So ein Theater ... im Oktober

SONNTAG, 1. OKTOBER 2017

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Jetzt geht das ganze Theater wieder richtig los! Nach dem Auftakt in der Tafelhalle, am Gostner und in Erlangen sind die Fliessbänder der grössten Kulturfabrik Staatstheater Nürnberg und des Fürther Stadttheaters auch angesprungen.

ALS DIE TROJANER OHNE INTERNET WAREN UND DAS NASHORN ÜBER DEN ZAUN SCHAUTE

In ihrem ersten Premierenmonat der neuen Saison demonstrieren sie alle ihre weltumspannende Produktionskraft. Frisch montiert: französische Oper mit Blick in die Antike neben amerikanischem Musical mit Blick in die Seele, hundertjährige Poesie neben der Entdeckung jüngster Aautoren. Fünf Premieren und acht Comeback-Versuche allein in den Häusern am Richard-Wagner-Platz. Und das Bühnenleben der Anderen pulsiert schon wieder ziemlich lebhaft. Zum Beispiel nennt sich ein ganzes Jugendtheater-Festival im Oktober voller Optimismus „licht.blicke“. Hier die Hilfe beim Sortieren.


STAATSTHEATER NÜRNBERG

PREMIERE: Um die ganz großen Gefühle, Träume und Machtkämpfe geht es in einem französischen Opern-Monumentalwerk von klassischer Wucht. Dessen unbestreitbare Bedeutung änderte bislang nichts daran, dass es in Nürnberg noch nie aufgeführt wurde. Und das, obwohl Kenner seit langem den Vergleich mit Richard Wagners ansonsten als unvergleichbar geltenden „Ring des Nibelungen“ bemühen. Dabei schuf Hector Berlioz, ohne dessen Symphonie fantastique im Konzertprogramm kein großes Orchester weltweit auskommt, seine Grand Opéra DIE TROJANER – LES TROYENS um 1856 knapp vor dem ultimativen „deutschen“ Gesamtkunstwerk-Mythos. Krieg und Frieden, Terror und Flucht, Liebe und Leiden werden hier wie dort in denkbar größtem Format aufgefächert. Weltoffener als der Wahl-Bayreuther seine Sagengestalten nahm der Franzose die griechische Antike mit dem Trojanischen Krieg samt Drama um Dido und Aeneas auf. Er holte seine poetischen Anregungen bei Vergil (Rom) und Shakespeare (Stratford-upon-Avon). Vier Abende braucht er für die berauschende Klangmagie freilich nicht, aber Stoff für zwei waren es durchaus: „Einnahme von Troja“ und „Die Trojaner in Karthago“ sind die beiden Teile des Fünfakters überschrieben, die oft auch getrennt aufgeführt wurden. Die Deutsche Oper am Rhein setzte dafür in einem besonderen Coup zwei Orchester an verschiedenen Aufführungsorten ein und kutschierte das tausendköpfige Publikum zwischen den Theatern von Duisburg und Düsseldorf hin und her. So ausufernd wird die Nürnberger Produktion nicht, hier haben Dirigent und Regisseur für den Hausgebrauch eine Bearbeitung gefertigt, die mit vier Stunden auskommen will. Der immer wieder jederzeit für die hohe Kunst der Irritation taugliche Calixto Bieito inszeniert, nach „Turandot“ und „Aus einem Totenhaus“, seine dritte Nürnberger Oper. Große, biegsame Stimmen braucht GMD Marcus Bosch fürs Surfen auf dem Orchester-Sound und hat dafür neben einigen Ensemble-Debütanten auch Solisten mit frischer „Ring“-Prägung wie Roswitha Christina Müller (Ex-Fricka) und Jochen Kupfer (Ex-Gunther). Dass Nürnberg mit dem früher, relativ selten gewagten, zuletzt aber u.a. in Hamburg und Frankfurt spektakulär herausgebrachten Stück im Trend liegt, lässt sich belegen: In Dresden an der Semper-Oper, der künftigen Wirkungsstätte des Nürnberger Intendanten Peter Theiler, hat es wenige Tage zuvor Premiere, Regie führt dort die langjährige Bieito-Assistentin Lydia Steier. In Nürnberg wird die aufwendige Premiere, der nur fünf Vorstellungen folgen, als Abrundung gefeiert. Begann doch die Intendanz Theiler vor neun Jahren mit der bescheideneren, verjuxt inszenierten Berlioz-Rarität „Benvenuto Cellini“ und wurde 2014 mit seinem kolossalen Drama „Fausts Verdammnis“ konzertant fortgesetzt. Eine naheliegende Frage sei noch aufgelöst: Nein, das Internet kannten diese Trojaner nicht!
Premiere: 8. Oktober. Weitere Vorstellung: 15. Oktober, dann noch 4., 11., 18., 26. November im Opernhaus.

