Malte Zenses - Zwischen Werk und künstlerischer Praxis

1. DEZEMBER 2017 - 11. FEBRUAR 2018, KUNSTVEREIN NüRNBERG

#Ausstellung, #Kunst, #Kunstverein Nürnberg, #Natalie de Ligt

Die Begriffe Werk oder Schaffen im Zusammenhang mit Malte Zenses zu verwenden ist, wie bei vielen seiner Kolleginnen und Kollegen, überaltert. Sie werden immer häufiger abgelöst durch den sich zum Fachterminus entwickelnden Begriff der „künstlerischen Praxis“.

Was Künstler wie der 1987 geborene Malte Zenses präsentieren, will nicht so sehr als Abfolge von Einzelwerken gelesen werden, sondern als Teile oder Teilergebnisse einer künstlerischen Praxis. Hierbei stehen das Prozesshafte und die Konservierung eines Moments der Vorläufigkeit im Zentrum, und es verbindet im Ausstellungskontext die einzelnen Arbeiten an ihren offenen Enden zu einem Kosmos, der sich selbst suchend und vorläufig gibt. „Aufgebaut aus sich überlagernden Schichten legen seine (Malte Zenses) Bilder eine Vielzahl von Bearbeitungsprozessen frei: Präzise gesetzte Markierungen und Flächen treffen auf Buchstaben und Chiffren, die von notizartigen Zeichnungen begleitet werden.“ (Pressetext) Zu diesem Verständnis von Kunst mit scheidendem Werkbegriff gehört gleichsam das Beschwören und Ausleben des Performativen, was sich nicht nur im Revival der Performancekunst selbst zeigt, sondern auch im Umgang mit dem Raum. Auch für Malte Zenses spielt er eine Rolle. Der inszenierte Dialog seiner Bilder und Objekte soll nicht als unverrückbares, sondern als ein prozesshaftes Bild erscheinen. Nichtsdestotrotz schafft der Künstler Einzelwerke, die, bei aller Offenheit, für sich stehen können und wollen und bei deren Rezeption man auf Dauer wohl nicht gänzlich auf den Werkbegriff verzichten kann – also auf die Frage etwa, inwieweit die Arbeit inhaltlich und/oder formal-ästhetisch etwas transportiert, das über die Zeit und den Kunstdiskurs, in dem sie entstanden ist, hinausweist. Das Prinzip von Chaos und Ordnung etwa ist elementar für den Menschen und somit auch von jeher Thema der Künstler. Die aktuelle künstlerische Praxis von Malte Zenses ist wegen ihrer Betonung des Vorläufigen vielleicht als Widerhall auf eine als komplex und unsicher erlebte Welt zu verstehen. Und in den Bildern, die er findet, drückt sich einerseits eine Art inwendiges Chaos aus und anderseits der Wille, diesem mit einem ästhetischen Konzept zu begegnen, das – vielleicht der Ordnung halber – als Kind der Zeit identifizierbar sein soll.

Malte Zenses erhält diese Einzelausstellung im Rahmen des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums, mit der er zugleich seinen fünfmonatigen Aufenthalt in Nürnberg abschließt. Die Auswahl des Künstlers oblag der Assistenzkuratorin Judith Grobe, die die Ausstellung auch kuratorisch betreut.

Im Januar wird die Leiterin Simone Neuenschwander turnusgemäß nach fünf Jahren den Kunstverein verlassen. Sie verabschiedet sich mit dem traditionellen Salon der Jahresgaben, der parallel zur Stipendiumsausstellung zu sehen ist. Wie stets umfasst der „Salon“ eine exklusive Auswahl von Unikaten und Editionen von Künstlerinnen und Künstlern, die in den zurückliegenden Ausstellungen vertreten waren. Alle Arbeiten können erworben werden, und jeder Kauf unterstützt die Arbeit des Kunstvereins. Wer allerdings noch kein Mitglied ist, sollte geschwind einen Antrag ausfüllen. Denn nur Mitglieder können in den Genuss einer Jahresgabe kommen.

1. Dezember 2017 bis 11. Februar 2018
- MALTE ZENSES: IN TYRANNIS
- SALON 2017/2018 - JAHRESGABEN


Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft.
Kressengartenstr. 2, Nbg.
Di-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 13-18 Uhr u.n.V.  
kunstvereinnuernberg.de

 




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