Malen für die Seebrücke: Just For Fund

SAMSTAG, 15. MAI 2021, KAROLINENSTRAßE

#Fabian Martin, #Illustration, #Just For Fund, #Karikatur, #Kunst, #Malerei, #Nürnberg, #Quartier U1, #Seebrücke Nürnberg, #Spenden

Am 06. September vergangenen Jahres setzte sich Fabian Martin zum ersten Mal mit seiner Staffelei in die Nürnberger Fußgängerzone. Fabian ist Designer und Illustrator, in seinem alltäglichen Berufsalltag war ihm jedoch etwas die Sinnhaftigkeit abhanden gekommen. “Ich wollte mein Talent für einen guten Zweck nutzen” sagt er. Also begann Fabian öffentlich zu Malen – um dadurch die Flüchtlingshilfe zu unterstützen.

Schon vor Corona war Fabian, nachdem er Transparente gestaltet hatte, die für die Evakuierung des Elendslagers Moria warben, mit der Seebrücke in Berührung gekommen. “Ich habe erfahren, wofür die sich einsetzen und fand das sehr bemerkenswert.” Er ruft über Instagram eine Verkaufsaktion alter Illustrationen ins Leben und spendet den Erlös an die NGO. 

Als sich Fabian im September erstmals in die Innenstadt setzt, um Passant*innen zu portraitieren, bleibt der Spendenzweck gleich. Fast tausend Euro hat er, Stand Ende April, mit seinen Projekt Just For Fund bislang für die Seebrücke gesammelt. Bis zum Winter und dem erneuten Corona-Lockdown saß er regelmäßig in der Königsstraße. Jetzt beginnt im Rahmen des Stadtentwicklungs-Projekts Quartier U1 die zweite Phase des Projekts.

“Viele Freund*innen und Bekannte aus meiner Illustrations-Bubble sind gleich am Anfang auf mich zugekommen und haben gefragt, ob sie mitmachen können.” Mit Hilfe der Förderung aus dem Quartier U1 konnte Fabian sich in den vergangenen Wochen um die Professionalisierung seines Projekts kümmern, weitere Künstler*innen akquirieren, Malbedarf finanzieren und sich mit der Stadt über Ort und Hygienekonzept einigen.

Am 15.05. findet Just For Fund zum ersten Mal im größeren Rahmen in der Karolinenstraße (Höhe Breuninger) statt – und von da an jeden Samstag bis 10.07. Drei Künstler*innen sind pro Aktion beteiligt, die individuelle Portraits von Passant*innen in ihrem jeweiligen Stil anfertigen. Insgesamt hat Fabian mittlerweile rund zehn Mitstreiter*innen in seinem Pool. Heißt auch: Man kann ruhig mehrmals kommen und sammeln. Auf dem Instagram-Account von just for fund stellt Fabian die Kunstwerke im einzelnen vor. 

Die gemalten Passant*innen zahlen am Ende so viel sie mögen für das Bild. Die Künstler*innen bekommen eine Aufwandsentschädigung und Pizza, der rest geht an die Seebrücke.  “Manche Leute waren da etwas misstrauisch”, sagt Fabian, “weil man das wohl nicht kennt, dass jemand so etwas ohne eigenen Gewinn macht. Da musste man dann Überzeugungsarbeit leisten.” Grundsätzlich sei das Feedback auf sein öffentliches Zeichnen bislang aber fast ausschließlich positiv gewesen.

Fabian kann sich vorstellen, Just For Fund, in Zukunft noch auf mehr Städte auszuweiten. Ob der Spendenzweck dann immer gleich bleibt, weiß er jetzt noch nicht. Vorerst freut sich weiterhin die Seebrücke über die gesammelten Gelder, die sich insbesondere für die Entkriminalisierung der Seenotrettung starkmacht. Oder wie Fabian es auf der Homepage formuliert: “Unsere Einnahmen werden für nichts Geringeres eingesetzt, als um Menschenleben zu retten.”

___
Just For Fund
Erster Termin: 15.05., Karolinenstraße
Von da an: Jede Woche Samstag.
Letzter Termin: 10.07.




Twitter Facebook Google

#Fabian Martin, #Illustration, #Just For Fund, #Karikatur, #Kunst, #Malerei, #Nürnberg, #Quartier U1, #Seebrücke Nürnberg, #Spenden

Vielleicht auch interessant...