PREMIERE: Das bierselige Oktoberfest ist der Schauplatz, den Ödön von Horváth für seine bittere, dabei verständnisvoll den verstummenden Gefühlen nachlauschende Liebesgeschichte um KASIMIR UND KAROLINE in den 1930er-Jahren ausgewählt hat: Drama einer unerfüllbaren Sehnsucht nach der stabilen Existenz. Ob er glücklich damit gewesen wäre, dass an den kunstvoll gestanzten „Volkstheater“-Dialogen für alle Ewigkeit die abgenutzte Floskel vom „Rummelplatz des Lebens“ klebt, darf bezweifelt werden. Falsch muss es dennoch nicht sein: Der Rummel ist eine Lüge, die kollektive Flucht in die lärmende Gaudi-Turbulenz für den arbeitslosen Chauffeur und seine Braut, vor allem der schmerzhafte Kontrast zur Alltagstrostlosigkeit. Die Standards von verletzlicher Naivität und zwielichtigen Betrügereien sind eingepflanzt in Gesellschaftskritik, die zwar in der Zeit der Weltwirtschaftskrise verortet ist, aber immer Gegenwart und Zukunft einschließt. Es ist bis heute eines der Vorzugsstücke des modernen Theaters, und der Nürnberger Regie-Dauergast Georg Schmiedleitner hat es schon mehrfach inszeniert, zuletzt in der Wiener Josefstadt. Am Schauspielhaus ist es seine dritte Horváth-Regie. Nach einer spektakulär trashigen Fassung der „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (2002) und einer opernhaft geratenen Totentanz-Liturgie „Glaube Liebe Hoffnung“ (2013) lenkt er nun seine Protagonisten von „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ aus dem Süden der USA ins berauschte Gemütszwischenlager der Maßkrug-Metropole München. Stefan Willi Wang und Josephine Köhler im Mittelpunkt des 10-Personen-Ensembles.
Premiere: 6. Oktober. Weitere Vorstellungen 7., 14., 15., 26. Oktober im Schauspielhaus.

PREMIERE: Nauf auf‘n Berch? Wer sofort an Luis Trenker und Reinhold Messner denkt, liegt knapp daneben. Das Stück HÖHENRAUSCH, das den Gipfelsturm eines Bergsteigers in die Todeszone seines letzten von 14 eroberten Achttausendern als Selbsterfahrungstrip mit irrationaler Jenseitsperspektive schildert, ist ein Auftragswerk des Staatstheaters an Jörn Klare. Der Autor, ein journalistisch grundierender Hör- und Schauspiel-Dramatiker, lebt mit seiner Familie in Berlin. Er durchquert also viel flache „Gegend“, wenn er sein Kletter-Hobby im Hochgebirge pflegen will und hat unterwegs schon ganz andere Blickfang-Anregungen als die himmelwärts gerichteten gefunden. Seine Buch-Bestseller und Hörfunk-Features handeln von so unterschiedlichen Themen wie der deutschen Heimatsuche („Nach Hause gehen“), liberianischen Warlords („Der Teufel hat Ärger“) und immer wieder vom Schockerlebnis der schleichenden Demenz („Als meine Mutter ihre Küche nicht mehr fand“). Die Uraufführung „Der frühe Hase fängt die Axt“ in Nürnberg 2015 brachte das Verlöschen der Gedanken tragikomisch auf die Bühne. Aus diesem Kontakt entstand die Option fürs neue Solostück, das den einsamen Bergsteiger auf Rekordjagd mit dem Tod als Alternative zum geordneten Abstieg kokettieren lässt. Julian Keck spielt auf der roten Linie zwischen Höhenrausch und Höhenkoller in der Regie der 25-jährigen Julia Prechsl, die hier mit „Life is Loading“  ihre Talentprobe bestand und noch in dieser Saison mit dem neuen Stück „Körper“ von Adeline Schebesch nachlegt, die Uraufführung.
Premiere: 8. Oktober. Weitere Aufführungen 9., 15., 16. Oktober in der BlueBox.

