sind also trotzdem voller Vorfreude, die eben etwas länger währt.
Alle Infos zum Festival: https://www.club-stereo.net/konzert/slow-down-festival-2021/  >>