NüRNBERG. Über 30 Jahre lang hat Petra Weigle, die dieses Jahr formal in den Ruhestand geht, einige Dutzend Ausstellungen des Instituts für moderne Kunst, sowie diverse andere als Kuratorin verantwortet. Entstanden sind mal vielschichtige, mal minimalistisch präzise Setzungen in den verschiedensten Räumen Nürnbergs. Höchste Zeit, mit einer der erfahrensten Ausstellungsmacherinnen der Stadt ein paar Worte zu wechseln.  >>
SASANISIMOVA: Kurznachrichten aus Charkiw
Die Künstlerin Sasha Anisimova versieht ihre Fotografien mit Zeichnungen und kurzen Texten und verbindet somit die beiden künstlerischen Gattungen Fotografie und Grafik. Die literarischen Einlassungen nehmen tagebuchartig auf die Kriegsgeschehnisse vor Ort in Charkiw Bezug und kommentieren sie. Die Charkiwer Künstlerin konnte bereits für die Teilnahme an der Ausstellung FARBE BEKENNEN in der Open-Air-Galerie am Bauzaun der St. Lorenzkirche gewonnen werden. Sashas Bilder sind bewegende Zeitzeugnisse der aktuellen Zustände in Nürnbergs Partnerstadt Charkiw.
Ausstellung im
Defethaus, Nbg, bis 08.10.

OUTPUT
Fotoszene Open-Air geht in eine neue Runde: Im Rahmen der diesjährigen FreiLuftGalerie Fürth zeigt die fotoszene nürnberg e.V.* - forum freier fotografen, wieder Kunst im öffentlichen Raum, diesmal im Stadtpark Fürth. „Not macht erfinderisch“ besagt eine Redewendung, wenn wichtige Dinge fehlen und besondere Ideen vonnöten sind, um dennoch zum Ziel zu kommen. So waren die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen Grund dafür, dass die fotoszene nürnberg e.V.* den öffentlichen Raum für sich und die Fotografie als Präsentationsplattform entdeckt hat. Beginnend mit einer großen Ausstellung anlässlich des Internationales Fotofestival Nürnberg 2021 im Nürnberger Stadtpark, folgte deren Präsentation im Stadtgarten Roth. Der Gedanke, im Freien einen „white cube“ zu installieren, das heißt, ein Ausstellungsforum einzurichten, das den Interessierten in den Weg gestellt ist und ohne Schwellenhemmnis betreten werden kann, führte schließlich zu neun Open-Air-Ausstellungen an einem Bauzaun rund um die St.Lorenzkirche in der Innenstadt Nürnbergs.
Doch das war mal, der Bauzaun steht längst nicht mehr. In der FreiLuftGalerie Fürth sind Arbeiten von James Edward Albright jr., Mile Cindric, Günter Distler, Tim Händel, Stefan Hippel, Steffen Kirschner, Lena Mayer, Jutta Missbach, Rudi Ott und Jens Wegener zu sehen.
Open-Air-Ausstellung im Stadtpark Fürth, noch bis 25.09.

---

fotos zene nürnberg*
www.die-fotoszene.de
Festivalhomepage: www.fotofestivalnuernberg.de


   >>
curt und die Kunst – das gehört längst zusammen. Redaktionell auf jeden Fall, emotional sowieso. 
Diese Strecke im Magazin und Online macht unsere sowieso schon immer feine Partnerschaft mit Nürnbergs erster Adresse für zeitgenössische Kunst ganz offiziell.

Text: Marian Wild. Fotos: Instagramer*innen der
@igers_nürnberg

Der Staffelstab wurde längst weitergegeben: Seit letztem Sommer leitet Dr. Simone Schimpf als vierte*r Direktor*in Nürnbergs größtes Museum für zeitgenössische Kunst und modernes Design. Dass diese Zeit langweilig gewesen wäre kann man beileibe nicht sagen, zur Corona-Pandemie und der allgemeinen Krise des Kulturbetriebs gesellt sich seit Februar Ukrainekrieg und Inflation, die Energieknappheit des Winters winkt drohend vom Horizont. All diese Fragen gehen an einem zeitgenössischen Kulturort nicht vorbei, darum war es für uns vom curt höchste Zeit für ein ausführliches Interview über Nachhaltigkeit, Zukunftspläne und den feinen Zauber des Konkreten.  >>
20240601_Staatstheater_Wiese
20220401_esw_schorsch
20240601_Retterspitz
20240411_NbgPop_360
20230703_lighttone
20240601_Kaweco
20240601_LESEN
20240601_Staatstheater_Erlangen
2040301_Biennale
20240507_NueDigital
20240401_ION
No upcoming events found