PREMIERE: Der erste Teil dieser Trilogie entstand schon vor zehn Jahren in Wien, der letzte hat jetzt in Nürnberg Uraufführung. Dazwischen die Deutschland-Premiere des Textes, den der inzwischen 41-jährige Theatermacher Volker Schmidt (Autor, Schauspieler & Regisseur zwischen Off-Theater und Staatsbühnen) über drei Näherinnen in einer Billiglohnfabrik schrieb. Liesl, Kathi und Hanni heißen sie, was nicht unbedingt auf Entwicklungsländer, sondern auf Euro-Proletariat „in einer unbarmherzigen, durchökonomisierten Welt“ verweist. MAN MUSS DANKBAR SEIN / IHR KÖNNT FROH SEIN / WIR SIND GLÜCKLICH sind die Drittel süffisant euphemistisch überschrieben, in denen die Frauen ihre Zweifel an der eigenen Perspektive formulieren. Sollen sie ihr altes Leben kündigen, aber wie bekommt man ein Neues? Der Autor hat dafür die Weltlage umgeschraubt, in seiner Geschichte ist die Industrie in frühere Entwicklungsgebiete übersiedelt und im einst reichen Europa lebt man mit allen Folgen an der Armutsgrenze. Zwischen „Präsidentinnen“-Autor Werner Schwab und Attacken-Philosoph René Pollesch haben die Kritiker Volker Schmidt verortet, also bei den drastisch komischen Extremen von steilem Gedankenflug und intellektueller Wortgewalt. Regisseurin Anne Bader übte schon vorige Saison an ätzender Sprache – da inszenierte sie in den Kammerspielen Sibylle Bergs Mutter- & Kind-Lamento „Und dann kam Mirna“. Lilly Gropper, Ruth Macke und die neu im Ensemble auftauchende Svetlana Belesova spielen dreifaltig entlang an den Nahtstellen.
Premiere: 13. Oktober, weitere Vorstellungen 15., 18., 19., 25., 29. Oktober in den Kammerspielen.

PREMIERE: Im Jahr 2001, da kannte man das Wort Brexit noch gar nicht, machte der britische Autor Alistair Beaton mit der wütenden Polit-Satire „Feelgood“ öffentlich, was er von den Umtrieben der Staatslenker-Karrieristen rundum hält. Unfähig, gierig und moralfrei fand er sie samt ihrer Demokratie-Kostümierung – und goss das in drastische Dialoge, so pointiert, wie man sie etwas später in diversen, gesellschaftskritischen TV-Serien pflegte. Jetzt lässt er im neuesten Stück FRACKED! den Chef einer PR-Agentur entsetzt rufen „Lügen funktioniert nicht mehr“. Da geht es um ein Unternehmen, das mit modernster Bohrtechnik ohne Rücksicht auf Umweltverluste in Kilometertiefe nach Öl und Gas graben lässt. Wie im wahren Wirtschaftswachstumsleben. Eine aufklärerische Professorin im Ruhestand wird ungewollt zur Heldin der Anti-Fracking-Bewegung. Der Titel der deutschen Erstaufführung lautet subtil, parodistisch ABGEFRACKT!, da kann man den Frack und das Wrack als Zwillings-Ungeheuer schön zusammendenken, und wie schon beim oft nachgespielten „Feelgood“ ist auch diesmal Klaus Kusenberg der erste Import-Regisseur des Landes. Er glaubt an diese Art von schneller Theater-Aktualität mit Nachrichtenwert und Rollenfutter nahe am pointenfreudigen Fernsehspiel, die vorzugsweise auf britischen Bühnen rund um London gepflegt wird und auf deutschen „Kunst-oder-Klamauk“-Spielplänen eher eine gern gesehene Randerscheinung ist. Elke Wollmann spielt die mutige Altprofessorin, die prinzipiell nicht auf Demos geht, aber mit Hilfe junger Social-Media-Freunde die Öffentlichkeit erreicht. Als zorniger, junger Mann geht der gebürtige schottische, in London lebende Autor nicht mehr durch, aber auch mit 70 kann man Zukunft beschwören.
Premiere: 21. Oktober. Weitere Vorstellungen 25. und 29. Oktober im Schauspielhaus.

COMEBACK OPERNHAUS: Puccinis populärster Schmachtfetzen, gleichzeitig der ewige Nachweis seiner genialen Verbindung von musikalischem Instinkt und theatralischem Kolportage-Effekt, gehört immer wieder zu den Top 10 der Opernhäusern. Die aktuellste Nürnberger Produktion des melodien- und tränenseligen Künstlerdramas LA BOHEME stammt von 2015 und wurde vom ungarischen Regie-Duo Alexandra Szemerédy/Magdolna Parditka gefühlvoll realistisch umgesetzt. Die Premieren-Formation blieb weitgehend erhalten: Hrachuhí Bassenz singt wieder die allerliebst hustende Mimi, Ilker Arcayürek den lockig schmachtenden Rodolfo und die vielseitige Michaela Maria Mayer (wir kennen sie als „Meistersinger“-Evchen ebenso wie als Wirtin vom „Weißen Rössl“ und demnächst wird sie Pamina in der „Zauberflöte“ sein) zeigt als Musetta mit Schwung das goldene Herz und die elastischen Hüften. Mit dem Marcello kehrt Charakter-Bariton Antonio Yang aus Wotans fernen Walhall-Welten zurück ins wahre Untermieter-Leben. Neu ist der Dirigent, denn Philharmoniker-Chef Marcus Bosch gönnt sich in seiner letzten Nürnberger Saison für neun Vorstellungen den Zugriff auf das Soundfunkeln der Bohème, die er vor zwei Jahren zur Premiere seinem Assistenten überließ. ++ Nächste Runde für den Kampf gegen Windmühlen und andere Gespenster: Goyo Montero zeigt eine weitere Serie seines strikt auf der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit balancierenden Tanztheaters DON QUIJOTE, mit dem er ehrfürchtig Literatur- und Kunstgeschichte umkreist. Der Kanadier Owen Belton schrieb dazu die Musik, die Montero mit Griff ins eigene CD-Regal ergänzte. Am stärksten ist die Choreographie in den wirklich faszinierenden Gruppenbildern. Dass die Titelrolle von einer Frau getanzt wird, gehört zu den souveränen Behauptungen des Abends.
Vorstellungen: La Bohème (20., 29., 31. Oktober) ++ Don Quijote (14., 19., 21., 28. Oktober) im Opernhaus.

