No Pain, No Game

9. JULI 2016 - 25. SEPTEMBER 2016, MUSEUM FüR KOMMUNIKATION

#Ausstellung, #Funsport, #Kunst, #Museum für Kommunikation

Die neue Ausstellung im Museum für Kommunikation geht mit spielerischer Leichtigkeit (zumindest beim Exponat “Painstation”) bis an die Schmerzgrenze. Wer mitspielt darf sich am Ende fühlen wie einst Sean Connery vs. Klaus Maria Brandauer. Als Sieger, oder eben als Verlierer. Bei allen Exponaten ist das Interagieren ausdrücklich erwünscht – und am Ende gibt es bei all dem Spaß sowieso nur Gewinner!

Marion Grether, Direktorin des Museums für Kommunikation, ist eine sehr nette, sympathische und freundliche Zeitgenössin – und trotzdem freut sie sich wie Bolle Blofeld über die neueste Ausstellung, die sie sich ins Haus geholt hat und die ihren Besuchern richtige Schmerzen zufügen kann. Natürlich nur, wenn diese auch mitspielen (und auch nur bei der “Painstation“!).

Der Titel „no pain no game“ erinnert ganz bewusst an den Motivationsspruch „no pain, no gain“, der an den eisernen Gerätschaften diverser Muckibuden gilt. Körperlicher Einsatz vom einfachen Handanlegen bis kräftigen Fußtritten ist auch an den Gerätschaften von Volker Morawe und Tilman Reiff, gemeinsam bekannt als das Künstlerduo //////////fur////, gefragt. Der Gewinn an den multisensorischen Artefakten liegt in der Selbsterkenntnis medialer Interaktion, die hier spielerisch und humorvoll gegen den Strich gebürstet wird.

Für den leichten Einstieg startet man vielleicht an der „One-Way Interaction Sculpture“. Der Beschreibung nach verlangt das Objekt 95 Prozent Hirn und fünf Prozent Muskeln. Etwas aufregender ist da schon die „Button Trap“: eine aktive Mausefalle mit Knopf als Käse. Gedankenloser Daumendruck oder Wischen scheint hier fehl am Platz. Oder doch nicht? Gesangstalent hilft bei „Amazing“, einem Kugellabyrinth, das zu zweit per Stimme gesteuert werden muss. Auf den richtigen Ton kommt es auch bei „His Master‘s Voice“ an, bei dem die kugelförmigen Bots nur auf bestimmte Frequenzen reagieren.

Die „facebox“, zwei zusammengeklebte Röhrenmonitorgehäuse, ist das kleinste soziale Netzwerk. Und wenn das Gegenüber in dem kleinen Zweier-Netzwerk nicht reagiert, liegt auch ein Stock zum Anstupsen bereit. First Person View Flippern auf Augenhöhe mit der Kugel? Mit dem Kopf im Gerät geht auch das. Richtig rennen muss man beim real gewordenen Spieleklassiker „Snake Pit“, wenn man die Schlange per Fußtritte am Spielfeldrand in Schach halten will. Ordentlich ausgeteilt wird auch am Boxsack beim „Soundslam“. Für respektable Schläger, die die vorgegebenen Treffer rechtzeitig landen, ertönt am Ende „Eye of the Tiger“. Das schmerzhafte Highlight der Ausstellung aber ist sicher die „PainStation“. Beim Konsolen-Duell des Videospielklassikers „Pong“ fühlt man sich an das Videospiel-Duell zwischen James Bond und Bösewicht Largo in „Sag niemals nie“ erinnert: jeder Fehler wird sofort mit Hitze, Stromschlägen oder Peitschenhieben bestraft. Wer die Hand weg zieht, verliert. Eltern, die jetzt vielleicht daran denken, auch ihre Kinder von der Play- an die PainStation zu locken, um ihnen die Konsequenzen ihres Zockens vor Augen zu führen, müssen enttäuscht werden – gespielt werden darf erst ab 18 Jahren.

Diese Ausstellung braucht manchmal Mut und Überwindung. Den Wert der Games erkennt man natürlich am besten durchs Mitmachen. Vielleicht gewinnt man ja doch einen Tanz mit Kim Basinger wie einst James Bond. Das wäre sicher nicht die einzige Überraschung bei den Aua-Games.


CURT:  WE PAIN – WE GAIN!
Wie einst James Bond fordern wir Euch heraus zum großen Battle um die ganze Welt und Nürnberg. Dafür suchen wir ebenbürtige Gegner. Kneipenteams, Kumpels, Kollektive ... Uns egal, Hauptsache, Ihr könnt verlieren, Ihr Loser!

Wann und wie wir die A…..tritte austeilen, erfahrt ihr demnächst hier auf der Website. Bis dahin peitscht Euch mit der Neunschwänzigen, leckt an der Steckdose, pinkelt gegen elektrische Weidezäune und legt die Hände auf die Herdplatte, wenn Ihr gegen Team curt bestehen wollt.


NO PAIN NO GAME präsentiert von curt.
Vom 9. Juli bis 25. September im Museum für Kommunikation, Lessingstraße 6, Nbg.
mfk-nuernberg.de

 




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