LETZTER AUFRUF: Mit zwei Vorstellungen wird Vincenzo Bellinis NORMA endgültig aus dem Spielplan verabschiedet: 3. und 9. Oktober. Die Pariser Leih-Inszenierung von Stéphane Braunschweig, die der emotional aufgepumpten Story von der zölibatären Priesterin mit zwei Kindern und untreuem Geliebten etwas ratlos gegenüber steht, wird wohl niemand vermissen, sicher aber die Koloratur-Kaskaden der Titelheldin. Die gefeierte Premieren-Norma Hrachuhí Bassénz singt am 9. Oktober die letzte Aufführung, zur vorletzten am 3. Oktober kommt Katia Pellegrino, die am Opernhaus Essen als Naturereignis gefeiert wurde. ++ Nur noch drei Mal zähmen sich das Blumenmädchen von der Mundart-Straße und der auf Dialekt-Begradigung spezialisierte Phonetik-Professor aus dem Bürgersalon in MY FAIR LADY gegenseitig: 1., 7., 22. Oktober. Das Evergreen-Musical aus der zweiten Blütezeit des Broadway in bereits dritter Nürnberger Eigenproduktion zieht sich danach zurück bis zur nächsten Wiedervorlage, die dann vielleicht wieder ohne den draufgesetzten, fränkischen Dialekt auskommt. Isabel Blechschmidt und Kurt Schober (Eliza Dollittle und „Wart`s nur ab!“-Heny Higgins) sowie Volker Heißmann als deftiger Müllkutscher-Papa mit gut trainierter Rolle seitwärts sind dabei.

COMEBACK SCHAUSPIELHAUS: Das amerikanische Südstaaten-Drama entlang der schweißtreibend scheinheiligen Moral dieser Gesellschaft hält Tennessee Williams im Bewusstsein der deutschen Theaterfreunde. Mit DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH in Georg Schmiedleitners Inszenierung taucht die faulige Dynastie von Big Daddy (hier: Michael Hochstrasser) ins vorsichtig aufgeblendete Licht der Gegenwart. So ganz mag man Stefan Willi Wang und Josephine Köhler ihre sportlich dekorativen Theater-Psychosen zwar nicht glauben, aber die Dramatik-Maschinerie läuft wie geschmiert. ++ Auch die Neuinterpretation von Schillers Großklassiker DIE JUNGFRAU VON ORLEANS fordert den Zuschauer heraus. Der Wiener Burgtheater-Regisseur Peter Wittenberg lässt die selbsternannte Gotteskriegerin Jeanne d´Arc nicht nur in die Schlacht ziehen, sondern auch ins eigene Seelenleben gucken. Er hat der Titelheldin Lilly Gropper eine nach vorne gebogene Selfie-Kamera auf den Kopf geschnallt, die den ganzen Abend live ihre vergrößerten Blicke zur allgemeinen Begutachtung überträgt. Blinzelnde Signale von Mut und Angst und Sehnsucht nach der anderen Welt. Am Ende, wenn alles verloren ist, gönnt sich die „heilige Johanna“ eine Zigarette. Rauchen kann tödlich sein. ++ Die am meisten überzeugende Aufführung der vorigen Saison ist auch eine der kleinsten. Lot Vekemans Zwei-Personen-Stück GIFT. EINE EHEGESCHICHTE schildert lapidar das Treffen eines Paares zehn Jahre nach der Trennung. Das unbewältigte Schicksal, das damals zum Bruch führte, bricht allmählich wieder auf. Sarkasmus und Wehmut umschlingen sich zum Blues. Adeline Schebesch und Michael Hochstrasser zeigen mit viel bedeckt gehaltenem Gefühl ein delikates Kammerspiel und die junge Regisseurin Christina Gegenbauer ist so klug, ganz auf diese spannende Kunst zu vertrauen. ++ Theatermusiker Erik Gedeon wählte, als er die Vorlage zur Überbrückung einer Spielplan-Lücke in Hamburg bastelte und dann für einen Berliner Zehn-Jahres-Erfolg weiterentwickelte, den Begriff „Songdrama“, aber das war blanke Ironie und auch die Nürnberger Aufführung von EWIG JUNG ist reiner Spaß ohne doppelten Boden. Da wird das Schauspielhaus zum umgebauten Künstler-Seniorenstift und die faltenreich geschminkten Oldie-Figuren mit Rollatorstütze treffen sich unter ihrem Originalnamen (der Ex-Schauspieldirektor hat in der Urne seinen Ehrenplatz am Klavier, wo eine tatternd über Tasten fegende Bettina Ostermeier den Ton angibt) zur schmetternden Nostalgieshow mit vokalem Bungee Jumping an der mottenfesten Evergreen-Hitparade. Mitsingen erlaubt. Ein hinreißender Jux, würdiger Erbe der pensionierten „Sekretärinnen“.
Aufführungen: Die Katze auf dem heißen Blechdach (24. Oktober, dann wieder 4. und 8. November), Die Jungfrau von Orleans (28. Oktober, dann wieder 10. und 11. November), Ewig jung (31.Oktober, dann wieder 20. November) im Schauspielhaus. Gift. Eine Ehegeschichte (28. Oktober, dann wieder 2. November) in den Kammerspielen.

STAATSTHEATER NÜRNBERG
Richard-Wagner-Platz 2-10, Nbg.
staatstheater-nuernberg.de


FESTIVAL „LICHT.BLICKE“ IN NÜRNBERG

Das Internationale Theaterfestival für junges Publikum, das mit dem Titel „licht.blicke“ den eigenen Optimismus zum Programm machte, erreicht mit der neunten Ausgabe eine neue Dimension.
Das Team vom Gostner Hoftheater hat den Jugendlichen, die zwischen dem Kindertheater und den Bühnen für Erwachsene oft vergessen wurden, ein eigenes Spielfeld eingerichtet. Vom 17. bis 26. Oktober wird aus Premieren, Gastspielen und Kunstaktionen ein Mosaik aus rund 40 Veranstaltungen zu jeder Tageszeit geboten, von denen ein Dutzend im Abendprogramm jenseits der Altersfixierung auch das ältere Publikum lockt. Neben den Hauptspielstätten Hubertussaal und Gostner Hoftheater sind Tafelhalle, Künstlerhaus-Festsaal, Kachelbau, Kulturwerkstatt auf AEG und Memorium Nürnberger Prozesse die Anlaufstellen.
gostner.de/licht-blicke


HUBERTUSSAAL

PREMIERE: Der Autor Jens Raschke hat auch schon andere drängende Fragen beantwortet („Schlafen Fische?“ war der Titel eines seiner Stücke) und im bislang letzten, das den Deutschen Kindertheaterpreis gewann, aber keineswegs nur Jugendlichen etwas zu sagen hat, führt er den Zuschauer ins Zoo-Gehege des Konzentrationslagers Buchenwald. Dort leben die Tiere eigentlich recht zufrieden miteinander, bis ein neuer Bär mit dickfelligen Ansichten eingeliefert wird, die gestreiften Zebras wegen ihrer Musterung merkwürdig findet und damit Unruhe stiftet. In WAS DAS NASHORN SAH ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE entwickelt der Autor eine aufgeheiterte Parabel, die Märchenfantasie mit Realität verbindet.
Regisseurin Maya Fanke, über viele Jahre in Nürnberg und Fürth in allen Formaten im Einsatz, inszeniert diese Koproduktion der Gostner mit dem KULT-Ensemble des Fürther Stadttheaters – zu Jahresbeginn 2018 für die beiden Spielpläne, jetzt als Beitrag zum Jugendtheater-Festival „licht.blicke“.
Premiere: 19. Oktober im Hubertussaal. Weitere Vorstellung 20. Oktober.

FESTIVAL-GASTSPIELE: Das Vorstadttheater Basel zeigt HERR MACBETH ODER DIE SCHULE DES BÖSEN als Hexengruselei (17.und 18.10.).  ++ In NIGHT CALLS von James & Priscilla aus Hildesheim wird mit 12 Popsongs die Traumvision von mehr oder auch weniger coolen Kids erzählt (23. und 24.10.). ++ In SKREEK – A COMIC REVOLUTION soll mit Livekamera, Videostreaming und einem Darstellerpaar in der Geschichte von Einem, dem Fliegenkönnen nicht reicht, die Sondermischung aus Kino, Comic und Theater ausprobiert werden (26.10.).

HUBERTUSSAAL
Dianastr. 28, Nürnberg
gostner.de


GOSTNER HOFTHEATER

WEITER IM SPIELPLAN: Die Erinnerung meldet sich mit Gewalt zurück: Ein erfolgreicher Manager wird mit seiner verdrängten Jugendzeit konfrontiert, als er im Eliteinternat ein Opfer der Erwachsenen war. Jetzt tauchen Nacktfotos von damals auf und er gerät ungewollt in die späte, öffentliche Aufarbeitung des Missbrauchskandals. Das Stück BILDER VON MIR, des gerade mit vielen Auszeichnungen gewürdigten Autors Thomas Melle, ist der ambitionierte Saisonstart des Gostner Hoftheaters – mit Fünf-Personen-Ensemble und Videokulisse ein Großprojekt der führenden Alternativbühne Frankens.
Aufführungen: 4., 5., 6., 7., 11., 12., 13. Oktober im Gostner Hoftheater.

FESTIVAL-GASTSPIELE: Der israelische Puppenspieler Ariel Doron wurde mit diesem Stück schon beim Figurentheaterfestival gefeiert. Am großen Spieltisch bringt er PLASTIC HEROES in Kampfstellung, Spielzeugsoldaten mit Barbiepuppe und einem Plüschtiger, der lässig mit der Tatze eingreift (19. und 20. Oktober). ++ Ebenso klein (und oho!) ist das dänische Sofie Krog Teater, wo die für alles zuständige Künstlerin den Titel DIVA beansprucht und deren Leben mit liebeskrankem Butler, boshaftem Laboranten und verrücktem Wissenschaftler im Banne einer schwarzhumorigen Satire durchleuchtet. „Sehr unterhaltsam“ fand das ein Kritiker in New York – und in englischer Sprache wird es auch in Nürnberg aufgeführt (24. und 25. Oktober).

GOSTNER HOFTHEATER
Austr. 70, Nürnberg
gostner.de


TAFELHALLE

GASTSPIEL: Die große Tafel für ein Festmahl auf der Bühne, die Omar Rajeh mit seinem MAQAMAT DANCE THEATRE aufbaut, ist die nicht nur metaphorische Einladung zum Besuch in weiten Welten. Der libanesische Choreograf und Tänzer feiert in BEYTNA (was „Zuhause“ bedeutet) mit internationalem Ensemble aus unterschiedlichen Regionen (Togo, Südkorea und Nahem Osten) den Reichtum der vielstimmigen Kultur. Er lässt singen und tanzen, stellt Percussion neben Rezitation und öffnet Kochstellen für die kulinarische Kommunikation. Das „choreografische Festessen“ wird auch fürs Publikum gebrutzelt und serviert.
Aufführung: 6. Oktober, Tafelhalle.

COMEBACK: Nächste Runde für den Wettstreit zwischen Depressionen und Pfannkuchen. In KASPER IN TEUFELS KÜCHE wirbelt Tristan Vogt von Thalias Kompagnons die Welt der Standardpuppen samt ihrem höllischen Unterbau durcheinander. Marc Beckers Holzkopfgeburt mit dem bekannten Personal vor unerwarteten Problemen ist unwiderstehlich.
Aufführungen: 12., 13., 14. Oktober im Theatercafé der Tafelhalle.

FESTIVAL-GASTSPIEL: Zwei Produktionen im Doppelpack! Der Traum von der Profikarriere als dramatische Bühnenshow. Das Kombi-Kollektiv DOX / Maas Theater & Dance aus den Niederlanden lässt unter der Regie von Arthur Rosenfeld im Stück 100 % SELFMADE / XL acht junge Tänzer vom Maas Theater Rotterdam zwischen Hoffen und Bangen gewaltige Sprünge machen. Im Vorspiel führt der Choreograf Erik Kaiel mit fünf TänzerInnen auf einem „physischen und absurden Performance-Pfad“ zur MURIKAMIFICATION in die surrealen Traumwelten des Poeten Haruki Murakami, rund um die Tafelhalle.
Aufführung: Doppelvorstellung 22. Oktober, 17 Uhr vor der Tafelhalle, 18 Uhr in der Tafelhalle.

TAFELHALLE
Äußere Sulzbacher Str. 62, Nbg
tafelhalle.de


THEATER ERLANGEN

PREMIERENFRISCH: Vor 55 Jahren war Friedrich Dürrenmatts ätzende Katastrophen-Komödie DIE PHYSIKER eine echte Theatersensation und blieb danach lange Zeit in der Diskussion. Bis sie plötzlich im Stand des „modernen Klassikers“ versteinerte. Die Erlanger Neuinszenierung reiht sich ein in die aktuellen Versuche, aus der damaligen Grotesken-Metapher vom Irrenhaus der Weltgeschichte im aufkommenden Atomwahn neue Erkenntnisse zu zapfen. Das spröde Fräulein Doktor, das wie ein Phantom – scheinbar geboren aus Horror und Leichtsinn im Papierkorb des Nobelpreis-Komitees – ein Pflegeinstitut der kriminellen Geister samt beträchtlichem Todesfallaufkommen beaufsichtigt, war eine unvergessliche Prachtrolle der legendären Therese Giehse. Vor solcher Erinnerung muss man sich in Erlangen nicht fürchten, Dominik Günther inszenierte in großem Bogen am imaginären Vorbild vorbei, eher dem sanftem Travestie-Touch zugewandt mit reinem Herren-Ensemble.
Aufführungen: 1., 2., 25., 26. Oktober im Markgrafentheater.

COMEBACK: Der Langläufer im Spielplan DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER kehrt wieder (10., 18., 19. Oktober, Garage) ++ 100 Minuten für Homer, schneller geht es wirklich nicht: ODYSSEE – EINE HEIMSUCHUNG, eine artistische „Annäherung“ im Solo von Martin Maecker. (11. und 12. Oktober, Markgrafentheater) ++ Was Markolf Naujoks aus dem antiken Aischylos-Text DIE SCHUTZFLEHENDEN auf der Hinterbühne des Markgrafentheaters bastelte (nicht zu verwechseln mit den Jelinek-„Die Schutzbefohlenen“, aber als Spiegelung tauglich) gehört zu den umstrittensten Produktionen der vorigen Saison. (6., 7., 8., 21., 22. Oktober, Markgrafentheater) ++ Eine moderne Künstlerin und eine pragmatische Putzfrau sind die Extreme in Marius von Mayenburgs Berliner Zeitgeistkomödie STÜCK PLASTIK. Mittendrin die moderne Familie, plapperfreudig so trend- wie konfliktbewusst bis zum Abwinken. Ehe die Gostner ihre besonders gelungene Inszenierung in die zweite Runde schicken, holt Erlangens Theater die auch ziemlich erfolgreiche Hausproduktion seines Entertainment-Beauftragten Ekat Cordes, den das Badische Staatstheater Karlsruhe in Kürze übrigens auf‘s Hippie-Musical „Hair“ ansetzt, wieder in den Spielplan (15. und 16. Oktober, Markgrafentheater).

THEATER ERLANGEN
Theaterplatz 2, Erlangen
theater-erlangen.de


THEATER FÜRTH

PREMIERE: Wenn es um das besondere Profil seines Hauses geht, hält der Fürther Intendant Werner Müller, sofern er nicht gerade Lokalgeschichte in Revue-Portionen verpackt, nach weltläufigen Musicalstoffen und den passenden Extraklasse-Teams zur Realisierung Ausschau. In der vorherigen Saison ließ er den auch schon bei „next to normal“ gefeierten Thomas Borchert als Jubilar Martin Luther singend durch die Kirchen- und Zeitgeschichte tanzen, das so entstandene Musiktheater „Rebell Gottes“ kehrt im November nochmal in den Spielplan zurück. Der Titelheld der Reformationsshow wechselt das Thema zuvor radikal. In DIE STORY MEINES LEBENS, einem 2006 in Toronto entstandenen und auch am Broadway gespielten Zwei-Personen-Musical von Neil Bartram, geht es um die Freundschaft zweier Grübler, Buchhändler und Autor – die sich so richtig eigentlich erst mit dem Freitod des Einen entfaltet. Bei der Reise in die Vergangenheit trifft der Überlebende in seiner Trauerfantasie den Toten zur gemeinsamen Erinnerung an ein womöglich verpasstes Abenteuer. Thomas Bochert und Jerry Marwig, die Musical-Stars, waren von dem Stück so überzeugt, dass sie selbst für den Eigenbedarf eine deutsche Fassung davon schufen. Martin Maria Blau, der zwischen Kurfürstendamm und Burghof Jagsthausen in vielen Gewichtsklassen antritt, inszeniert die Erstaufführung.
Premiere: 14. Oktober. Weitere Aufführungen 15. und 16., 19. bis 22. Oktober im Stadttheater.

GASTSPIEL: Die aktuelle Nürnberger Aufführung dieser Puccini-Oper, nervenzerfetzende Thriller-Großtat des Gastregisseurs Jens-Daniel Herzog, kommt erst Ende der Saison zurück in den Spielplan und schafft damit den gleitenden Übergang für seinen Einstieg als Staatsintendant am Richard-Wagner-Platz. Wer den Kolportage-Knaller TOSCA, nur echt mit dem Sprung von der Engelsburg, schon vorher (und sicher etwas anders) sehen will, kann es mit der Produktion des (kleinen, oft feinen) Landestheaters Coburg versuchen. Die premierenfrische Inszenierung des Frankfurters Hans Walter Richter mit Celeste Siciliano in der Titelrolle und GMD Roland Kluttig am Pult gastiert nur an einem Abend.
Termin: 29. Oktober im Stadttheater Fürth.

STADTTHEATER FÜRTH
Königstr. 116, Fürth
stadttheater.fuerth.de


KÜNSTLERHAUS NÜRNBERG

PREMIERE: Was die Choreografin und Tänzerin Susanna Curtis mit wechselnden Performance-Partnern als Curtis & Co unter der Rubrik „Dance Affairs“ entwickelt, ist immer auf Suche nach dem anderen Weg. Das neue Projekt GEBURTSTAG – EINE HIKIKOMORI-STORY nach dem Text der Münchner Autorin Karin Strauß untersucht mit dem japanischen Begriff für Jugendliche, die sich ständig weiter in ihre virtuelle Welt zurückziehen, gleichzeitig die Lüge einer Familienidylle. Die Mutter, die mit ihrem erwachsenen Sohn zusammen lebt, verliert ihn trotz Geburtstagskuchen an die Ego-Shooter-Spielekonsole – und dennoch bleiben beide auf einander angewiesen. Realitätsverlust mit absurden Wendungen, von Curtis & Co. (das Co. sind diesmal Johannes Walter und Henrik Kaalund) spielerisch untersucht. Die Tragikomödie der Kommunikations-Katastrophe mit Tanz, Wort und Video.
Premiere: 19. Oktober. Weitere Aufführungen 20., 21., 22. Oktober.
 
KÜNSTLERHAUS
im KunstKulturQuartier / Festsaal
Königstr. 93, Nürnberg
kunstkulturquartier.de/kuenstlerhaus


POCKET OPERA COMPANY NÜRNBERG

Seit Jahren segelt Richard Wagners Fliegender Holländer in einem (dadurch) wunderbaren Waschsalon um die Ecke vom Friedrich-Ebert-Platz, bis ihn Senta und ein Damenchor mit Motettenausbildung per Abendsegen aus „Hänsel und Gretel“ vom Schicksal mit Schleudergang erlösen. Nun geht die Pocket Opera Company deutlich weiter. In TANNHÄUSER PROJEKT FEATURING DAKH DAUGHTERS wird der Sängerkrieg von der Wartburg in die Peterskirche verlegt. Zum POC-Ensemble steigt das ukrainische „Freak-Cabaret“ der Gruppe „Dakh Daughters“ für die gemeinsame Grenzerfahrung mit dem Werk ein. Franz Killer als Arrangeur und musikalischer Lotse will die grellen Zeugen der Maidan-Revolution mit dem speziell minimalistischen Wagner-Sound seines Experimentiertheaters mischen. In der Peterskirche der Südstadt trifft man sich außerhalb von Andachtszeiten in Regie von Yaron David Müller-Zach zum geordneten Kulturschock.
Premiere: 13. Oktober. Weitere Aufführungen 14. und 15. Oktober.

POCKET OPERA COMPANY in der St. Peterskirche
Regensburger Str. 62, Nürnberg
Info-Telefon 0911/329047
pocket-opera.de


THEATER SALZ UND PFEFFER NÜRNBERG

GASTSPIEL: Revolution im Kaspertheater: Die Puppen wollen nicht länger zwischen Prinzessin und Krokodil pendeln und greifen beherzt nach der Hochkultur. Sehr frei nach Shakespeare haben Thalias Kompagnons in MACBETH FÜR ANFÄNGER den plötzlich aus dem Tri-Tra-Trullala aufstrebenden Figuren den stolpernden Karrieresprung ins Klassiker-Fach ermöglicht. Wohin er auch führen mag. Eines der witzigsten Stücke im unverwüstlichen Repertoire von Tristan Vogt.
Aufführung: 7. Oktober.

COMEBACK: Gespenstische Salonkunst des eleganten Zynikers Oscar Wilde, von Wally und Paul Schmidt handfest mit kantigen Charakterköpfen umgesetzt . Mit DIE UNSCHULD VON CANTERVILLE pflegt das „Salz und Pfeffer“-Duo, während es bereits für „Mr. Pilks Irrenhaus“ im November probt, das reiche Repertoire der knusprigen Gänsehaut-Thriller, das am Plärrer unter dem ständigen Patronat von Dracula und Frankenstein gedeiht.
Aufführungen: 20. und 28. Oktober.

THEATER SALZ UND PFEFFER
Frauentorgraben 73, Nbg
salzundpfeffer-theater.de

 




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